Telekommunikationsmarkt
Satellitengestützte Kommunikationsdienste gewinnen im Telekommunikationsmarkt zunehmend an Bedeutung. Insbesondere die sog. Direct-to-Device-Technologie (D2D) ermöglicht die direkte Verbindung geeigneter Smartphones mit Satelliten und eröffnet neue Möglichkeiten zur Erweiterung der Mobilfunk-Abdeckung.
In den USA hat die Entwicklung zuletzt an Dynamik gewonnen. Am 14. September 2026 gründeten T‑Mobile US, AT&T und Verizon ein Joint Venture, um Versorgungslücken zu schließen und satellitengestützte Mobilfunk-Dienste auszubauen. Am 8. Oktober 2026 vereinbarte SpaceX den Erwerb von Mobilfunk-Frequenzen im 800-MHz-Band von Grain Management, nachdem die US‑Regulierungsbehörde Federal Communications Commission (FCC) bereits im Mai 2026 den Erwerb von AWS-Frequenzen von EchoStar durch SpaceX genehmigt hatte. Damit würden sich dem Unternehmen neue Möglichkeiten eröffnen, sein satellitengestütztes Angebot Starlink Mobile künftig durch terrestrische Netzkomponenten zu ergänzen.
In Europa werden ebenfalls verschiedene Ansätze zur satellitengestützten Erweiterung der Mobilfunk-Versorgung verfolgt. So plant die Deutsche Telekom, spätestens Anfang 2028 gemeinsam mit Starlink D2D-Dienste in mehreren europäischen Märkten anzubieten. Weitere europäische Netzbetreiber verfolgen ähnliche Ansätze. Zudem hat die Europäische Kommission ein neues EU-weites Auswahlverfahren für die Vergabe der 2-GHz-Satellitenfrequenzen ab 2027 vorgeschlagen. Im Oktober 2026 kündigten die Deutsche Telekom, Orange, Telefónica und Vodafone an, eine gemeinsame Bewerbung um diese Frequenzen zu prüfen, um satellitengestützte Mobilfunk-Dienste auszubauen.
Die zunehmende Integration satellitengestützter und terrestrischer Netze eröffnet neue Kooperationsmöglichkeiten und könnte langfristig auch die Wettbewerbsstrukturen verändern. Aufgrund bestehender technischer und kapazitiver Beschränkungen dienen satellitengestützte Angebote gegenwärtig jedoch v. a. als Ergänzung zu terrestrischen Mobilfunknetzen. Leistungsfähige terrestrische Infrastrukturen bleiben damit eine zentrale Grundlage der mobilen Kommunikation.