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Aspekt 1: Umweltbelange

Ein Handlungsfeld unserer CR-Strategie lautet „Klimafreundliche und ressourcenschonende Gesellschaft“. Damit verpflichten wir uns nicht nur, mögliche negative Auswirkungen unserer Geschäftstätigkeit auf das Klima zu minimieren, sondern auch die Chancen der Digitalisierung für eine nachhaltige Entwicklung zu nutzen. Richtig eingesetzt kann sie dazu beitragen, Energie zu sparen und damit den Klimawandel zu verlangsamen.

Weitere Informationen hierzu finden Sie im Abschnitt „Gesellschaftlich nützliche Anwendungen von ICT-Produkten“.

Um den wachsenden regulatorischen Anforderungen insbesondere der EU gerecht zu werden, haben wir 2020 eine interne bereichsübergreifende „Taskforce Green Deal“ ins Leben gerufen. Auf diese Weise stellen wir sicher, dass notwendige Maßnahmen und Prozesse zeitnah implementiert werden und die notwendige Transparenz geschaffen wird.

Unser ganzheitliches Umwelt-Management-System basiert auf dem internationalen Standard ISO 14001. Eine konzernweite Umweltrichtlinie fasst die wesentlichen unserer konzernweit gültigen Selbstverpflichtungen zusammen. Sie ist auf unserer Konzern-Website abrufbar.

Klimaschutz und Ressourcenschonung

Mit unseren Investitionen in den Netzausbau gehören wir zu den größten Investoren der Branche. Die steigende Nachfrage nach schnelleren, flächendeckend verfügbaren Datendiensten darf nicht zu einem Anstieg der CO2-Emissionen führen und so den Klimawandel beschleunigen. Deshalb sorgen wir dafür, dass durch Energieeffizienzsteigerungen – z. B. in unseren Rechenzentren des Netzbetriebs – unser Energieverbrauch in deutlich geringerem Maße wächst als die transportierten Datenmengen und nutzen erneuerbare Energien, um den Energieverbrauch von den CO2-Emissionen zu entkoppeln.

Seit rund zwei Jahrzehnten hat das Thema Klimaschutz bei der Telekom stetig an Bedeutung gewonnen. Unsere konzernweite Klimaschutzstrategie beinhaltet folgende Aspekte: „Emissionen aus der Wertschöpfungskette“, „Erneuerbare Energien“, „Energieeffizienz“ und „Enablement: positive Klimaschutzeffekte bei unseren Kunden“. 2019 hat der Konzernvorstand neue ehrgeizige Klimaziele beschlossen:

  1. Wir wollen bis Ende 2021 konzernweit Strom zu 100 % aus erneuerbaren Energien einsetzen (Scope 2).
  2. Bis 2030 wollen wir unsere CO2-Emissionen um 90 % (gegenüber 2017) reduzieren (Scope 1 + 2). Neben der Umstellung auf Strom aus erneuerbaren Energien wollen wir dies v. a. durch Energieeffizienzmaßnahmen erreichen.
  3. Über 80 % unseres CO2-Fußabdrucks entsteht bei der Herstellung und der Nutzung unserer Produkte. Diese Emissionen wollen wir bis 2030 pro Kunde um 25 % (gegenüber 2017) senken (Scope 3, Kategorien: erworbene Produkte und Dienstleistungen, Kapitalgüter, Nutzung verkaufter und vermieteter Produkte). Wir stehen im engen Dialog mit Lieferanten, um die Emissionen in der Produktion zu verringern und Produkte herstellen zu lassen, die in der Nutzungsphase weniger Energie verbrauchen.

Seit 2019 sind wir Teil der internationalen Brancheninitiative GSMA. Damit haben wir uns verpflichtet, bis spätestens 2050 unsere CO2-Emissionen auf „Netto Null“ zu senken und so unseren Geschäftsbetrieb vollständig klimaneutral zu stellen (Scope 1, 2). Das Versprechen im Rahmen der GSMA-Industrieinitiative wurde mittlerweile um Scope 3-Emissionen erweitert. Damit sollen durch die Industrie bis spätestens 2050 keine direkten und indirekten Emissionen mehr verursacht werden. Dieses Ziel ist uns allerdings nicht ambitioniert genug. Deshalb werden wir 2021 prüfen, wie wir die Klimaneutralität schneller erreichen können.

Unsere neuen Klimaziele haben wir entlang aktueller wissenschaftlicher und politischer Rahmenbedingungen entwickelt. Die Science Based Targets Initiative (SBTi) hat uns bestätigt, dass unsere Klimaschutzziele zur Einhaltung des Pariser Klimaschutzabkommens beitragen. Auch die Ziele unserer Landesgesellschaften in den USA und Ungarn wurden durch die SBTi positiv geprüft. Um diese Ziele zu erreichen, hat T‑Mobile US langfristige Verträge mit Wind- und Solarparkbetreibern geschlossen. Das gibt den Betreibern der Parks Investitionssicherheit. So sind in den USA fünf Windparks und drei Solarparks entweder bereits am Netz oder werden im Laufe des Jahres 2021 folgen. Auch in Deutschland geht im Jahr 2021 ein Windpark im Rahmen einer langfristigen Stromkaufvereinbarung ans Netz.

Unser 2013 beschlossenes Klimaziel, den Ausstoß von CO2-Emissionen unseres Konzerns bis zum Jahr 2020 (gegenüber 2008, ohne T‑Mobile US) um 20 % zu reduzieren, haben wir erreicht. 40 Geschäftseinheiten in 29 Ländern haben in unterschiedlichem Maße und Umfang zur Zielerreichung beigetragen. Die Zielerreichung wurde durch unterschiedliche Maßnahmen wie z. B. den direkten Einkauf von Grünstrom, Energieeffizienzmaßnahmen und den Erwerb von Herkunftsnachweisen erfüllt.

Wir berechnen unsere CO2-Emissionen konzernweit entsprechend der marktbasierten Methode des Greenhouse Gas (GHG)-Protocol. Der Standard unterscheidet drei Kategorien von CO2-Emissionen (Scope 1, 2 und 3). Diese berichten wir jedes Jahr im Rahmen des CDP sowie in unserem CR- und Geschäftsbericht. Der erfolgreiche Zusammenschluss von T‑Mobile US und Sprint zur größeren T‑Mobile US im Jahr 2020 zeigt auch deutliche Auswirkungen auf die ökologischen Daten und führt sowohl zu einem steigenden absoluten Energieverbrauch als auch zu einem Anstieg der daraus resultierenden Emissionen.

Ausführliche Informationen zur Datenentwicklung gegenüber dem Vorjahr werden in unserem CR-Bericht 2020 veröffentlicht.

Die folgende Grafik visualisiert die Emissionen der unterschiedlichen Scopes aus unserer Geschäftstätigkeit, dargestellt in CO2-Äquivalenten (CO2e).

CO2e-Emissionen (Scope 1-3)

Konzern Deutsche Telekom 2020 in % und kt CO2e

CO2e-Emissionen (Scope 1–3) (Grafik)

Ein Indikator für die Effizienzsteigerung unserer Rechenzentren ist der sog. „PUE-Wert“, den wir nach der Methode der Green Grid Association ermitteln. Diese verlangt, dass sämtliche Energieverbräuche der Rechenzentren, und nicht nur die zum Betrieb der Server, in die Wertermittlung einfließen. Der globale PUE-Wert unserer T‑Systems Rechenzentren lag 2020 bei 1,61. Unsere hochverfügbaren, modernen Rechenzentren von T‑Systems in Deutschland sind für einen PUE von 1,3 ausgelegt. Zwischen 2008 und 2020 konnten wir den durchschnittlichen PUE-Wert aller deutschen Rechenzentren von 1,85 auf 1,50 senken.

Die Wirksamkeit unserer Klimaschutzmaßnahmen messen wir mit verschiedenen Kennzahlen. Die KPI-Werte „Energy Intensity“ und „Carbon Intensity“ für die Deutsche Telekom (Festnetz- und Mobilfunk-Gesellschaften) sind in den nachfolgenden Grafiken dargestellt. Die beiden KPIs setzen unseren Energieverbrauch bzw. unsere CO2-Emissionen ins Verhältnis zum transportierten Datenvolumen und beschreiben damit die konkrete Entwicklung der Energie- und Emissionseffizienz unseres Netzes. Das Ergebnis liegt bei 119 für den KPI „Energy Intensity“ sowie bei 23 für den KPI „Carbon Intensity“. Für den Konzern in Deutschland liegen die Werte bei 60 (KPI „Energy Intensity“) sowie bei 3 (KPI „Carbon Intensity“).

ESG KPI „Energy Intensity“

Konzern Deutsche Telekom 2020

ESG KPI „Energy Intensity“ (Grafik)

ESG KPI „Carbon Intensity“

Konzern Deutsche Telekom 2020

ESG KPI „Carbon Intensity“ (Grafik)

Weitere wichtige Messgrößen sind für uns der KPI „Erneuerbare Energien“ und der ESG KPI „Enablement Factor“. Der KPI „Erneuerbare Energien“ weist den Anteil erneuerbarer Energien am Gesamtstromverbrauch aus; er lag 2020 konzernweit bei 58 %, in Deutschland bei 100 %. Bei der Berechnung werden Direktbezug, Guarantees of Origin, RECS-Zertifikate, Eigenerzeugung sowie der Anteil erneuerbarer Energien am Landesmix mit einbezogen. Mit dem ESG KPI „Enablement Factor“ berechnen wir die positiven CO2-Effekte, die auf Kundenseite durch die Nutzung ausgewählter Produkte entstehen.

Weitere Informationen hierzu finden Sie im Abschnitt „Gesellschaftlich nützliche Anwendungen von ICT-Produkten“.

Um den Klimawandel wirksam einzudämmen, braucht es die Zusammenarbeit vieler relevanter Akteure. Deshalb engagieren wir uns in nationalen wie internationalen Zusammenschlüssen und Organisationen, z. B. der „Global e-Sustainability“-Initiative. Auch in unserer Lieferkette arbeiten wir systematisch an Verbesserungen im Klimaschutz. Seit 2016 wird im „Supplier Engagement“-Rating des CDP bewertet, wie gut es Unternehmen gelingt, das Thema Klimaschutz in ihre Lieferkette zu integrieren. 2020 haben wir in diesem Rating ein „A“ erreicht und damit die Aufnahme in das „Supplier Engagement Rating Leader Board“. Knapp 70 % unseres Einkaufsvolumens ist durch die Teilnahme unserer Lieferanten im „Supply Chain“-Programm 2020 des Rating-Unternehmens CDP abgedeckt.

Nicht zuletzt spielt bei einem ganzheitlichen Ansatz zur ökologischen Verantwortung auch der effiziente Umgang mit wertvollen Ressourcen eine wichtige Rolle. Unsere bisherige Initiative „Stop wasting – start caring!“ wurde 2020 in das vom Vorstand 2019 verabschiedete ganzheitliche Umweltprogramm „We care for our Planet“ integriert. Ob in unseren Telekom-Shops, bei unseren Produkten und Netzen oder beim Thema Mobilität: Wir setzen vielfältige Maßnahmen zur Ressourcenschonung um. Beispielsweise wurden Energiesparmaßnahmen und Optimierungen in unseren Gebäuden angestoßen, die zu unseren Stromeinsparungen von rund 137 GWh im Jahr 2020 beigetragen haben – dies entspricht dem Jahresverbrauch von über 34.000 Einfamilienhaushalten. Zudem erhalten seit Ende 2020 alle neuen Telekom-eigenen Produkte eine nachhaltige Verpackung. Dafür haben wir entsprechende Nachhaltigkeitskriterien entwickelt. Über 25 % der Verpackungen von neuen Produkten, die wir von unseren Lieferanten beziehen, entsprechen diesen Kriterien bereits ebenfalls. Zudem konnten wir 263 Tonnen CO2 durch den Betrieb von Schnell-Ladestationen unserer Telekom-Tochter Comfortcharge für Elektrofahrzeuge einsparen. Die Einsparung entspricht den CO2-Emissionen einer mit dem Pkw zurückgelegten Strecke von 815.000 Kilometern. Innerhalb des Konzerns verfolgen wir zudem das Ziel, den Anteil von Elektrofahrzeugen in unserer Flotte zu erhöhen. Der Anteil der Elektrofahrzeuge bei Neubestellungen liegt aktuell bei rund 10 %. Es wurden verschiedene Maßnahmen vereinbart, um den Anteil in den kommenden Jahren deutlich zu steigern. Darüber hinaus stand 2020 die internationale Vernetzung und Ausweitung des Programms „We care for our Planet“ im Fokus. Zudem wurden für jede Teilinitiative Kennzahlen (KPIs) entwickelt, die in unsere ESG KPIs einfließen. Die KPIs helfen uns, unsere Fortschritte zu messen und erhöhen zudem die Transparenz nach außen.

Weitere Informationen zu den Fortschritten unseres Umweltprogramms sowie zu unseren Kennzahlen finden Sie im CR-Bericht 2020.

Ressourcenschonung ist auch eines der Anliegen unserer Mitarbeiter-Initiative „Green Pioneers“. Hier haben sich inzwischen über 250 Beschäftigte von ca. 45 Standorten in Deutschland angeschlossen. Unsere „Green Pioneers“ fördern innerhalb der Belegschaft das Bewusstsein für Ressourceneffizienz am Arbeitsplatz und geben zudem Impulse ins Kerngeschäft – all das auf freiwilliger Basis und zusätzlich zu ihren eigentlichen Aufgaben. Unter anderem führten einige Green Pioneers im Jahr 2020 Schulungen zu Umweltthemen für Kolleginnen und Kollegen durch, an denen mehr als 700 Beschäftigte teilnahmen. Andere Green Pioneers organisierten im Berichtsjahr Aktionen zu nachhaltiger Mobilität wie „Mit dem Fahrrad zur Arbeit“ und „Radelnde Mittagspause“. Allein mit diesen beiden Rad-Aktionen konnten bis Ende September 2020 über 50.000 kg CO2 eingespart werden. Auch in unseren Landesgesellschaften, wie bei der T‑Mobile Polska in Polen und der OTE/Cosmote in Griechenland, gibt es ähnliche Grassroot-Ansätze unserer Mitarbeiter*innen. In den Landesgesellschaften wurden ebenfalls Maßnahmen zur Ressourcenschonung umgesetzt, z. B. Kampagnen zur Handyrücknahme und Vermeidung von Plastikabfällen.

CDP
Initiative von institutionellen Investoren, die den Dialog zwischen Investoren und Unternehmen in Fragen des Klimawandels fördern möchte. Die weltweit größten Unternehmen beteiligen sich an dem Projekt und geben Auskunft zu ihren Treibhausgas-Emissionen und Klimaschutzstrategien. Die Daten werden jährlich durch das CDP erhoben und veröffentlicht.
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PUE-Wert
Zur Ermittlung dieses Werts wird die gesamte im Rechenzentrum/Netzknoten verbrauchte elektrische Energie ins Verhältnis zur elektrischen Energieaufnahme der IT gesetzt.
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