Gesamtwirtschaftliche Entwicklung
Im ersten Halbjahr 2026 entwickelte sich die Weltwirtschaft zunächst noch robust. Gestützt wurde die Konjunktur weiterhin durch technologiebezogene Investitionen, insbesondere im Zusammenhang mit künstlicher Intelligenz. Mit der Eskalation des Konflikts im Nahen Osten verschlechterten sich jedoch die makroökonomischen Rahmenbedingungen durch höhere Energie- und Rohstoffpreise, zunehmende Inflationsrisiken, erhöhte Unsicherheit an den Finanz- und Rohstoffmärkten sowie wachsende Risiken für die globalen Lieferketten. Der Internationale Währungsfonds (IWF) sieht die Weltwirtschaft in seinem Prognose-Update vom Juli 2026 entsprechend im Spannungsfeld zwischen den Belastungen durch den Krieg im Nahen Osten und einem technologiegetriebenen Investitionszyklus.
In Deutschland blieb die gesamtwirtschaftliche Entwicklung im ersten Halbjahr 2026 verhalten, zeigte jedoch einzelne Stabilisierungssignale. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) stieg im ersten Quartal um 0,3 % gegenüber dem Vorquartal. Im weiteren Verlauf des ersten Halbjahres entwickelten sich die Konjunkturindikatoren uneinheitlich: Auftragseingänge und Industrieproduktion legten im Mai 2026 zwar wieder zu, die Erholung blieb aber fragil und wurde durch geopolitische Unsicherheit, höhere Energiekosten und strukturelle Belastungen begrenzt. Das ifo-Geschäftsklima verbesserte sich im Juni 2026 leicht. Die Inflation ging nach dem Anstieg im Frühjahr zurück; im Juni 2026 lag die Inflationsrate nach Angaben von Destatis bei 2,3 %. Zugleich blieb das Insolvenzgeschehen angespannt: Der Insolvenztrend des Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung Halle (IWH) weist für das zweite Quartal 2026 mit 4.996 Insolvenzen den höchsten Stand seit 21 Jahren aus.
In den USA blieb die wirtschaftliche Entwicklung im ersten Halbjahr 2026 robust. Das reale BIP stieg im ersten Quartal annualisiert um 2,1 %, getragen von Investitionen, Exporten, staatlichen Ausgaben und privaten Konsumausgaben. Gleichzeitig nahmen die Inflationsrisiken wieder zu: Die US‑Verbraucherpreise lagen im Juni 2026 um 3,5 % über dem Vorjahresniveau.
Im Euroraum zeigte sich die wirtschaftliche Entwicklung im ersten Halbjahr 2026 weiterhin uneinheitlich. Das BIP sank im ersten Quartal um 0,2 % gegenüber dem Vorquartal, während die Beschäftigung leicht zunahm. Die Inflation ging im Juni 2026 nach dem Anstieg im Frühjahr wieder zurück und lag nach vorläufigen Angaben mit 2,8 % weiterhin oberhalb des Ziels der Europäischen Zentralbank (EZB). In Griechenland unterstrich die im März 2026 beschlossene, ab Mai 2027 wirksame MSCI-Hochstufung zum entwickelten Markt den wirtschaftlichen Erholungstrend.