Die Telekom verfügt über ein konzernweites Risiko- und Chancen-Management-System. Mit diesem System erfassen und bewerten wir systematisch Risiken und Chancen sowie neu entstehende Unsicherheiten („Emerging Risks“) für das Unternehmen. Es hilft uns, potenzielle Bedrohungen zu bewältigen, Chancen zu nutzen und die Resilienz gegenüber unvorhersehbaren Ereignissen zu erhöhen. Zudem unterstützt das System die strategische Entscheidungsfindung.
Ausführlichere Informationen zum Risiko- und Chancen-Management-System finden Sie in unserem Geschäftsbericht 2025.
Emerging Risks genauer betrachtet
Neuartige oder absehbare Risiken für die Zukunft, deren Gefährdungspotenzial noch nicht sicher bekannt ist und deren Auswirkungen schwer abzuschätzen sind, werden als Emerging Risks bezeichnet. Dazu zählen beispielsweise geopolitische Spannungen, neue Technologien oder makroökonomische Faktoren. Auch wenn sich diese Risiken vielleicht schon heute auf unser Geschäft auswirken, können ihre Effekte innerhalb von drei bis fünf Jahren zunehmen und uns künftig wesentlich stärker beeinträchtigen.
Wenn wir unser Unternehmen und unsere Kund*innen vor Emerging Risks schützen wollen, müssen wir sie im Rahmen unseres Risiko- und Chancen-Management-Systems frühzeitig erkennen, bewerten und Maßnahmen zur Risikominderung einleiten. Um negative Auswirkungen zu verringern, braucht es gegebenenfalls außerdem eine Anpassung unserer Strategie bzw. Geschäftsmodelle.
Unsere 5 Emerging Risks
Cyberangriffe
Neue Technologien, insbesondere KI
Geopolitische Instabilität
Klimawandel
Zunehmende regulatorische Komplexität
Cyberangriffe
Zu den möglichen Auswirkungen dieses Risikos gehören u. a.:
Systemausfälle und Betriebsunterbrechungen
Verlust von Kundendaten, was mit Vertrauensverlust, Reputationsschäden und juristischen Folgen einhergehen kann
Finanzielle Verluste, insbesondere durch Ransomware‑Angriffe und damit verbundene Lösegeldzahlungen
Steigende Kosten für Cybersicherheit, etwa für Präventions- und Schutzmaßnahmen, Reaktionsfähigkeit sowie qualifiziertes Fachpersonal
Unsere Maßnahmen zur Risikominderung umfassen u. a.:
Weiterentwicklung einer integrierten Cyber‑ und KI‑Risikogovernance sowie Stärkung von Prävention, Erkennung und Reaktion, einschließlich KI‑gestützter Sicherheitslösungen
Absicherung und regelmäßige Aktualisierung von IT‑Systemen, Identitäts‑ und Zugriffsmanagement sowie Reduzierung der Angriffsfläche
Förderung einer risikobewussten Sicherheitskultur, Zusammenarbeit entlang der Lieferkette und ergänzende Absicherung finanzieller Risiken, etwa durch Cyberversicherungen
Weitere Informationen zum Thema Cybersicherheit finden Sie hier im CR-Bericht.
Neue Technologien, insbesondere KI
Zu den möglichen Auswirkungen dieses Risikos gehören u. a.:
Zunehmende Cyberangriffe, verstärkt durch neue Technologien
Haftungs‑ und Compliance‑Risiken durch intransparente oder verzerrte KI‑Systeme
Zunehmende Kompetenzlücken durch neue Qualifikationsanforderungen
Unsere Maßnahmen zur Risikominderung umfassen u. a.:
Stärkung von Governance und Sicherheitsmaßnahmen für den Einsatz neuer Technologien, insbesondere von KI
Kontinuierliche Investitionen in Qualifizierung und Weiterentwicklung unserer Mitarbeitenden sowie Förderung einer risikobewussten Unternehmenskultur
Geopolitische Instabilität
Zu den möglichen Auswirkungen dieses Risikos gehören u. a.:
Zerstörung oder Beeinträchtigung von Netzinfrastruktur durch politische Aufstände, Sabotage oder geopolitisch motivierte Angriffe
Unterbrechungen bzw. Verzögerungen in der Lieferkette, etwa infolge von geopolitischen Konflikten, Handelsbeschränkungen oder protektionistischen Maßnahmen; dies betrifft u. a. die Verfügbarkeit kritischer Rohstoffe
Erhöhte Unsicherheit bei der strategischen und finanziellen Planung, verbunden mit steigenden Kosten und zunehmender Marktvolatilität
Unsere Maßnahmen zur Risikominderung umfassen u. a.:
Enge Beobachtung von politischen Entwicklungen und Anpassung unserer Shoring-Strategie
Einbeziehung geopolitischer Risiken in die unternehmensweite Risikobewertung und Entwicklung/Validierung entsprechender Notfallpläne
Entwicklung/Überprüfung von Szenarioplanungsaktivitäten
Klimawandel
Zu den möglichen Auswirkungen dieses Risikos gehören u. a.:
Beschädigung der Netzinfrastruktur
Höhere Kosten durch zunehmende regulatorische Anforderungen sowie notwendige Investitionen in physische Schutzmaßnahmen
Lieferverzögerungen und steigende Lieferkosten durch unterbrochene Lieferketten
Unsere Maßnahmen zur Risikominderung umfassen u. a.:
Weiterentwicklung des Geschäftsmodells zur Reduktion von CO2-Emissionen, insbesondere durch den Ausbau von Kreislaufwirtschaftsansätzen wie Recycling und Abfallvermeidung sowie durch eine möglichst ressourceneffiziente Produkt‑ und Netzgestaltung
Erstellung und regelmäßige Überprüfung von Notfall- und Vorsorgeplänen, einschließlich der Bewertung kritischer Systeme und Ressourcen
Umsetzung physischer Schutzmaßnahmen an eigenen Standorten sowie entlang ausgewählter Teile der Lieferkette im Hinblick auf extreme Wetterereignisse
Weitere Informationen zu unserem Ansatz für Umwelt- und Klimaschutz finden Sie unter Klimaschutz und Kreislaufwirtschaft hier im CR-Bericht und unter „Klimawandel“ und „Ressourcennutzung und Kreislaufwirtschaft“ in unserer geprüften Nachhaltigkeitserklärung.
Zunehmende regulatorische Komplexität
Zu den möglichen Auswirkungen dieses Risikos gehören u. a.:
Zusätzliche finanzielle Belastungen durch Bußgelder, Sanktionen sowie steigende Rechts‑ und Verfahrenskosten
Eingeschränkte strategische Handlungsspielräume und Wettbewerbsverzerrungen durch unterschiedliche regulatorische Vorgaben in einzelnen Märkten
Erhöhter operativer Aufwand und Anpassungsbedarf bei Prozessen und Geschäftsmodellen infolge neuer regulatorischer Anforderungen
Unsere Maßnahmen zur Risikominderung umfassen u. a.:
Frühzeitige Beobachtung regulatorischer Entwicklungen und kontinuierlicher Dialog mit den relevanten Regulierungsbehörden
Weiterentwicklung unseres Compliance‑Management‑Systems einschließlich klarer Zuständigkeiten, ausreichender Ressourcen und regelmäßiger Überprüfung
Einbindung regulatorischer Anforderungen in die unternehmensweite Risiko‑ und Kontinuitätsplanung, um Auswirkungen frühzeitig zu adressieren
Ein Blick nach vorn
Um die Resilienz der Deutschen Telekom zu stärken und die geschilderten Risiken zu minimieren, ergreifen wir gezielte Maßnahmen. Gleichzeitig nutzen wir das frühzeitige Verständnis dieser Themenfelder, um unsere ökologische, soziale und ökonomische Nachhaltigkeitsleistung weiterzuentwickeln und langfristig zu stärken.
Deep Dive für Expert*innen
Management & Rahmenwerke
Unser konzernweit eingesetztes Risiko- und Chancen-Management-System ist dezentral organisiert. Die Methoden für das System und für das dazugehörige Berichtswesen, v. a. den Konzern-Risikobericht, gibt der Bereich Group Risk Governance vor. Alle operativen Segmente sowie das Segment Group Headquarters & Group Services sind über ihr jeweiliges Risiko- und Chancen-Management an das zentrale Konzernsystem angebunden. In den Segmenten sind die jeweiligen Verantwortlichen dafür zuständig, die Risiken zu identifizieren, zu bewerten und fortlaufend zu überwachen. Chancen werden vom Management im jährlichen Planungsprozess berücksichtigt und im operativen Geschäftsverlauf kontinuierlich weiterentwickelt.