Wirtschaftliches Umfeld
Im Folgenden werden die wesentlichen Ergänzungen und neue Entwicklungen im Vergleich zu der im zusammengefassten Lagebericht 2025 (Geschäftsbericht 2025) dargestellten Situation des wirtschaftlichen Umfelds ausgeführt. Hierbei wird auf die gesamtwirtschaftliche Entwicklung, den gesamtwirtschaftlichen Ausblick inklusive der zurzeit wesentlichen gesamtwirtschaftlichen Risiken sowie auf das regulatorische Umfeld in den ersten drei Monaten 2026 eingegangen.
Gesamtwirtschaftliche Entwicklung
Im ersten Quartal 2026 entwickelte sich die Weltwirtschaft zunächst noch robust. Vor der Eskalation des Konflikts im Nahen Osten wurde die Konjunktur durch eine aufwärtsgerichtete Industrie- und Handelsentwicklung sowie durch technologiebezogene Investitionen gestützt. Mit der Zuspitzung des Iran-Konflikts verschlechterten sich die makroökonomischen Rahmenbedingungen. Der Anstieg der Öl- und Gaspreise, die höhere Volatilität an Rohstoff- und Finanzmärkten sowie wieder gestiegene Inflationserwartungen belasteten zuletzt die wirtschaftlichen Perspektiven. Zudem nahmen die Risiken für globale Lieferketten zu.
In Deutschland verlor die gesamtwirtschaftliche Entwicklung zu Jahresbeginn 2026 an Dynamik. Zwar deuteten einzelne Stimmungsindikatoren auf eine beginnende Stabilisierung hin, die Auswirkungen des neu entflammten Konflikts im Nahen Osten waren darin jedoch noch nicht vollständig abgebildet. Die Inflationsrate stieg im März 2026 auf 2,7 % und dürfte infolge der gestiegenen Öl- und Gaspreise zunächst auf einem hohen Niveau verbleiben. Zudem wies der IWH‑Insolvenztrend im März 2026 einen Anstieg der Unternehmensinsolvenzen in Deutschland aus. In den USA blieb die wirtschaftliche Entwicklung zu Jahresbeginn dagegen noch vergleichsweise robust, getragen v. a. von privaten Konsumausgaben und technologiebezogenen Investitionen. Gleichzeitig zeigten sich beim Konsumklima erste Abschwächungstendenzen. Zudem lag die Inflationsrate in den USA im März 2026 bei 3,3 %.
Im Euroraum zeigte sich die wirtschaftliche Entwicklung uneinheitlich. Während die Dynamik insgesamt verhalten blieb, wurde in Griechenland der wirtschaftliche Erholungstrend zuletzt durch die Entscheidung von MSCI unterstrichen, den Aktienmarkt im Mai 2027 wieder als entwickelten Markt einzustufen. Dies dürfte die internationale Sichtbarkeit des Kapitalmarkts sowie Investorenbasis und Liquidität des Athener Markts stärken, wovon grundsätzlich auch die an der Athener Börse notierte OTE profitieren könnte, an der die Deutsche Telekom beteiligt ist.
Gesamtwirtschaftlicher Ausblick
Die Aussichten für die Weltwirtschaft haben sich im Zuge des Iran-Konflikts eingetrübt. Der Internationale Währungsfonds (IWF) hat seine Wachstumserwartungen in der Prognose von April 2026 gesenkt und erwartet für 2026 nunmehr ein weltweites Wachstum von 3,1 %. Für den Euroraum rechnet der IWF nur noch mit einem Wachstum von 1,1 %, für die USA mit 2,3 %. Zugleich dürfte die Inflation im Jahr 2026 höher ausfallen als bislang erwartet. Den Prognosen liegt die Annahme zugrunde, dass sich die derzeitigen Störungen an den Energiemärkten im weiteren Jahresverlauf allmählich zurückbilden. Gleichwohl bleiben die Risiken angesichts der geopolitischen Unsicherheit, möglicher weiterer Energiepreisschübe, anhaltender Störungen globaler Lieferketten und einer erneuten Belastung der Finanzmärkte erhöht. Ungeachtet dessen hat sich die Telekommunikationsbranche bislang als widerstandsfähig gegenüber konjunkturellen Schwankungen erwiesen.
Regulierung
TKG‑Änderungsgesetz in Deutschland. Am 2. März 2026 hat das Bundesministerium für Digitales und Staatsmodernisierung (BMDS) den Referentenentwurf für ein Gesetz zur Änderung des Telekommunikationsgesetzes (TKG) vorgelegt. Wir begrüßen die Ansätze im Gesetzentwurf, die den Ausbau von Mobilfunk und Glasfaser beschleunigen und Bürokratie abbauen sollen. Positiv sind geplante Erleichterungen bei den Genehmigungsverfahren, beim Zugang zu Gebäuden für den Vollausbau mit Glasfaser und der Open-Access-Ansatz. Gleichzeitig sehen wir jedoch Nachbesserungsbedarf: Der Entwurf enthält Regelungen, die den Glasfaser-Ausbau verzögern oder sogar verhindern könnten oder zahlreiche Ausnahmen beim Open Access. Ebenso sind Regelungen geplant, die eine quasi-öffentliche Dokumentation sensibler Netzinfrastruktur bedeuten.
Das Gesetzgebungsvorhaben wird voraussichtlich bis Ende des Jahres abgeschlossen und könnte noch weitreichende Änderungen am Entwurf mit sich bringen. Wir werden das Vorhaben weiter eng begleiten und versuchen, Risiken für die Deutsche Telekom abzuwenden und weitere Chancen zu heben.
BNetzA Regulierungsverfahren auf Basis der Entscheidung für die Zugangsregulierung inklusive Zugang zu FTTB/H‑Netzen. Die Bundesnetzagentur (BNetzA) hat am 17. Juli 2024 die Entgeltgenehmigung für die regulierten Entgelte für den Zugang zu baulichen Anlagen veröffentlicht. Die Entgelte galten bis zum 31. Dezember 2025 und werden im zweiten Quartal 2026 rückwirkend zum 1. Januar 2026 neu festgelegt. Im parallel geführten BNetzA Regulierungsverfahren zum zugehörigen Standardangebot wurde am 14. November 2024 der erste Teilbescheid erlassen und am 25. März 2026 der Entwurf für den zweiten Teilbescheid veröffentlicht. Final wird das Verfahren vermutlich im dritten Quartal 2026 beendet. Ebenfalls wird weiterhin unser Standardangebot für die FTTB/H‑Vorleistungsprodukte mit Übergabe am Ethernet Node von der BNetzA geprüft. Im Mai 2025 wurde der erste Teilbescheid erlassen, der uns Änderungen am Vorleistungsvertrag aufgegeben hat. Derzeit werden diese Änderungen im Verfahren bzw. Vertrag vorgenommen, bevor dann auch hier das Standardangebot durch den Erlass des zweiten Teilbescheids im ersten Halbjahr 2026 beendet sein wird.
Frequenzvergaben
In Ungarn wurden am 24. März 2026 Frequenzen der Magyar Telekom im Umfang von 2x 10 MHz im 2.100-MHz-Band bis 2042 für 30,5 Mio. € (11 Mrd. HUF) verlängert. In Österreich endete am 10. April 2026 die Auktion zur Neuvergabe von Frequenzen im Bereich 2.600 MHz, die Ende 2026 auslaufen, sowie neue Frequenzen aus dem Bereich 2.300 MHz. Dabei konnte sich T‑Mobile Austria 60 MHz im 2.300-MHz-Band und 2x 20 MHz im 2.600-MHz-Band für rund 13 Mio. € sichern.
In Deutschland wurden am 26. August 2024 die Vergaberegeln der Auktion 2019 vom Verwaltungsgericht (VG) Köln für rechtswidrig erklärt. Die BNetzA hat den Markt zum weiteren Vorgehen hinsichtlich der Neubescheidung bis zum 12. Januar 2026 angehört. Sie hält sowohl eine Bestätigung der seinerzeitigen Entscheidung mit angepasster Begründung, wodurch die Auktion 2019 unberührt bliebe, als auch eine Neuvergabe der Frequenzen in einem neuen Vergabeverfahren für möglich. In beiden Szenarien erwarten wir, dass die Deutsche Telekom weiterhin über ausreichende Frequenznutzungsrechte in den Bändern 2,1 GHz und 3,6 GHz verfügen wird, um für ihre Kunden die bestmögliche Versorgung sicherstellen zu können.
In den USA hat die US‑Regulierungsbehörde Federal Communications Commission (FCC) den Prozess für die Neuauktion von 200 Lizenzen in den AWS‑3-Bändern (Auction 113) angestoßen. Den Auktionsbeginn hat die FCC auf den 2. Juni 2026 festgelegt. Des Weiteren hat die FCC am 20. November 2025 den Prozess für die Auktion von Frequenzen im Bereich 3,98 bis 4,2 GHz gestartet. Diese Auktion von mindestens 100 MHz bis zu 180 MHz an Spektrum muss bis spätestens Juli 2027 durchgeführt werden. Ein Auktionsdatum ist noch nicht festgelegt. In Griechenland hat der Regulierer den Prozess für die Neuvergabe in den Bändern 900 MHz und 1.800 MHz gestartet, die Mitte 2027 auslaufen. In Polen könnte gegebenenfalls die Vergabe des 26-GHz-Bands starten. In der Tschechischen Republik hat der Regulierer den Konsultationsprozess für das 26-GHz-Band gestartet; eine zeitnahe Vergabe wird nicht erwartet. In Ungarn hat der Regulierer die Vorbereitungen für eine Verlängerung der Mitte 2029 auslaufenden Lizenzen in den Bändern 800 MHz, 1.800 MHz und 2.600 MHz gestartet.
Die folgende Tabelle gibt eine Übersicht über die wesentlichen laufenden und geplanten Frequenzvergaben wie Auktionen sowie Lizenzverlängerungen. Daneben gibt es in verschiedenen Ländern Hinweise auf in Kürze erwartete Frequenzvergaben.
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Erwarteter Vergabestart |
Frequenzbereiche |
Geplantes Vergabeverfahren |
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Griechenland |
Noch offen |
900 MHz/1.800 MHz |
Auktion, Details noch offen |
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Polen |
Noch offen |
26 GHz |
Details noch offen |
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Tschechische Republik |
Noch offen |
26 GHz |
Details noch offen |
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Ungarn |
Noch offen |
800 MHz/1.800 MHz/2.600 MHz |
Verlängerung, Details noch offen |
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USA |
02.06.2026 |
1.695–1.710 MHz/ |
Auktion |
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USA |
Noch offen |
3,98–4,2 GHz |
Auktion, Details noch offen |
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Vereinbarungen über Spektrumlizenzen
T‑Mobile US hat am 30. Mai 2025 eine Vereinbarung über den Verkauf von 800-MHz-Spektrumlizenzen an Konzerngesellschaften von Grain Management (Grain) getroffen. Sie sieht vor, dass T‑Mobile US für die Spektrumlizenzen eine Barzahlung in Höhe von 2,9 Mrd. US‑$ (2,5 Mrd. €) sowie Spektrum im 600-MHz-Bereich von Grain erhält. Darüber hinaus wurde vereinbart, dass T‑Mobile US unter bestimmten Voraussetzungen einen Anteil zukünftiger Gewinne aus Weiterverkäufen des 800‑MHz-Spektrums von Grain erhalten kann. Seit dem 30. Mai 2025 werden die entsprechenden Lizenzen mit einem Buchwert von 3,1 Mrd. € als zur Veräußerung gehalten ausgewiesen. Die Transaktion steht unter dem Vorbehalt der Genehmigungen der FCC sowie weiterer Vollzugsbedingungen. Der Abschluss der Transaktion wird 2026 angestrebt.
Am 12. September 2023 hat T‑Mobile US mit dem US‑Kabelnetzbetreiber Comcast den Erwerb von Spektrumlizenzen im 600-MHz-Bereich für einen Gesamtkaufpreis zwischen 1,2 und 3,3 Mrd. US‑$ (1,0 und 2,8 Mrd. €) vereinbart. Die endgültige Höhe des Kaufpreises wird erst zum Zeitpunkt der Übertragungsanträge bei der FCC festgelegt. Gleichzeitig haben T‑Mobile US und Comcast exklusive Leasing-Vereinbarungen getroffen. Am 13. Januar 2025 haben T‑Mobile US und Comcast eine Änderungsvereinbarung getroffen, nach der T‑Mobile US zusätzliche Spektrumlizenzen erwerben wird. Infolge der Änderungsvereinbarung beträgt der Gesamtkaufpreis zwischen 1,2 und 3,4 Mrd. US‑$ (1,0 und 3,0 Mrd. €). Der Erwerb eines Teils der Spektrumlizenzen im Wert von rund 45 Mio. US‑$ (39 Mio. €) wird 2026 angestrebt. Der Abschluss des Erwerbs der dann noch verbleibenden Lizenzen wird für das erste Halbjahr 2028 angestrebt.