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Wirtschaftliches Umfeld

Im Folgenden werden Ergänzungen und neue Entwicklungen zu der im zusammengefassten Lagebericht im Geschäftsbericht 2021 dargestellten Situation des wirtschaftlichen Umfelds ausgeführt. Hierbei wird auf die gesamtwirtschaftliche Entwicklung in den ersten drei Monaten 2022, die zurzeit wesentlichen gesamtwirtschaftlichen Risiken sowie auf das regulatorische Umfeld eingegangen. Ein gesamtwirtschaftlicher Ausblick ist momentan nur bedingt möglich, da mit dem Krieg in der Ukraine die wirtschaftliche Unsicherheit und die Abwärtsrisiken erheblich gestiegen sind.

Gesamtwirtschaftliche Entwicklung

Der Krieg in der Ukraine hat den Ausblick auf die weltwirtschaftliche Entwicklung deutlich verschlechtert. Als Reaktion auf den Angriff sind umfassende Sanktionen gegen Russland verhängt worden, die das Land weitgehend von den internationalen Finanzmärkten ausschließen und den Warenhandel deutlich einschränken. Darüber hinaus ist die Entwicklung der Weltwirtschaft nach wie vor von der Coronavirus-Pandemie geprägt. Aufgrund der Verbreitung der Omikron-Variante in China sind in Shanghai und anderen chinesischen Großstädten weiträumige Ausgangssperren verhängt worden.

Vor dem Hintergrund der aktuellen Entwicklung hat der Internationale Währungsfonds (IWF) im April 2022 seine Prognosen nach unten revidiert und rechnet nunmehr mit einem Wachstum der weltweiten Wirtschaftsleistung von 3,6 % für die Jahre 2022 und 2023.

Für die deutsche Wirtschaft rechnet der IWF mit einem Wachstum des Bruttoinlandsprodukts um 2,1 % und einer Inflationsrate von 5,5 % im laufenden Jahr. Unter dem Eindruck des Kriegs in der Ukraine und seiner wirtschaftlichen Folgen hat sich das Geschäftsklima in der Gesamtwirtschaft und auch in der Digitalbranche eingetrübt. Im März 2022 gab der Bitkom-ifo-Index für die aktuelle Geschäftslage nach, auch die Geschäftserwartungen für die kommenden sechs Monate gingen deutlich zurück.

Die Volkswirtschaften unserer Kernmärkte in Nordamerika und Europa werden in diesem Jahr wachsen, wenn auch in geringerem Maße als vor Beginn des Ukraine-Kriegs prognostiziert. Der IWF rechnet im laufenden Jahr mit einem Wachstum der Wirtschaftsleistung um 3,7 % in den USA und um 2,8 % in der Eurozone. In den USA verschärft der Ukraine-Krieg v. a. das Inflationsproblem – der IWF rechnet mit einer Inflationsrate von 7,7 % im laufenden Jahr. Angesichts der heiß gelaufenen Konjunktur hat die US-Notenbank im März 2022 damit begonnen, gegenzusteuern und den Leitzins um 25 Basispunkte erhöht.

Gesamtwirtschaftliche Risiken

Die Unsicherheit über die weltwirtschaftliche Entwicklung hat sich im ersten Quartal 2022 deutlich erhöht. Die Hauptrisiken resultieren aus einem möglichen Liefer- oder Importstopp für russische Energieträger, den Auswirkungen der Lockdown-Maßnahmen in China auf die globalen Lieferketten und einer erneuten Intensivierung des weltweiten Pandemiegeschehens. In den USA dürfte die US-Notenbank (Fed) im Laufe des Jahres ihren Leitzins sukzessive weiter erhöhen, was die gesamtwirtschaftliche Nachfrage bremsen könnte. Die Europäische Zentralbank (EZB) hat im März 2022 beschlossen, ihre Anleihenkäufe im dritten Quartal 2022 einzustellen, falls sich die Inflationsaussichten nicht wieder verringern. Eine mögliche Anhebung der Leitzinsen zieht die EZB nach eigenen Angaben erst nach dem Ende der Anleihenkäufe in Betracht.

Regulierung

Europäische Roaming-Regulierung. Am 13. April 2022 hat die Europäische Kommission die neue Roaming-Verordnung veröffentlicht, wodurch die bisherige Roaming-Regulierung bis zum Jahr 2032 verlängert und erweitert wird. Damit gelten die seit 2017 bestehenden Vorgaben zu „Roam like at Home“, wonach Endkunden innerhalb der Europäischen Union zu nationalen Bedingungen telefonieren und Datenvolumen nutzen können, für 10 Jahre weiter. Zusätzlich wurden neue Transparenzvorschriften eingeführt und festgelegt, dass die Qualität von Roaming-Leistungen gegenüber dem Leistungsumfang im Heimatland nicht reduziert werden soll. Für entsprechende Vorleistungen zwischen den Netzbetreibern werden neue, niedrigere Preisobergrenzen bis 2031 festgelegt, die 2024/2025 erneut überprüft werden sollen. Zuvor diskutierte Verschärfungen bei der Regulierung von Telefongesprächen und SMS zwischen Mitgliedsländern der Europäischen Union sind in die finale Verordnung nicht aufgenommen worden. Die Verordnung tritt zum 1. Juli 2022 in Kraft.

Entgeltgenehmigung für kupferbasierte Vorleistungen in Deutschland für 10 Jahre. Am 13. April 2022 hat die Bundesnetzagentur (BNetzA) einen Konsultationsentwurf veröffentlicht, wonach die Entgelte für die Teilnehmeranschlussleitung (TAL) für den Zeitraum Juli 2022 bis Juni 2032, also erstmalig für 10 Jahre, festgelegt werden. Demnach sollen ab dem 1. Juli 2022 10,65 €/Monat bzw. 6,92 €/Monat für die wichtigsten Entgelte (Überlassung der Kupferleitung für die längere Strecke zwischen Endkunde und Hauptverteiler im Gebäude der Telekom bzw. für die kürzere Strecke zwischen Endkunde und Kabelverzweiger auf der Straße) gelten und diese zum 1. Juli 2027 um 4 % auf 11,08 €/Monat und 7,20 €/Monat steigen. Der vorliegende Beschlussentwurf wird bis Juni 2022 national und EU-weit konsultiert. Mit der finalen Entscheidung rechnen wir Ende Juni 2022.

Frequenzvergabe

In den USA endete am 4. Januar 2022 die Assignment-Phase für die Auktion 110, bei der die Federal Communications Commission (FCC) insgesamt 100 MHz Frequenzen im Bereich 3.450 bis 3.550 MHz vergeben hat. T‑Mobile US konnte sich insgesamt 199 Lizenzen für 2,9 Mrd. US‑$ (2,6 Mrd. €) sichern. Im ersten Quartal 2022 hat OTE in Griechenland erfolgreich an der Allokation von Spektrum im 430 MHz-Band teilgenommen. Das Unternehmen sicherte sich 2x 2 MHz für 15 Jahre Laufzeit und eine Verlängerungsoption um 5 Jahre zum Startgebot von rund 1,2 Mio. €. Aufgrund von Verzögerungen wird die Kaufpreiszahlung erst im zweiten Quartal 2022 erwartet.

In Kroatien bereitet die Regulierungsbehörde eine Multiband-Auktion vor, deren Durchführung für das vierte Quartal 2022 erwartet wird. Nach der im März 2022 abgeschlossenen Konsultation wird eine SMRA-Auktion erwartet. Die Bewerbungsphase wird voraussichtlich im dritten Quartal 2022 starten. Nach wie vor gibt es keine Neuigkeiten zu dem in Polen verschobenen Starttermin für die 3.400 bis 3.800 MHz-Vergabe. Das Verfahren wird durch offene Gesetzgebungsverfahren aufgehalten. Es besteht die Erwartung, dass weiter vier 80 MHz-Lizenzen per SMRA und mit einem Cap von 80 MHz zu vergeben sind. Weitere Auktionsdetails sind noch offen. Rumänien plant die Vergabe des 5G-Spektrums in den Bändern 700 MHz und 1.500 MHz, die voraussichtlich im zweiten Halbjahr 2022 erfolgen soll. Die slowakische Regulierungsbehörde bereitet die Allokation des 3.400 bis 3.800 MHz-Bereichs vor, welcher jedoch erst 2024 für den breitbandigen Mobilfunk verfügbar wird. Eine Konsultation dazu wurde durchgeführt und die Verschiebung der Vergabe auf das zweite Quartal 2022 entschieden. Zwischenzeitlich wurde für die Vergabeprozedur die Ergänzung um den bisher ungenutzten 2.600 MHz-TDD-Bereich (50 MHz) in die Planungen aufgenommen. In den USA hat die FCC den Starttermin für die nächste Frequenzauktion 108 (Bereich 2,5 GHz) auf den 29. Juli 2022 gelegt. In Deutschland laufen die Nutzungsrechte für 800, 1.800 und 2.600 MHz Ende 2025 aus. Die Bundesnetzagentur sieht laut aktueller Konsultation noch erheblichen Klärungsbedarf zu verschiedenen Fragestellungen. Mit einer Vergabe ist daher nicht vor 2024 zu rechnen.

Die folgende Tabelle gibt eine Übersicht über die wesentlichen laufenden und geplanten Frequenzvergaben wie Auktionen sowie Lizenzverlängerungen. Daneben gibt es in verschiedenen Ländern Hinweise auf in Kürze erwartete Frequenzvergaben.

Wesentliche Frequenzvergaben

 

 

 

 

 

 

 

Erwarteter Vergabestart

Erwartetes Vergabeende

Frequenzbereiche (MHz)

Vergabeverfahren

Aktuelle Hinweise

Kroatien

Q4 2022

Q1 2023

800/900/1.800/2.100/2.600/
3.400–3.800/26.000

Auktion (SMRAa) erwartet.
Weitere Details noch offen.

Bisher unverkaufte Reste in 3.400–3.800 MHz und 26.000 MHz nur bei Interesse im Markt.

Polen

Q2 2022

Q3 2022

3.400–3.800

Auktion (SMRAa),
4 Blöcke à 80 MHz,
Cap bei 80 MHz

Neustart verzögert sich weiter durch politische Diskussionen um nationale Sicherheits-Richtlinien (Cyber Security Act).

Polen

Q3 2022

Q4 2022

700/2.100/26.000

Auktion, Details noch offen

Planungen für alle Bereiche noch unsicher wegen Diskussionen um Vergabemodelle, Stillstand bei 700 MHz-Grenz­koordinierungs­gesprächen mit Russland.

Rumänien

H2 2022

H2 2022

700/1.500

Auktion, Details noch offen

 

Slowakei

Q2 2022

H2 2022

3.400–3.800/2.600 (TDD)

Auktion (SMRAa),
Nutzungsbedingungen noch offen,
Cap bei 100 MHz

Zur Auktion stehen 39 abstrakte Blöcke mit 10 MHz und ein spezifischer Block mit 10 MHz für 3.410–3.420 MHz.

Tschechische Republik

Q3 2023

Q1 2024

900/1.800/2.100

Verlängerung erwartet

900/1.800 MHz-GSM-Lizenz und 2.100 MHz-UMTS-Lizenz von TMCZ enden 2024. Verlängerung für 2.100 MHz in Q2/Q3 2022 erwartet.

USA

29.07.2022

Q3 2022

2.496–2.690

Auktion, Details noch offen

 

a

Simultaneous Multi Round Auction (SMRA): simultane elektronische Mehrrundenauktion mit aufsteigenden, parallelen Geboten für alle beteiligten Frequenzbänder.

5G
Neuer Kommunikations-Standard (ab 2020 Einführung): bietet Datenraten im Gigabit Bereich, führt Festnetz und Mobilfunk zusammen, unterstützt das Internet der Dinge.
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Roaming
Bezeichnet die Nutzung eines Kommunikationsendgeräts oder auch nur die Nutzung der Teilnehmeridentität in einem anderen Netzwerk (Visited Network) als dem Heimat-Netzwerk (Home Network). Hierzu ist erforderlich, dass die Betreiber der beiden Netzwerke ein Roaming-Abkommen getroffen haben sowie die erforderlichen Signalisierungs- und Datenverbindungen zwischen ihren Netzen geschaltet haben. Roaming kommt z. B. zum Tragen bei der länderübergreifenden Nutzung von Mobiltelefonen und Smartphones.
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TAL – Teilnehmer-Anschlussleitung
Haben Wettbewerber ihr Netz nicht selbst bis zum Kunden ausgebaut, können sie bei der Telekom die Teilnehmer-Anschlussleitung mieten. Das Netz der Wettbewerber endet dabei in den örtlichen Vermittlungsstellen. Die TAL stellt die Verbindung zwischen ihrem Netz und dem Abschlusspunkt in der Wohnung der Kunden dar. Die TAL wird deshalb auch als „letzte Meile“ bezeichnet.
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