Logo

Themenfilter

Ergebnisse anzeigen

Ergebnisse

  • Keine Filter ausgewählt
  • Keine Ergebnisse

Konzernstruktur, -strategie und -steuerung

Hinsichtlich unserer Konzernstruktur, -strategie und -steuerung verweisen wir auf die Erläuterungen im zusammengefassten Lagebericht im Geschäftsbericht 2021. Aus Sicht des Konzerns führten die folgenden wichtigen Ereignisse im ersten Halbjahr 2022 zu Änderungen bzw. Ergänzungen.

Konzernstruktur

Veräußerung der T‑Mobile Netherlands. Die Deutsche Telekom und Tele2 haben am 6. September 2021 eine Vereinbarung mit WP/AP Telecom Holdings IV – einem Konsortium aus Private Equity Fonds, die von Apax Partners und Warburg Pincus beraten werden – zum Verkauf unserer Tochtergesellschaft T‑Mobile Netherlands unterzeichnet. Die Transaktion wurde am 31. März 2022 vollzogen, nachdem die notwendigen behördlichen Genehmigungen erteilt und weitere Vollzugsbedingungen erfüllt wurden. Der Verkaufspreis basiert auf einem Unternehmenswert von 5,1 Mrd. €. Der Barmittelzufluss – bezogen auf unseren Anteilsbesitz von 75 % – betrug 3,6 Mrd. €. Bei wirtschaftlicher Betrachtungsweise der Transaktion ergab sich ohne Berücksichtigung der teilweisen Verrechnung von konzerninternen Gesellschafterdarlehen sowie sonstiger konzerninterner Transaktionen ein Wertzufluss von 4,0 Mrd. €. Der aus dem Verkauf resultierende Entkonsolidierungsgewinn betrug 0,9 Mrd. €. Bis zum Vollzug der Transaktion war die Gesellschaft dem operativen Segment Group Development zugeordnet.

Erhöhung des Kapitalanteils an T‑Mobile US. Die Deutsche Telekom hat wie angekündigt einen Teil des Barmittelzuflusses aus dem Verkauf der T‑Mobile Netherlands für die weitere Erhöhung ihres Anteils an T‑Mobile US verwendet und am 12. April 2022 rund 21,2 Mio. Aktien der T‑Mobile US zu einem Kaufpreis von 2,4 Mrd. US‑$ (2,2 Mrd. €) von SoftBank erworben. Dazu hat die Deutsche Telekom einen weiteren Teil ihrer im Juni 2020 von SoftBank erhaltenen Aktienoptionen zum Kauf von Aktien der T‑Mobile US ausgeübt. Hieraus errechnet sich ein gewichteter Durchschnittspreis von rund 113 US‑$ je T‑Mobile US Aktie. Mit Abschluss der Transaktion hat die Deutsche Telekom ihren Anteil an T‑Mobile US um 1,7 Prozentpunkte auf 48,4 % erhöht.

Gemeinschaftsunternehmen GlasfaserPlus mit IFM. Die Deutsche Telekom hatte am 5. November 2021 den Einstieg von IFM Global Infrastructure Fund – der durch IFM Investors beraten wird – mit einer Beteiligung von 50 % an der Ausbaugesellschaft GlasfaserPlus bekannt gegeben. Der Verkauf eines 50 %-Anteils an GlasfaserPlus wurde am 28. Februar 2022 vollzogen, nachdem die EU-Kommission die Transaktion am 25. Januar 2022 genehmigt hat und die restlichen Vollzugsbedingungen erfüllt wurden. Der Verkaufspreis beläuft sich auf 0,9 Mrd. €, welcher zur Hälfte mit Abschluss der Transaktion gezahlt wurde und dessen verbleibender Anteil sukzessive bei Erreichung bestimmter Ausbaufortschritte entsteht. Das entstandene Gemeinschaftsunternehmen soll bis 2028 4 Mio. zusätzliche gigabitfähige FTTH-Anschlüsse im ländlichen Raum und in Fördergebieten ausbauen. Infolge des nach Rechnungslegungssicht aus der Transaktion resultierenden Verlusts der Beherrschung über die GlasfaserPlus-Gesellschaften wurden diese zum 28. Februar 2022 entkonsolidiert. Der hieraus entstandene Entkonsolidierungsgewinn betrug 1,7 Mrd. €. Bis zum Vollzug der Transaktion waren die Gesellschaften dem operativen Segment Deutschland zugeordnet. Die Anteile an dem Gemeinschaftsunternehmen werden unter Anwendung der Equity-Methode im operativen Segment Deutschland in den Konzernabschluss einbezogen.

Darüber hinaus werden die folgenden Sachverhalte die Segment- und Organisationsstruktur der Deutschen Telekom zukünftig verändern:

Vereinbarung mit DigitalBridge und Brookfield über GD Towers. Am 13. Juli 2022 hat die Deutsche Telekom mit DigitalBridge und Brookfield eine Vereinbarung über den Verkauf von 51,0 % der Anteile an den Gesellschaften des Funkturmgeschäfts in Deutschland und Österreich im operativen Segment Group Development (GD Towers) geschlossen. Der vorläufige Verkaufspreis basiert auf einem Unternehmenswert von 17,5 Mrd. €. Der geschätzte Barmittelzufluss aus der Transaktion wird voraussichtlich 10,9 Mrd. € betragen. Der bei der Deutschen Telekom verbleibende Anteil von 49,0 % ermöglicht es, an künftigen Wertsteigerungen der GD Towers zu partizipieren. Nach Vollzug der Transaktion wird die Deutsche Telekom die veräußerte passive Netzinfrastruktur in Deutschland und Österreich zurückmieten, was Telekom Deutschland und T‑Mobile Austria ermöglicht, ihre Netzführerschaft im Mobilfunk fortzusetzen. Ab dem dritten Quartal 2022 wird GD Towers im Konzernabschluss als aufgegebener Geschäftsbereich ausgewiesen.

Weitere Informationen zur Vereinbarung mit DigitalBridge und Brookfield über GD Towers finden Sie im Abschnitt „Veränderung des Konsolidierungskreises und sonstige Transaktionen“ im Konzern-Zwischenabschluss.

Aufnahme neuer Gesellschafter in den Infrastrukturfonds DIV II. Am 2. August 2022 hat die Digital Transformation Capital Partners neue Investoren in die Fondsgesellschaft Digital Infrastructure Vehicle II (DIV II) aufgenommen. Infolgedessen reduzierte sich der Anteil der Deutschen Telekom an der DIV II von 66,67 % auf 43,5 %, weshalb die Gesellschaft im dritten Quartal 2022 entkonsolidiert wird. Der im Konzern verbleibende Anteil wird künftig als assoziiertes Unternehmen nach der Equity-Methode in den Konzernabschluss einbezogen.

Weitere Informationen zur Aufnahme neuer Gesellschafter in die DIV II finden Sie im Abschnitt „Veränderung des Konsolidierungskreises und sonstige Transaktionen“ im Konzern-Zwischenabschluss.

Verlagerung des Security-Geschäfts. Um unsere Konzernstrategie im Feld „Führend bei Geschäftskunden-Produktivität“ konsequent umzusetzen, wurde zum 1. Juli 2022 das Security-Geschäft in Deutschland, Österreich und der Schweiz vom operativen Segment Systemgeschäft in das operative Segment Deutschland überführt. Zum dritten Quartal 2022 werden in den beiden betroffenen Segmenten die Vorjahreswerte der operativen Entwicklung, der Mitarbeiterentwicklung sowie der Auftragseingang rückwirkend angepasst.

Konzernsteuerung

Eine Überleitung des im Konzern-Zwischenabschluss ausgewiesenen Konzernumsatzes einschließlich dessen Aufgliederung nach Erlösarten auf den finanziellen Leistungsindikator Service-Umsatz kann der nachfolgenden Tabelle entnommen werden:

in Mrd. €

 

 

 

 

 

 

 

 

 

H1 2022

H1 2021

Veränderung in %

Q1 2022

Q2 2022

Q2 2021

Veränderung in %

Gesamtjahr 2021

Konzernumsatz

56,2

53,0

6,1

28,0

28,2

26,6

5,9

108,8

Umsatzerlöse aus dem Verkauf von Gütern und Handelswaren

(9,6)

(9,3)

(3,9)

(5,0)

(4,6)

(4,6)

(0,9)

(19,6)

Umsatzerlöse aus der Nutzungsüberlassung von Vermögenswerten

(1,4)

(2,3)

40,0

(0,7)

(0,7)

(1,1)

40,3

(4,1)

Umsatzerlöse aus der Erbringung von Dienstleistungen

45,2

41,4

9,1

22,3

22,9

20,9

9,5

85,1

+/- Überleitung auf den Service-Umsatz als finanzieller Leistungsindikator

 

 

 

 

 

 

 

 

Anpassung der Umsatzerlöse aus der Erbringung von Dienstleistungena

(0,5)

(1,1)

49,2

(0,3)

(0,3)

(0,5)

50,3

(2,2)

Anpassung der Umsatzerlöse aus dem Verkauf von Gütern und Handelswarenb

0,2

0,1

5,6

0,1

0,1

0,1

16,7

0,3

Anpassung der Umsatzerlöse aus der Nutzungsüberlassung von Vermögenswertenc

0,4

0,4

(12,6)

0,2

0,2

0,2

(10,6)

0,9

Service-Umsatz

45,2

40,9

10,4

22,3

22,9

20,7

10,8

84,1

a

Nicht Gegenstand der Service-Umsatz Definition sind v. a. Umsätze aus Mehrwertdiensten, aus Antrags- und Auftragsleistungen und sonstige einmalige bzw. variable Umsätze.

b

Betrifft Umsätze aus dem Verkauf von Hardware im Zusammenhang mit dem ICT-Geschäft.

c

Betrifft im Wesentlichen Umsätze aus dem Wholesale-Bereich (z. B. im Zusammenhang mit Teilnehmeranschlussleitungen (TAL) und Kollokationsflächen).

Zum 1. Januar 2022 haben wir unsere Definition des Service-Umsatzes erweitert. Im Wesentlichen werden seitdem auch bestimmte Kundengebühren im operativen Segment USA, v. a. vor dem Hintergrund der besseren Vergleichbarkeit mit dem nach US-GAAP ermittelten Service-Umsatz der T‑Mobile US, und weitere Erlöse untergeordneter Größenordnung, v. a. in den operativen Segmenten USA und Systemgeschäft, in unseren Service-Umsatz einbezogen. Hierdurch erhöht sich der Service-Umsatz in der Berichtsperiode um 0,7 Mrd. €. Die Vorjahresvergleichswerte wurden nicht rückwirkend angepasst.

Verbesserung des Rating-Ausblicks. Am 22. April 2022 hat die Rating-Agentur Standard & Poor’s den Rating-Ausblick für die Deutsche Telekom AG von „stabil“ auf „positiv“ angehoben und zudem das Langfrist-Rating mit „BBB“ bestätigt. Eine Verbesserung des Langfrist-Ratings hält Standard & Poor’s innerhalb der nächsten zwei Jahre für möglich.

Governance

Vorstand. Mit Beschluss vom 15. Dezember 2021 hat der Aufsichtsrat der Deutschen Telekom AG die Bestellung von Herrn Timotheus Höttges zum Vorstandsvorsitzenden zum 31. Dezember 2021 aufgehoben und Herrn Höttges für die Zeit vom 1. Januar 2022 bis zum 31. Dezember 2026 zum Vorstandsvorsitzenden wiederbestellt.

Aufsichtsrat. Bei der Hauptversammlung am 7. April 2022 haben die Aktionäre der Deutschen Telekom AG Herrn Dr. Frank Appel zum Mitglied des Aufsichtsrats der Deutschen Telekom AG gewählt. Im Anschluss daran hat der Aufsichtsrat Herrn Dr. Appel zum neuen Aufsichtsratsvorsitzenden, als Nachfolger des mit Ablauf der Hauptversammlung aus dem Aufsichtsrat ausscheidenden Herrn Prof. Dr. Ulrich Lehner, gewählt.

FTTH – Fiber to the Home
(engl.) – Glasfaser bis ins Haus. Als FTTH bezeichnet man in der Telekommunikation das Verlegen von Glasfaser-Kabeln bis in die Wohnung des Kunden.
Zum Glossar