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Gesamtwirtschaftliche Entwicklung

Die Weltwirtschaft zeigte sich im Jahr 2025 bemerkenswert widerstandsfähig – trotz hoher politischer Unsicherheit und gestiegener Handelsbarrieren. Die wirtschaftliche Aktivität blieb robust. Sie wurde getragen von vorgezogenen Produktions- und Handelsströmen, hohen Investitionen in Rechenzentren und Künstliche Intelligenz (KI) sowie unterstützenden fiskalpolitischen Maßnahmen und einem zunehmend lockereren geldpolitischen Umfeld im Zuge von Leitzinssenkungen. Dennoch hat sich das Wachstum im Welthandel im Verlauf des Berichtsjahres abgeschwächt. Höhere Importzölle dürften sich nach und nach in höheren Verbraucherpreisen niederschlagen und damit die Entwicklung von Konsum und Unternehmensinvestitionen dämpfen. Die Arbeitsmärkte blieben insgesamt robust, zeigen jedoch erste Anzeichen einer Abschwächung. Für 2025 erwartet der Internationale Währungsfonds (IWF) wie auch im Vorjahr ein globales Wachstum des Bruttoinlandprodukts (BIP) von 3,3 %.

In den USA hat die Wachstumsdynamik nach den außergewöhnlich starken Jahren 2023 und 2024 nachgelassen. Für 2025 wird ein reales BIP-Plus von 2,1 % erwartet. Höhere US‑Zölle verteuern Importe und trüben das Konsumklima, ohne jedoch die Konjunktur zu brechen. Der technologische Modernisierungsschub – insbesondere durch Investitionen in Rechenzentren, digitale Infrastruktur und KI-Anwendungen – bleibt ein tragender Pfeiler der wirtschaftlichen Entwicklung. Die Inflation hat im zweiten Halbjahr 2025 wieder angezogen.

In Europa setzte sich 2025 die vorsichtige Erholung der Wirtschaftsleistung fort. Die Europäische Kommission erwartet für die Europäische Union (EU) ein Wachstum von 1,4 %. Die Inflation bewegt sich weiter in Richtung der geldpolitischen Zielmarken. In unseren europäischen Kernländern verlief die Entwicklung 2025 heterogen: In Polen und Kroatien sorgten robuste Konsumausgaben und anhaltend hohe Investitionen für überdurchschnittliches Wachstum. In Österreich blieb die Wachstumsdynamik hingegen verhalten, während Ungarn weiterhin mit einem hohen Inflationsniveau und geringem Wachstum konfrontiert ist. Griechenland setzte seinen Aufholprozess fort, getragen von Investitionen und Exporten. Aus Sicht der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) wirkt der technologische Fortschritt europaweit als langfristiger Wachstumstreiber, dessen Potenzial jedoch durch wachstumshemmende regulatorische Rahmenbedingungen und fragmentierte Märkte begrenzt wird.

Die deutsche Wirtschaft befindet sich in einem tiefgreifenden Strukturwandel, der durch geopolitische Umbrüche, demografische Veränderungen sowie Dekarbonisierung und Digitalisierung geprägt ist. Deutschland ist von diesem Wandel besonders stark betroffen, da das verarbeitende Gewerbe eine hohe gesamtwirtschaftliche Bedeutung hat und der demografische Wandel besonders ausgeprägt ist. Vor diesem Hintergrund wird die Wirtschaft im Berichtsjahr mit einem Wachstum von 0,2 % nahezu stagnieren. Der Bitkom-ifo-Digitalindex, der das Geschäftsklima in der Digitalbranche in Deutschland abbildet, hat sich im Laufe des Berichtsjahres leicht verschlechtert: von minus 2,9 Punkten im Januar auf minus 3,8 Punkte im Dezember. Er liegt weiterhin deutlich über dem ifo-Geschäftsklimaindex für Deutschland, der im Dezember 2025 bei minus 8,5 Punkten notierte.

Eine Belebung des privaten Konsums auf breiterer Basis könnte im kommenden Jahr zu einer moderaten konjunkturellen Erholung beitragen. Zugleich wirkt der Ausbau von Rechenzentren und KI-Infrastruktur bereits kurzfristig als Nachfrageimpuls, insbesondere in den USA, während die Effekte in Europa bislang moderater ausfallen. Mittelfristig dürften Fortschritte bei der digitalen Transformation und der breitere Einsatz Künstlicher Intelligenz das Produktivitätswachstum unterstützen. Der Konjunkturausblick bleibt jedoch weiterhin mit bedeutenden Abwärtsrisiken behaftet. Die Telekommunikationsbranche hat sich bislang als vergleichsweise widerstandsfähig gegenüber Konjunkturschwankungen erwiesen.

Weitere Informationen zu den Konjunkturerwartungen finden Sie im Kapitel „Prognose“.

Weitere Informationen zu den Risiken und Chancen aus dem makroökonomischen Umfeld finden Sie im Kapitel „Risiko- und Chancen-Management“.

Die nachfolgende Tabelle zeigt die Entwicklung der BIP-Wachstumsraten und die Veränderung der harmonisierten Verbraucherpreise in unseren wichtigsten Märkten.

Entwicklung der BIP-Wachstumsraten und die Veränderung der harmonisierten Verbraucherpreise in unseren wichtigsten Märkten

in %

 

 

 

 

 

 

 

BIP 2023
gegenüber 2022

BIP 2024
gegenüber 2023

Schätzung
BIP 2025
gegenüber 2024

Verbraucher­preise 2023
gegenüber 2022

Verbraucher­preise 2024
gegenüber 2023

Schätzung
Verbraucher­preise 2025
gegenüber 2024

Deutschland

(0,9)

(0,5)

0,2

6,0

2,5

2,2

USA

2,9

2,8

2,1

4,1

2,9

2,8

Griechenland

2,1

2,1

2,1

4,2

3,0

2,8

Ungarn

(0,8)

0,6

0,4

17,0

3,7

4,5

Polen

0,2

3,0

3,3

10,9

3,7

3,4

Tschechische Republik

0,0

1,2

2,4

12,0

2,7

2,3

Kroatien

3,8

3,8

3,2

8,4

4,0

4,3

Slowakei

2,1

1,9

0,8

11,0

3,2

4,2

Österreich

(0,8)

(0,7)

0,3

7,7

2,9

3,5

Quellen: Internationaler Währungsfonds, Europäische Kommission, nationale Behörden; Stand: Januar 2026.

AI – Artificial Intelligence
Künstliche Intelligenz (KI) bezeichnet die Fähigkeit einer Maschine oder einer Software, menschliche Fähigkeiten wie logisches Denken, Lernen und Planen zu imitieren. Generative Künstliche Intelligenz (auch GenAI) – als Teilgebiet der Künstlichen Intelligenz – wird verwendet, um neue Inhalte wie Text, Bilder, Musik oder Videos zu erstellen.
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