Gesamtwirtschaftliche Entwicklung
Im bisherigen Jahresverlauf 2026 entwickelte sich die Weltwirtschaft trotz erheblicher geopolitischer Belastungen robust. Gestützt wurde die Konjunktur weiterhin durch technologiebezogene Investitionen, insbesondere im Zusammenhang mit Künstlicher Intelligenz (KI). Mit der Eskalation des Konflikts im Nahen Osten verschlechterten sich jedoch die makroökonomischen Rahmenbedingungen durch höhere Energie- und Rohstoffpreise, zunehmende Inflationsrisiken, erhöhte Unsicherheit an den Finanz- und Rohstoffmärkten sowie wachsende Risiken für die globalen Lieferketten. An den internationalen Anleihemärkten führten Inflationssorgen und hohe Staatsschulden in wichtigen Volkswirtschaften im dritten Quartal 2026 teils zu deutlichen Renditeanstiegen. Der Internationale Währungsfonds (IWF) sieht die Weltwirtschaft in seinem Weltwirtschaftsausblick vom Oktober 2026 weiterhin als widerstandsfähig. Der technologiegetriebene Investitionsboom trägt wesentlich zu dieser Widerstandsfähigkeit bei.
In den USA blieb die wirtschaftliche Entwicklung robust. Das reale Bruttoinlandsprodukt (BIP) stieg im zweiten Quartal 2026 annualisiert um 2,2 %, nach 2,5 % im ersten Quartal. Gestützt wurde die Konjunktur weiterhin durch private Konsumausgaben und Investitionen, darunter insbesondere technologiebezogene Investitionen. Gleichzeitig blieb der Preisauftrieb erhöht: Die Verbraucherpreise lagen im September 2026 um 3,7 % über dem Vorjahresniveau. Die US‑Notenbank Fed hatte ihren Leitzinskorridor Mitte September 2026 um 25 Basispunkte angehoben.
Im Euroraum gewann die wirtschaftliche Entwicklung an Dynamik. Das BIP stieg im zweiten Quartal 2026 um 0,6 % gegenüber dem Vorquartal, nachdem die Wirtschaftsleistung zu Jahresbeginn noch stagniert hatte. Auch die Beschäftigung entwickelte sich weiter leicht positiv. Gleichzeitig nahm die Inflation wieder zu und erreichte im September 2026 nach vorläufigen Angaben 3,8 %, insbesondere infolge deutlich gestiegener Energiepreise. Vor diesem Hintergrund erhöhte die Europäische Zentralbank (EZB) ihre Leitzinsen im Juni und September 2026 um insgesamt 50 Basispunkte. In Griechenland unterstrich die im März 2026 beschlossene, ab Mai 2027 wirksame MSCI-Hochstufung zum entwickelten Markt den wirtschaftlichen Erholungstrend.
In Deutschland zeigte sich im bisherigen Jahresverlauf 2026 zunächst eine leichte konjunkturelle Belebung. Das BIP stieg nach einem Plus von 0,4 % im ersten Quartal im zweiten Quartal 2026 um weitere 0,3 % gegenüber dem Vorquartal. Die Entwicklung wurde insbesondere durch eine stärkere Exporttätigkeit gestützt, während sich private Konsumausgaben und Investitionen weiterhin verhalten entwickelten. Trotz der deutlichen Verbesserung des ifo-Geschäftsklimas deutet der zuletzt nach unten korrigierte BIP Nowcast des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie auf eine Abschwächung der Wachstumsdynamik im dritten Quartal 2026 hin. Auch die Unternehmensinsolvenzen bleiben auf hohem Niveau und weisen auf fortbestehende Belastungen in Teilen des Unternehmenssektors hin. Die Inflation erhöhte sich von 2,3 % im Juni 2026 auf 3,3 % im September 2026, insbesondere infolge gestiegener Energiepreise.