Investor*innen achten bei der Aktienauswahl nicht nur auf finanzielle Leistungskennzahlen, sondern auch auf die sogenannten ESG-Kriterien: Das heißt, sie berücksichtigen das Handeln eines Unternehmens in den Bereichen Umwelt (E), Soziales (S) und Governance (G). Um den Ansprüchen der Finanzmarktakteure gerecht zu werden, lassen wir unsere Nachhaltigkeitsleistung unabhängig bewerten. Auch bei unseren eigenen Investitionen beziehen wir ESG-Kriterien ein. Bei der Zusammenarbeit mit den Finanzbehörden – etwa beim Thema Steuern – setzen wir auf Transparenz und Vertrauen.
Unser Ansatz
Als Aktiengesellschaft sind wir abhängig vom Kapitalmarkt und den Finanzmarkteilnehmenden. Wir wollen vorausschauend und transparent auf diese Zielgruppe eingehen. Dafür bilden wir unsere Performance über Leistungsindikatoren in den Bereichen Umwelt, Soziales und Governance (ESG KPIs) ab, nehmen an Ratings und Rankings teil und beteiligen uns regelmäßig an Investorendialogen. Auch bei unseren eigenen Finanzierungsentscheidungen – Kapitalanlagen etwa oder auch Investments in Forschungs- und Entwicklungsinitiativen – nimmt das Thema Nachhaltigkeit eine wichtige Rolle ein.
Unsere Schwerpunkte bei nachhaltigen Finanzen
- Klimaschutz
- Übergang zur Kreislaufwirtschaft
- Cybersecurity
- Künstliche Intelligenz und ESG
- Soziale Aspekte (z. B. Gleichbehandlung, faire Entlohnung)
- Unternehmensführung
Die T‑Aktie in Nachhaltigkeitsratings und ‑indizes
Seit mehr als zwei Jahrzehnten beteiligen wir uns mit unserer Aktie (T‑Aktie) an unterschiedlichen ESG-Ratings. Wie wir sie auswählen, hängt von deren Finanzmarktrelevanz, Unabhängigkeit, Qualität der Analyse sowie von der strategischen Relevanz der Ergebnisse ab. Erhält die T‑Aktie eine gute ESG-Bewertung durch die Ratingagenturen, wird sie in entsprechenden Nachhaltigkeitsindizes am Finanzmarkt gelistet.
2024 war die T‑Aktie erneut in wichtigen Nachhaltigkeitsindizes gelistet, darunter in der Kategorie „Bestes europäisches Telekommunikationsunternehmen“ im Dow Jones World von S&P. Auch wurde sie wieder in der Climate-A-List von CDP geführt.
Hier eine Auswahl der Listings der T‑Aktie:
|
|
|
|
|
|
|
||||||
|
|
Erfolge Index-Listing |
||||||||||
---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
|
|
|
|
|
|
|
||||||
Rating-Agentur |
Indizes/Prädikate/Ranking |
2024 |
2023 |
2022 |
2021 |
2020 |
||||||
S&P CSA |
Dow Jones Best-in-Class World Index |
|||||||||||
Dow Jones Best-in-Class Europe Index |
||||||||||||
S&P ESG Index Series |
||||||||||||
CDP |
STOXX Global Climate Change Leaders |
|||||||||||
Supplier Engagement A-List |
||||||||||||
MSCI |
ESG Universal Indexes |
|||||||||||
ISS-ESG |
„Prime“-Status (Sector Leader) |
|||||||||||
Bloomberg |
Gender Equality Indexa |
|||||||||||
Sustainalytics |
STOXX Global ESG Leadersb |
|||||||||||
FTSE Financial Times Stock Exchange |
FTSE4Good |
|||||||||||
|
Aus Nachhaltigkeitsgründen: Investments in die T-Aktie
Anlageprodukte im Bereich SRI (Socially Responsible Investments) bestehen aus Wertpapieren von Unternehmen, die erfolgreich nach ESG-Kriterien geprüft werden. Die Nachfrageentwicklung der T‑Aktie in dieser Anlagekategorie dient uns als Indikator, um unsere Nachhaltigkeitsleistung zu beurteilen.
Der ESG KPI „Nachhaltiges Investment“ gibt den Anteil von Aktien der Deutschen Telekom an, der von Investor*innen mit SRI-Anlageabsicht gehalten wird. Zum Stichtag 31. Dezember 2024 lag er bei rund 30,4 % der T‑Aktien. (Quelle: Nasdaq)
ESG KPI „Nachhaltiges Investment“
in %
Wir haben die Methodik 2022 überarbeitet und betrachten nun nachhaltig gemanagte Aktien auf Fondsebene und nicht mehr auf institutioneller Ebene. Zur besseren Vergleichbarkeit mit anderen Unternehmen beziehen wir die Summe der genannten Aktien auf den Streubesitz der Deutschen Telekom. Die Zahlen in den Vorjahren wurden entsprechend angepasst.
Wir setzen auf nachhaltige Kapitalanlagen
Wir wollen unsere Kapitalanlagen finanziell attraktiv sowie im Einklang mit ESG-Kriterien gestalten – sowohl für Geld, das wir als Investorin anlegen, als auch für Anleihen, um Fremdkapital für Investitionen aufzunehmen. Dazu evaluieren die Konzernbereiche Corporate Responsibility und Treasury (Finanzmanagement) regelmäßig nachhaltige und attraktive Finanzierungsmodelle.
Seit 2019 richtet sich die Kapitalanlage der Deutschen Telekom (der sogenannte DT Trust) nach ökologischen und sozialen Standards. Der DT Trust orientiert sich dabei an den Kriterien des Staatlichen Pensionsfonds von Norwegen („Norges“). Damit schließen wir u. a. Firmen aus, die Menschenrechte verletzen, bestimmte Waffen produzieren oder deren Kerngeschäft als umweltschädlich angesehen wird.

Unser Einsatz für Forschung und Entwicklung
- Wie können Vereine, Verbände oder engagierte Bürger*innen besser in die Bewältigung von Krisen- und Katastrophenlagen einbezogen werden? An einer Lösung dafür arbeitet T‑Systems seit 2023 gemeinsam mit Partnerorganisationen aus dem Bevölkerungsschutz, der Wissenschaft und der Industrie im Projekt „KatHelfer PRO“. Bisher wurde z. B. ein Chatbot entwickelt, der angemeldete Helfer*innen für einen Einsatz einplanen kann.
- Immer mehr Menschen nutzen Streaming-Dienste, um Filme, Serien und Clips zu schauen. Das verbraucht viel Energie. Im Schulterschluss mit verschiedenen Akteuren forschen wir seit 2023 daran, diese zunehmende Mediennutzung u. a. energieeffizienter zu gestalten. Im Berichtsjahr haben wir einen gemeinsamen Leitfaden für Entscheidungsträger*innen, Entwicklerteams und Verbraucher*innen veröffentlicht, damit sie den Energiebedarf von Video-Streaming bewerten und nachhaltigere Kriterien fördern können.
- Zusammen mit Unternehmen aus den Bereichen Hightech, Hardware und Chemie haben wir einen Ansatz entwickelt, um Komponenten aus Altgeräten für die Produktion von neuen Geräten wiederzuverwenden. Ein erster Prototyp ist der NeoCircuit Router: Er verwendet zentrale Elektronikkomponenten aus alten Smartphones. Mehr als die Hälfte der eingesetzten Ressourcen besteht aus weiterverwendeten oder recycelten Quellen. Mehr Details zu dem Router finden Sie hier im CR-Bericht unter Kreislaufwirtschaft.
Weitere Informationen zu unseren Innovationen finden Sie im Geschäftsbericht 2024.
Steuern verantwortungsvoll und transparent managen
Die Konzernsteuerabteilung sorgt zudem dafür, dass die Unternehmensgruppe innerhalb der jeweils geltenden in- und ausländischen steuergesetzlichen Rahmenbedingungen steuereffizient aufgestellt ist. Für eine nachhaltige Steuereffizienz ist aus Sicht der Konzernsteuerabteilung unerlässlich, transparent und vertrauensvoll mit den lokalen Finanzbehörden zusammenzuarbeiten, zum Beispiel im Rahmen von betriebswirtschaftlich ratsamen Unternehmensreorganisationen.
Darüber hinaus hat die Konzernsteuerabteilung den Anspruch, möglichst umfassend zum Erfolg des operativen Geschäfts der Deutschen Telekom beizutragen, zum Beispiel indem sie neue Geschäftsmodelle oder innovative technische Entwicklungen eng begleitet. Insbesondere klärt sie etwaige steuerrechtliche Zweifelsfragen umgehend und zeigt praxistaugliche Lösungswege zur Erfüllung der jeweiligen steuerlichen Anforderungen auf.
Die Steuerstrategie (inkl. Steuer-Policy) – Tax Compliance, Sustainable Tax Efficiency, Tax as Valued Business Partner – wurde vom Vorstand der Deutschen Telekom beschlossen.
Ausführliche Informationen zur Arbeit der Konzernsteuerabteilung, zu ihren Grundsätzen und ihrem Ansatz zum verantwortungsvollen Umgang mit Steuern können Sie in dem weiterführenden Dokument Steuerstrategie nachlesen.
Weiterführende Informationen zu unserem Umgang mit Steuern
Zusätzliche Informationen im Hinblick auf unsere Steuern, beispielsweise zur länderbezogenen Berichterstattung und zur ergänzenden Erläuterung von Steuerquoten, finden Sie in den Dokumenten „Country-by-Country Reporting“ und zur „Cash Tax Rate Reconciliation“.
Wir beteiligen uns zudem an Initiativen, die einen ganzheitlichen Ansatz entwickeln sollen, um aussagekräftige Informationen in Bezug auf Steuern durch Unternehmen und Unternehmensgruppen zu ermitteln und zu veröffentlichen. In diesem Rahmen stellen wir bereits seit einigen Jahren für wesentliche Landesgesellschaften im Bereich Telekommunikation die sogenannte Total Tax Contribution fest. Dieser Ansatz und die entsprechenden Informationen für unseren Konzern sind im Dokument zur „Total Tax Contribution“ näher beschrieben. Wir beabsichtigen, die entsprechenden Informationen auch für die kommenden Jahre zu ermitteln und zu veröffentlichen sowie gegebenenfalls auf weitere Landesgesellschaften auszuweiten.Ein Blick nach vorn
Bereits seit über 20 Jahren lassen wir die T‑Aktie in Nachhaltigkeitsratings und ‑rankings bewerten und beziehen auch bei unseren eigenen Investitionen ESG-Kriterien ein. Um unsere Position als führendes digitales und nachhaltiges Telekommunikationsunternehmen zu festigen, setzen wir auch in Zukunft auf Performance und Transparenz gegenüber Finanzmarktakteuren.
Deep Dive für Expert*innen
Management & Rahmenwerke
- Die Telekom orientiert sich an der EU-Offenlegungsverordnung SFDR (Sustainable Finance Disclosure Regulation). Primär gilt sie für Finanzunternehmen, die Nachhaltigkeitsfaktoren in ihre Entscheidungsprozesse für Investitionen einbauen sollen und entsprechende Daten über die Nachhaltigkeitsauswirkungen ihrer Investments sammeln müssen. Es sind allerdings auch Unternehmen außerhalb des Finanzsektors betroffen, daher haben wir für unsere Investor*innen und Finanzdienstleister die wichtigsten möglichen nachteiligen Auswirkungen (Principle Adverse Impacts, PAI) auf Nachhaltigkeitsaspekte tabellarisch veranschaulicht.
- Die Taxonomie-Verordnung der EU soll Investitionen in Unternehmen fördern, die verantwortungsvoll geführt sind und nachhaltige Wirtschaftsaktivitäten umsetzen. Ihr Ziel ist es, ein einheitliches Verständnis von nachhaltigen Aktivitäten und Investitionen zu schaffen.
Derzeit umfasst sie noch keine Kriterien mit Bezug zu einer Wirtschaftsaktivität „Bereitstellung und Betrieb elektronischer Kommunikationsnetze und ‑dienste“ – dem wesentlichen Teil unseres Geschäftsmodells. Daher können wir unseren Beitrag zum Klimaschutz im Bereich des Netzausbaus und ‑betriebs für Festnetz und Mobilfunk nicht gemäß EU-Taxonomie aufzeigen. In verschiedenen Wirtschafts- und Branchenverbänden engagieren wir uns für die Aufnahme relevanter und angemessener Kriterien zur Abbildung unserer Kernaktivitäten in die EU-Taxonomie. 2024 haben wir deshalb mit einzelnen Verbänden ein gemeinsames Positionspapier entwickelt: Es unterstreicht den wichtigen Beitrag, den unsere Branche zur Erreichung der europäischen Digitalisierungs- und Klimaziele leistet. Ausführliche Angaben zur EU-Taxonomie finden Sie in unserer Nachhaltigkeitserklärung 2024.
Relevante Standards
- Task Force on Climate-related Financial Disclosures (TCFD)
- Die wichtigsten Kennzahlen zur Messung und zum Management klimabezogener Chancen und Risiken
Weitere Informationen zu Steuern
- Steuerstrategie
- Country-by-Country Reporting 2023
- Cash Tax Rate Reconciliation
- Total Tax Contribution
Nettowertschöpfung
- Im Berichtsjahr verzeichneten wir eine Nettowertschöpfung von 65,2 Mrd. €. Der Rückgang im Vergleich zum Vorjahr (68,3 Mrd. €) resultiert im Wesentlichen aus den deutlich geringeren Rückzahlungen an Kapitalgeber. Gegenläufig erhöhten sich die Investitionen in immaterielle Vermögenswerte (v. a. Spektrum-Lizenzen) und unsere Investitionen in den Netzausbau im Jahr 2024. Ebenfalls erhöhten sich die Auszahlungen für Mitarbeitende u. a. aufgrund der im Vorjahr erfassten Restrukturierungsaufwendungen im operativen Segment USA. Geringere Mitarbeiterzahlen in den operativen Segmenten Deutschland, USA und Europa sowie dem Segment Group Headquarters & Group Services wirkten reduzierend auf den Personalaufwand. Dem entgegen wirkten die vereinbarten Gehaltssteigerungen aus den Tarifabschlüssen der Jahre 2023 und 2024 im In- und Ausland.
Nettowertschöpfung
- Im Gegensatz zur Gewinn- und Verlustrechnung gehen in die Nettowertschöpfungsrechnung nur tatsächliche Zahlungsströme ein. Dies bedeutet, dass zum Beispiel latente Steueraufwendungen und die Bildung von Rückstellungen die Nettowertschöpfung des Berichtsjahres nicht beeinflussen. Diese Aufwendungen mindern zwar den Konzernüberschuss in der Gewinn- und Verlustrechnung, sind jedoch nicht, wie in der Nettowertschöpfung, mit einer Zahlung an eine Anspruchsgruppe verbunden. Die Auszahlungen hierfür erfolgen erst in der Zukunft und können somit auch erst in den Folgejahren in der Nettowertschöpfung berücksichtigt werden.