Investor*innen achten bei der Aktienauswahl nicht nur auf finanzielle Leistungskennzahlen, sondern auch auf ESG-Kriterien: Das heißt, sie berücksichtigen, wie ein Unternehmen in den Bereichen Umwelt (E), Soziales (S) und Governance (G) handelt. Um Transparenz für Finanzmarktakteure zu schaffen, lassen wir unsere Nachhaltigkeitsleistung durch externe Rating-Agenturen bewerten. Auch bei unseren eigenen Investitionen beziehen wir ESG-Kriterien ein. Beim Thema Steuern setzen wir gegenüber den Finanzbehörden auf Transparenz und Vertrauen.
Unser Ansatz
Als Aktiengesellschaft sind wir vom Kapitalmarkt und den Finanzmarkteilnehmenden abhängig. Wir wollen vorausschauend und transparent auf diese Zielgruppe eingehen. Dafür bilden wir unsere Leistung über Indikatoren im Bereich ESG ab, nehmen an Ratings und Rankings teil und beteiligen uns regelmäßig an Investorendialogen. Auch bei unseren eigenen Finanzierungsentscheidungen – etwa bei Kapitalanlagen oder bei Investments in Forschungs- und Entwicklungsinitiativen – berücksichtigen wir ökologische, soziale und Governance‑Aspekte.
Unsere Schwerpunkte bei nachhaltigen Finanzen:
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Klimaschutz
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Kreislaufwirtschaft
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Künstliche Intelligenz (KI) und ESG
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Soziale Aspekte (z. B. Gleichbehandlung, faire Entlohnung)
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Unternehmensführung
Die T‑Aktie in Nachhaltigkeitsratings
Seit mehr als zwei Jahrzehnten beteiligen wir uns mit unserer Aktie (T‑Aktie) erfolgreich an unterschiedlichen ESG-Ratings. Welche Ratings wir auswählen, hängt von deren Finanzmarktrelevanz, Unabhängigkeit, Analysequalität und der strategischen Relevanz der Ergebnisse ab. Erhält die Telekom von Rating-Agenturen eine gute ESG-Bewertung, wird die T‑Aktie in entsprechenden Nachhaltigkeitsindizes am Finanzmarkt gelistet.
2025 war die T‑Aktie erneut in wichtigen Nachhaltigkeitsindizes gelistet. Dazu zählten u. a. die „Climate-A-List“ sowie die Einstufung als „Supplier Engagement Leader“ bei CDP.
Listings der T‑Aktie in Nachhaltigkeitsindizes bzw. Prädikate
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Erfolge Index-Listing |
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Rating-Agentur |
Indizes/Prädikate/Ranking |
2025 |
2024 |
2023 |
2022 |
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CDP |
STOXX Global Climate Change Leaders |
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Supplier Engagement A-List |
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MSCI |
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EMU Climate Action Index |
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ISS-ESG |
„Prime“-Status (Sector Leader) |
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Bloomberg |
Gender Equality Indexc |
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ESG „Leading“ Status |
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Sustainalytics |
STOXX Global ESG Leadersa |
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STOXX® Europe ESG Leaders 50 Index |
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DAX ESG Target |
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FTSE Financial Times Stock Exchange |
FTSE4Good Index Seriesa |
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T‑Aktie in nachhaltigkeitsorientierten Anlagestrategien
Anlageprodukte im Bereich SRI (Socially Responsible Investments) bestehen aus Wertpapieren von Unternehmen, die erfolgreich nach ESG-Kriterien geprüft werden. Die Nachfrageentwicklung der T‑Aktie in dieser Anlagekategorie dient uns als Indikator, wie unsere Nachhaltigkeitsleistung von Investor*innen wahrgenommen wird.
Der KPI „Nachhaltiges Investment“ gibt den Anteil der T‑Aktien an, der von institutionellen Investoren mit SRI-Anlageabsicht gehalten wird. Zum Stichtag 31. Dezember 2025 lag dieser Anteil bei rund 29,3 % der T‑Aktien (Quelle: Nasdaq).
ESG KPI „Nachhaltiges Investment“
in %
ESG-Kriterien bei Kapitalanlagen
Wir wollen unsere Kapitalanlagen finanziell attraktiv und zugleich im Einklang mit ESG-Kriterien gestalten – sowohl für Mittel, die wir als Investorin anlegen, als auch für Anleihen, mit denen wir Fremdkapital für Investitionen aufnehmen. Dazu evaluieren die Konzernbereiche Corporate Responsibility und Treasury (Finanzmanagement) regelmäßig nachhaltige und attraktive Finanzierungsmodelle.
Seit 2019 richtet sich die Kapitalanlage der Deutschen Telekom (der sogenannte DT Trust) nach ökologischen und sozialen Standards. Der DT Trust orientiert sich dabei an den Kriterien des Staatlichen Pensionsfonds von Norwegen („Norges“). Damit schließen wir u. a. Firmen aus, die Menschenrechte verletzen, geächtete Waffen wie z. B. Nuklearwaffen produzieren oder deren Kerngeschäft als umweltschädlich angesehen wird.
Weitere Einblicke in konkrete Anwendungsbeispiele von KI bei der Telekom finden Sie auf unserer
WebsiteGemeinsam mit Nvidia starteten wir im Berichtsjahr mit dem Aufbau einer industriellen KI‑Cloud („KI-Fabrik“) in Deutschland und entwickelten dafür ein Partner‑Ökosystem mit Unternehmen und Forschungseinrichtungen. Mehr zur KI-Fabrik finden Sie unter Energie hier im CR-Bericht.
Ende 2025 kündigten wir eine mehrjährige Zusammenarbeit mit OpenAI an, um in Europa fortschrittliche KI-Anwendungen anbieten zu können. In enger Zusammenarbeit werden wir neue KI-gestützte Produkte entwerfen und die Kommunikationsmöglichkeiten für Kund*innen erweitern. Erste Pilotprojekte starteten im ersten Quartal 2026.
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Im Rahmen der Global Telco AI Alliance vereinbarten wir 2024 gemeinsam mit internationalen Partnern die Gründung eines Joint Ventures zur Entwicklung Telco‑spezifischer, mehrsprachiger Large Language Models (LLMs) für Anwendungen wie digitale Assistenz‑ und Kundenservice‑Lösungen.
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Der Klimawandel erhöht die Gefahr von Starkregenereignissen. Gemeinsam mit dem Software‑Spezialisten Spekter haben wir ein IoT‑basiertes Frühwarnsystem für Städte und Gemeinden entwickelt, das Niederschlags‑ und Pegeldaten erfasst und bei kritischen Entwicklungen frühzeitig Bevölkerung und Einsatzkräfte informieren soll.
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Zusammen mit Unternehmen aus den Bereichen Hightech, Hardware und Chemie haben wir einen Ansatz entwickelt, um Komponenten aus Altgeräten für die Produktion von neuen Geräten wiederzuverwenden. Ein erster Prototyp ist der NeoCircuit Router: Er verwendet zentrale Elektronikkomponenten aus alten Smartphones. Mehr Details zu dem Router finden Sie hier im CR-Bericht unter Kreislaufwirtschaft.
Weitere Informationen zu unseren Innovationen finden Sie im Geschäftsbericht 2025.
Steuern transparent managen
Die Konzernsteuerabteilung und die lokalen Steuerfunktionen stellen sicher, dass die Konzerngesellschaften innerhalb der jeweils geltenden in- und ausländischen steuergesetzlichen Rahmenbedingungen steuereffizient aufgestellt sind. Für eine nachhaltige Steuereffizienz ist aus Sicht der Konzernsteuerabteilung unerlässlich, transparent und vertrauensvoll mit den lokalen Finanzbehörden zusammenzuarbeiten, zum Beispiel im Rahmen von betriebswirtschaftlich ratsamen Unternehmensreorganisationen.
Darüber hinaus ist Ziel der von der Konzernsteuerabteilung entwickelten Steuerstrategie, möglichst umfassend zum Erfolg des operativen Geschäfts der Deutschen Telekom beizutragen, zum Beispiel indem sie neue Geschäftsmodelle oder innovative technische Entwicklungen eng begleitet. Insbesondere klärt sie etwaige steuerrechtliche Zweifelsfragen umgehend und zeigt praxistaugliche Lösungswege zur Erfüllung der jeweiligen steuerlichen Anforderungen auf.
Die Steuerstrategie (inkl. Steuer-Policy) – Tax Compliance, Sustainable Tax Efficiency, Tax as Valued Business Partner – wurde vom Vorstand der Deutschen Telekom beschlossen.
Ausführliche Informationen zur Arbeit der Konzernsteuerabteilung, zu ihren Grundsätzen und ihrem Ansatz zum verantwortungsvollen Umgang mit Steuern können Sie im weiterführenden Dokument „Steuerstrategie“ nachlesen.
Weiterführende Informationen in Bezug auf Steuern der Deutschen Telekom
Zusätzliche Informationen im Hinblick auf diese Steuern, beispielsweise zur länderbezogenen Berichterstattung und zur ergänzenden Erläuterung von Steuerquoten, finden Sie in den Dokumenten zum „Country-by-Country Reporting“ und zur „Cash Tax Rate Reconciliation“.
Darüber hinaus erstellt die Deutsche Telekom AG bereits seit einigen Jahren für wesentliche Landesgesellschaften im Bereich Telekommunikation die sogenannte Total Tax Contribution. Der methodische Ansatz und weitergehende Informationen sind im Dokument zur „Total Tax Contribution“ näher beschrieben. Diese Berichte sollen auch in den kommenden Jahren erstellt und veröffentlicht werden.
Ein Blick nach vorn
Auch künftig lassen wir die T‑Aktie in Nachhaltigkeitsratings und ‑rankings bewerten und berücksichtigen ESG-Kriterien bei unseren Investitionsentscheidungen. Den Dialog mit Investor*innen, Analyst*innen und relevanten Initiativen wollen wir weiter vertiefen, um Best Practices auszutauschen, Erwartungen frühzeitig aufzugreifen und zur Weiterentwicklung von Standards im Kapitalmarkt beizutragen.
Deep Dive für Expert*innen
Management & Rahmenwerke
Die Telekom orientiert sich an der EU-Offenlegungsverordnung SFDR (Sustainable Finance Disclosure Regulation). Primär gilt sie für Finanzunternehmen, die Nachhaltigkeitsfaktoren in ihre Entscheidungsprozesse für Investitionen einbauen sollen und entsprechende Daten über die Nachhaltigkeitsauswirkungen ihrer Investments sammeln müssen. Es sind allerdings auch Unternehmen außerhalb des Finanzsektors betroffen. Daher haben wir für unsere Investor*innen und Finanzdienstleister die wichtigsten möglichen nachteiligen Auswirkungen (Principal Adverse Impacts, PAI) auf Nachhaltigkeitsaspekte tabellarisch veranschaulicht. Angesichts der laufenden Überprüfung und möglichen Überarbeitung der SFDR auf EU-Ebene haben wir die regulatorischen Entwicklungen im Berichtsjahr eng verfolgt, um frühzeitig auf künftige Anforderungen vorbereitet zu sein.
Die Taxonomie-Verordnung der EU soll Investitionen in Unternehmen fördern, die verantwortungsvoll geführt sind und ökologisch nachhaltige Wirtschaftsaktivitäten ausüben. Ihr Ziel ist es, ein einheitliches Verständnis von nachhaltigen Aktivitäten und Investitionen zu schaffen. Derzeit umfasst die EU-Taxonomie keine Kriterien für die Wirtschaftsaktivität „Bereitstellung und Betrieb elektronischer Kommunikationsnetze und ‑dienste“, die den wesentlichen Teil unseres Geschäftsmodells ausmacht. Daher können wir unseren Beitrag zum Klimaschutz im Bereich des Netzausbaus und ‑betriebs für Festnetz und Mobilfunk bisher nicht im Rahmen der EU-Taxonomie aufzeigen. Folglich begrüßen wir die seit Januar 2026 geltende Erleichterung der Berichtspflichten für Unternehmen, deren Geschäftstätigkeiten nicht wesentlich von der EU-Taxonomie abgedeckt sind. Im Einklang mit den in der Omnibus-Verordnung festgelegten Wesentlichkeitsschwellen haben wir für das Jahr 2025 darauf verzichtet, unsere taxonomiefähigen Wirtschaftsaktivitäten, die in Summe lediglich 2,5 % unserer Umsätze und 1,6 % unserer Investitionen ausmachen, auf ihre Taxonomiekonformität zu überprüfen. Außerdem haben wir für das Jahr 2025 von der Offenlegung taxonomierelevanter Betriebsausgaben abgesehen, da diese für unser Geschäftsmodell nicht wesentlich sind. Wir beobachten aufmerksam eine mögliche Erweiterung der EU-Taxonomie um zusätzliche Wirtschaftsaktivitäten, um uns frühzeitig auf die Erfüllung neuer regulatorischer Vorgaben vorzubereiten. Ausführliche Angaben zur EU-Taxonomie finden Sie in unserer Nachhaltigkeitserklärung 2025.
Relevante Standards
Task Force on Climate-related Financial Disclosures (TCFD)
Die wichtigsten Kennzahlen zur Messung und zum Management klimabezogener Chancen und Risiken
Weitere Informationen zu Steuern
Nettowertschöpfung
Im Berichtsjahr verzeichneten wir eine Nettowertschöpfung von 62,2 Mrd. €. Der Rückgang im Vergleich zum Vorjahr (65,2 Mrd. €) resultiert im Wesentlichen aus den deutlich geringeren Rückzahlungen an Kapitalgeber. Gegenläufig erhöhten sich die Auszahlungen an Mitarbeitende. Der Anstieg ist hauptsächlich durch das operative Segment USA begründet, bedingt durch höhere durchschnittliche Mitarbeiterzahlen und höhere Restrukturierungsaufwendungen. Im operativen Segment Deutschland sowie dem Segment Group Headquarters & Group Services wirkten geringere Mitarbeiterzahlen reduzierend auf den Personalaufwand. Die Investitionen in immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen lagen insgesamt auf dem Niveau des Vorjahres. Bei immateriellen Vermögenswerten reduzierten sich die Investitionen aufgrund der hohen Investitionen in Spektrum-Lizenzen im Vorjahr. Die Investitionen in Sachanlagen erhöhten sich dagegen aufgrund der weiteren Netzwerkmodernisierung und des Netzwerkausbaus (Breitband-, Glasfaser- sowie Mobilfunk-Infrastruktur).
Nettowertschöpfung
Im Gegensatz zur Gewinn- und Verlustrechnung gehen in die Nettowertschöpfungsrechnung nur tatsächliche Zahlungsströme ein. Dies bedeutet, dass zum Beispiel latente Steueraufwendungen und die Bildung von Rückstellungen die Nettowertschöpfung des Berichtsjahres nicht beeinflussen. Diese Aufwendungen mindern zwar den Konzernüberschuss in der Gewinn- und Verlustrechnung, sind jedoch nicht, wie in der Nettowertschöpfung, mit einer Zahlung an eine Anspruchsgruppe verbunden. Die Auszahlungen hierfür erfolgen erst in der Zukunft und können somit auch erst in den Folgejahren in der Nettowertschöpfung berücksichtigt werden.