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Europa

Kundenentwicklung

in Tsd.

 

 

 

 

 

 

 

 

31.12.2020

31.12.2019

Veränderung

Veränderung
in %

31.12.2018

Europa, gesamt

Mobilfunk-Kunden

45.619

46.165

(546)

(1,2)

50.542

Vertragskundena

26.918

26.245

673

2,6

26.665

Prepaid-Kundena

18.701

19.920

(1.219)

(6,1)

23.877

Festnetz-Anschlüsseb

9.084

9.105

(21)

(0,2)

9.039

davon: IP-basiertb

8.439

8.311

128

1,5

7.391

Breitband-Kunden

6.953

6.672

281

4,2

6.405

TV (IPTV, Sat, Kabel)

5.057

4.945

112

2,3

4.835

Teilnehmer-Anschlussleitung (TAL)/Wholesale PSTN

2.246

2.294

(48)

(2,1)

2.275

Breitband-Anschlüsse Wholesalec

684

533

151

28,3

411

Griechenland

Mobilfunk-Kunden

6.914

7.365

(451)

(6,1)

7.893

Festnetz-Anschlüsse

2.589

2.638

(49)

(1,9)

2.566

Breitband-Kunden

2.185

2.033

152

7,5

1.893

Rumänien

Mobilfunk-Kunden

4.683

4.916

(233)

(4,7)

5.360

Festnetz-Anschlüsse

1.444

1.560

(116)

(7,4)

1.741

Breitband-Kunden

912

1.014

(102)

(10,1)

1.101

Ungarn

Mobilfunk-Kunden

5.427

5.369

58

1,1

5.330

Festnetz-Anschlüsse

1.759

1.703

56

3,3

1.663

Breitband-Kunden

1.323

1.231

92

7,5

1.148

Polen

Mobilfunk-Kunden

11.198

10.954

244

2,2

10.787

Festnetz-Anschlüsse

31

18

13

72,2

18

Breitband-Kunden

39

18

21

n.a.

18

Tschechische Republik

Mobilfunk-Kunden

6.178

6.265

(87)

(1,4)

6.188

Festnetz-Anschlüsseb

606

533

73

13,7

394

Breitband-Kunden

368

320

48

15,0

251

Kroatien

Mobilfunk-Kunden

2.253

2.274

(21)

(0,9)

2.273

Festnetz-Anschlüsse

885

908

(23)

(2,5)

931

Breitband-Kunden

625

621

4

0,6

618

Slowakei

Mobilfunk-Kunden

2.441

2.428

13

0,5

2.369

Festnetz-Anschlüsse

865

860

5

0,6

853

Breitband-Kunden

607

576

31

5,4

543

Österreich

Mobilfunk-Kunden

5.074

5.019

55

1,1

7.194

Festnetz-Anschlüsse

569

549

20

3,6

538

Breitband-Kunden

635

612

23

3,8

594

Übriged

Mobilfunk-Kunden

1.451

1.576

(125)

(7,9)

3.149

Festnetz-Anschlüsse

335

335

0

0,0

333

Breitband-Kunden

259

249

10

4,0

238

a

M2M-Karten (Machine to Machine) wurden zum 1. Januar 2020 konzerneinheitlich neu klassifiziert und ausschließlich dem Prepaid-Kundensegment zugeordnet. Der Teil der M2M-Karten, der bis dahin im Vertragskundensegment ausgewiesen war, wurde entsprechend reklassifiziert. Die Vergleichswerte für 2019 wurden rückwirkend angepasst.

b

Die Vorjahresvergleichswerte für IP-basierte Festnetz-Anschlüsse in der Tschechischen Republik wurde im Rahmen der Vereinheitlichung der zugrunde liegenden Kundendefinition angepasst.

c

Die Vorjahresvergleichswerte für Breitband-Anschlüsse Wholesale in Kroatien und Griechenland wurden im Rahmen der Vereinheitlichung der zugrunde liegenden Kundendefinition angepasst.

d

„Übrige“ enthält die Landesgesellschaften Nordmazedonien, Montenegro und die Anschlüsse der GTS Central Europe Gruppe in Rumänien. Die Landesgesellschaft in Albanien haben wir zum 7. Mai 2019 veräußert.

Gesamt

Nachdem die Kundenentwicklung durch Corona-bedingte Shop-Schließungen im ersten Lockdown gehemmt war, hat sich im weiteren Jahresverlauf unser Krisenmanagement bezahlt gemacht. Die Konzentration auf die Ausweitung digitaler Vertriebskanäle, wie z. B. unsere Service-App und Servicecenter-Leistungen, hat nahezu zu einer Normalisierung der Kundenentwicklung geführt. Diese ist selbst während der zweiten Corona-Welle bei erneuten Lockdown-Maßnahmen zum Jahresende 2020 nicht mehr eingebrochen. Gerade das konvergente Produkt-Portfolio „MagentaOne“ erzielte durch die anhaltende Nachfrage einen zweistelligen Anstieg bei den FMC-Kunden um 19,5 %. Kontinuierlich bauen wir unsere Festnetz-Infrastruktur mit modernen Glasfaser-basierten Anschlüssen (FTTH, FTTB und FTTC) aus: v. a. in Griechenland, Ungarn und der Slowakei erfolgte der Ausbau im Berichtsjahr am stärksten. Insgesamt konnten wir die Zahl der Breitband-Kunden seit Jahresanfang um 4,2 % steigern.

Im Mobilfunk-Geschäft verzeichneten wir einen Zuwachs bei den werthaltigen Vertragskunden und konnten den Rückgang in der Prepaid-Kundenbasis nur teilweise auffangen. Bei 5G setzten wir bereits vor einem Jahr den ersten Meilenstein mit dem Marktstart in Österreich. Nach Ungarn und Polen sind im vierten Quartal 2020 auch unsere Landesgesellschaften in der Tschechischen Republik, der Slowakei, Kroatien und in Griechenland kommerziell mit 5G gestartet.

Mobilfunk

Im operativen Segment Europa zählten wir zum 31. Dezember 2020 insgesamt 45,6 Mio. Mobilfunk-Kunden; gegenüber dem Jahresendwert 2019 verzeichneten wir beim Kundenbestand einen leichten Rückgang von 1,2 %. Die Anzahl der werthaltigen Vertragskunden stieg um 2,6 %. Dabei zeigte der Vertragskundenbestand bei fast allen Landesgesellschaften eine positive oder stabile Entwicklung: Hohe Zuwächse erzielten wir insbesondere in Rumänien, Österreich, Polen und Ungarn. Insgesamt beträgt der Anteil der Vertragskunden am Gesamtkundenbestand 59,0 %. Zusätzlich zu unseren innovativen Diensten und Tarifen bieten nun alle Länder das neu gestaltete Produkt-Portfolio nach dem „Mehr-für-Mehr“-Prinzip an: Danach erhalten unsere Kunden für einen geringen monatlichen Mehrpreis hochwertige Zusatzleistungen wie z. B. mehr Datenvolumen, wodurch gleichzeitig die hohe Nachfrage nach Datenvolumen durch Video-Streaming und Gaming bedient wird. Darüber hinaus profitierten unsere Kunden im Rahmen unserer integrierten Netzstrategie von einer hohen Netzabdeckung mit einer schnellen, mobilen Breitband-Anbindung. So versorgten wir zum 31. Dezember 2020 in den Ländern unseres operativen Segments 97,6 % der Bevölkerung mit LTE und erreichten damit insgesamt rund 108 Mio. Einwohner.

Erwartungsgemäß entwickelte sich der Prepaid-Kundenbestand, insbesondere in Rumänien und Griechenland, rückläufig. Zum einen war dies durch die negativen Auswirkungen der Coronavirus-Pandemie bedingt. Zum anderen richten wir den Fokus unseres Marktangangs auf die Vertragstarife aus und bieten unseren Prepaid-Kunden hochwertige Vertragstarife an. Bereits mehr als ein Drittel der Zugänge im Vertragskundengeschäft entfällt auf ehemalige Prepaid-Kunden, die ein solches Angebot in Anspruch genommen haben. Zusätzlich werden in regelmäßigen Abständen inaktive SIM-Karten aus der Kundenbasis ausgebucht.

Festnetz

Das Breitband-Geschäft ist trotz Coronavirus-Pandemie weiter gewachsen: Gegenüber dem Vorjahresendwert erhöhte sich der Kundenbestand um 4,2 % auf insgesamt 7,0 Mio. Kunden. In fast all unseren Landesgesellschaften, insbesondere in Griechenland, Ungarn, der Tschechischen Republik und der Slowakei, erhöhten sich die Kundenbestände deutlich, außer in Rumänien. Mittels unserer steten Investitionen in zukunftsweisende Glasfaser-basierte Technologien bauen wir unsere Festnetz-Infrastruktur konsequent aus. Dadurch konnten wir die Abdeckung der Haushalte mit Glasfaser bei unseren vier größten Landesgesellschaften zum 31. Dezember 2020 auf 4,1 Mio. Haushalte erhöhen. Der Anteil der IP-basierten Anschlüsse an den gesamten Festnetz-Anschlüssen stieg bis Ende Dezember 2020 auf 92,9 %. Insgesamt bewegte sich die Anzahl der Festnetz-Anschlüsse in unserem operativen Segment Europa mit 9,1 Mio. auf Vorjahresniveau.

Das TV- und Entertainment-Geschäft zählte zum 31. Dezember 2020 insgesamt 5,1 Mio. Kunden und zeigte damit ein Wachstum von 2,3 % gegenüber dem Vorjahr. Der TV-Markt ist in vielen Ländern unseres Segments bereits gesättigt; hier sind es neben den Telekommunikationsunternehmen auch sog. „OTT-Player“, die TV-Dienste anbieten.

FMC – Fixed Mobile Convergence

Unser konvergentes Produkt-Portfolio „MagentaOne“ erfreut sich in all unseren Landesgesellschaften großer Beliebtheit. Im Privatkundenbereich erreichten wir bis zum Jahresende 2020 einen Bestand von 5,7 Mio. FMC-Kunden; das entspricht einem Anstieg von 19,5 % gegenüber dem Vorjahr. Insbesondere unsere Landesgesellschaften in Griechenland, Ungarn und Österreich trugen zu diesem zweistelligen Wachstum bei. Auch im Geschäftskundenbereich vertreiben wir das Produkt „MagentaOne Business“ mit deutlich steigenden Zuwachsraten.

Operative Entwicklung

in Mio. €

 

 

 

 

 

 

 

 

2020

2019

Veränderung

Veränderung
in %

2018

Gesamtumsatz

 

11.335

11.587

(252)

(2,2)

11.312

Griechenland

 

2.940

2.943

(3)

(0,1)

2.888

Rumänien

 

951

980

(29)

(3,0)

933

Ungarn

 

1.734

1.872

(138)

(7,4)

1.889

Polen

 

1.453

1.486

(33)

(2,2)

1.526

Tschechische Republik

 

1.072

1.088

(16)

(1,5)

1.047

Kroatien

 

917

960

(43)

(4,5)

966

Slowakei

 

773

785

(12)

(1,5)

761

Österreich

 

1.302

1.276

26

2,0

1.055

Übrigea

 

283

298

(15)

(5,0)

343

Betriebsergebnis (EBIT)

 

1.278

1.109

169

15,2

650

EBIT-Marge

%

11,3

9,6

 

 

5,7

Abschreibungen

 

(2.875)

(3.114)

239

7,7

(2.998)

EBITDA

 

4.153

4.223

(70)

(1,7)

3.648

EBITDA-wirksame Sondereinflüsse

 

(188)

(141)

(47)

(33,3)

(122)

EBITDA (bereinigt um Sondereinflüsse)

 

4.341

4.364

(23)

(0,5)

3.771

EBITDA ALb

 

3.722

3.769

(47)

(1,2)

3.581

EBITDA AL-wirksame Sondereinflüsseb

 

(188)

(141)

(47)

(33,3)

(122)

EBITDA AL (bereinigt um Sondereinflüsse)b

 

3.910

3.910

0

0,0

3.703

Griechenland

 

1.199

1.212

(13)

(1,1)

1.173

Rumänien

 

153

141

12

8,5

135

Ungarn

 

520

551

(31)

(5,6)

540

Polen

 

378

383

(5)

(1,3)

382

Tschechische Republik

 

430

448

(18)

(4,0)

432

Kroatien

 

337

360

(23)

(6,4)

374

Slowakei

 

335

327

8

2,4

320

Österreich

 

496

467

29

6,2

336

Übrigea

 

63

20

43

n.a.

11

EBITDA AL-Marge (bereinigt um Sondereinflüsse)b

%

34,5

33,7

 

 

32,7

Cash Capexc

 

(2.216)

(1.816)

(400)

(22,0)

n.a.

Die Beiträge der Landesgesellschaften entsprechen den jeweiligen Einzelabschlüssen der Gesellschaften ohne Berücksichtigung von Konsolidierungseffekten auf der Ebene des operativen Segments.

a

„Übrige“ enthält die Landesgesellschaften Nordmazedonien, Montenegro sowie die GTS Central Europe Gruppe in Rumänien und Europe Headquarters. Die Landesgesellschaft in Albanien haben wir zum 7. Mai 2019 veräußert.

b

Für die seit der Einführung des Rechnungslegungsstandards IFRS 16 im Jahr 2019 neu definierten Leistungsindikatoren wurden die Vergleichswerte für 2018 auf Pro-forma-Basis ermittelt.

c

Die Anwendung der rückwirkenden Änderungen im Zusammenhang mit der Neuaufstellung des Telekommunikationsgeschäfts für Geschäftskunden ist für den Cash Capex für das Geschäftsjahr 2018 nicht durchgeführt worden.

Gesamtumsatz

Unser operatives Segment Europa erzielte zum 31. Dezember 2020 einen Gesamtumsatz von 11,3 Mrd. €, gegenüber dem Vorjahr ein Minus von 2,2 %. Organisch betrachtet, d. h. unter der Annahme konstanter Währungskurse sowie um die Veräußerung der Telekom Albania neutralisiert, stabilisierte sich der Umsatz – trotz durch die Coronavirus-Pandemie verschlechterten wirtschaftlichen Rahmenbedingungen – auf Vorjahresniveau. Insgesamt lagen wir damit Corona-bedingt leicht unter unserer Erwartung.

Das Festnetz-Geschäft bewährte sich auf Gesamtjahresbasis als solide. So verzeichneten wir im Breitband-Geschäft organisch betrachtet höhere Umsätze auch infolge des kontinuierlichen Ausbaus unserer Netze. Vielerorts wurden wir als das Telekommunikationsunternehmen mit dem besten Netz ausgezeichnet (z. B. Connect Leserwahl 2020, Ookla Test in Griechenland oder Kroatien), was sich insbesondere in Zeiten von Lockdowns und der damit verbundenen Nachfrage nach Breitband-Anschlüssen bezahlt macht. Dank unserem Angebot an breitgefächerten Diensten verzeichnete auch das TV-Geschäft leichte Zuwachsraten. Das Systemgeschäft wuchs gegenüber dem Vorjahr insbesondere in Griechenland und Polen; auch das Wholesale-Geschäft zeigte positive Wachstumsraten, u. a. getrieben durch höhere Umsätze in Rumänien. Gegenüber dem Vorjahr weisen wir im Mobilfunk-Geschäft einen leichten organischen Umsatzrückgang aus. Hierbei waren es v. a. die Rückgänge bei den Roaming- und Visitoren-Umsätzen als Folge der teils immer noch bestehenden oder erneuten Reisebeschränkungen sowie bewusst weniger Aktivität im niedrigmargigen Endgerätegeschäft. Teilweise konnten wir diesen negativen Effekten durch gestiegene höhermargige Service-Umsätze (ohne Roaming und Visitoren) entgegenwirken.

Weitere Informationen zu unserer ausgezeichneten Netzqualität finden Sie im Kapitel „Wichtige Ereignisse im Geschäftsjahr 2020“.

Die beste organische Umsatzentwicklung aus Länderperspektive hatten im Geschäftsjahr 2020 unsere Landesgesellschaften in Österreich, Polen und der Tschechischen Republik. Dadurch konnten wir die sinkenden Umsätze insbesondere in Rumänien, Kroatien und der Slowakei ausgleichen. In Rumänien sind die Rückgänge im Wesentlichen durch die rückläufigen Mobilfunk- und Systemgeschäft-Umsätze verursacht; teils konnten diese durch höhere Umsätze im Wholesale-Geschäft ausgeglichen werden.

Der Privatkundenbereich zeigte einen Umsatzrückgang von 1,5 % gegenüber der Vorjahresperiode. Niedrigere Umsätze im mobilen Endgerätegeschäft sowie beim Roaming konnten nur teilweise durch Zugewinne bei den höhermargigen Service-Umsätzen (ohne Roaming) ausgeglichen werden. Im Festnetz-Bereich erzielten wir im Breitband-/TV-Geschäft dank unserer innovativen TV- und Entertainment-Angebote und dem kontinuierlichen Ausbau der Glasfaser-Technologie ein Plus bei der Umsatzentwicklung. Dadurch konnten wir die rückläufigen Umsätze bei der Sprachtelefonie ausgleichen. Zusätzlich wirkte sich auch eine höhere Anzahl an FMC-Kunden umsatzsteigernd aus.

Die europäischen Unternehmen waren im Jahr 2020 Corona-bedingt mit großen Herausforderungen konfrontiert. Das zeigte sich auch deutlich in unserem Geschäftskundenbereich. Im Vergleich zum Vorjahr verzeichneten wir insgesamt 2,6 % weniger Umsatz, sowohl im Mobilfunk- und Festnetz- als auch im ICT-Geschäft. Durch die Corona-bedingten Reisebeschränkungen haben unsere europäischen Beteiligungen den Großteil der geplanten Roaming-Umsätze nicht erwirtschaften können (v. a. in Tourismusländern wie z. B. Kroatien). Bis zum Jahresende 2020 konnten diese Verluste nicht durch Umsatz mit der europaweit gestiegenen Nachfrage nach mobilen Daten sowie Breitband-Anschlüssen gedeckt werden. Unser ICT-Geschäft konnte v. a. im ersten und dritten Quartal 2020 überdurchschnittlich viel Neugeschäft mit unseren Cloud-Lösungen verbuchen (z. B. in Griechenland). Jedoch mussten wir zum Jahresende 2020 aufgrund des zweiten Lockdowns erneut Aufschiebungen von Kundenaufträgen unserer Großkunden und aus der Öffentlichen Hand hinnehmen, was zu leicht rückläufigen Umsätzen im ICT-Geschäft geführt hat (v. a. in unserem wichtigsten ICT-Markt Ungarn).

Bereinigtes EBITDA AL, EBITDA AL

Unser operatives Segment Europa erzielte im Geschäftsjahr 2020 ein bereinigtes EBITDA AL von 3,9 Mrd. € und konnte trotz der Einflüsse der Coronavirus-Pandemie das Niveau des Vorjahres erreichen. Organisch betrachtet, d. h. unter der Annahme konstanter Währungskurse sowie um die Veräußerung der Telekom Albania neutralisiert, stieg das bereinigte EBITDA AL um 2,1 % und verzeichnete damit weiterhin einen positiven Ergebnisbeitrag. Dazu trugen im Wesentlichen Einsparungen bei den indirekten Kosten (insbesondere durch geringere Aufwendungen beim Personal, Marketing und Reisekosten) bei.

Aus Länderperspektive war der Anstieg des bereinigten organischen EBITDA AL im Wesentlichen auf die positive Entwicklung in unseren Landesgesellschaften in Österreich, Rumänien, Ungarn, der Slowakei und Polen zurückzuführen. Gegenteilig entwickelte sich v. a. unsere Landesgesellschaft in Kroatien: Geringere Umsätze im Mobilfunk-Geschäft, insbesondere bei Roaming und Visitoren, beim Endgerätegeschäft und auch bei der Sprachtelefonie im Festnetz-Geschäft konnten nur teilweise durch positive Umsatzeffekte aus dem System- sowie dem Breitband- und TV-Geschäft aufgefangen werden.

Unser EBITDA AL reduzierte sich gegenüber dem Vorjahr um 1,2 % auf 3,7 Mrd. €. Der Aufwand aus Sondereinflüssen lag um 47 Mio. € über Vorjahresniveau. Hierzu beigetragen haben im Wesentlichen höhere Aufwendungen für Personalrestrukturierungsmaßnahmen. Die vereinbarte Veräußerung des rumänischen Festnetz-Geschäfts führte zu einer unterjährig erfassten Wertaufholung von in der Vergangenheit wertgeminderten Sachanlagen. Diese wirkte sich in Höhe von 50 Mio. € positiv auf das EBITDA AL aus. Organisch betrachtet stieg das EBITDA AL leicht um 0,7 % an.

Operative Entwicklung in ausgewählten Ländern

Griechenland. In Griechenland lagen die Umsätze mit 2,9 Mrd. € auf dem Vorjahresniveau. Das Festnetz-Geschäft verzeichnete weiterhin ein Plus: Vor allem das Breitband-Geschäft stieg aufgrund des intensiven Glasfaser- und Vectoring-Ausbaus deutlich an. Wesentliche Wachstumsraten zeigte auch das Systemgeschäft, stark getrieben durch höhere Vertragsvolumen im öffentlichen Sektor. Auch das Wholesale-Geschäft stieg leicht an. Neben einer guten operativen Entwicklung war der Mobilfunk-Bereich stark beeinträchtigt durch Corona-bedingt geringere Roaming- und Visitoren-Umsätze aufgrund verminderter Reisetätigkeiten. Durch eine höhere Anzahl von verkauften mobilen Endgeräten konnten diese Rückgänge nur teilweise ausgeglichen werden. Das Geschäft mit dem konvergenten Produkt-Portfolio entwickelte sich positiv und erzielte ein Umsatzwachstum, insbesondere durch höhere Kundenzahlen.

Im Geschäftsjahr 2020 lag das bereinigte EBITDA AL in Griechenland bei 1,2 Mrd. € und sank gegenüber dem Vorjahr somit leicht um 1,1 %: die leicht geringere Nettomarge, großteils getrieben durch höhere direkte Kosten, konnte nur teilweise durch Einsparungen bei den indirekten Kosten, insbesondere bei den Personalaufwendungen, kompensiert werden.

Ungarn. Im Geschäftsjahr 2020 erzielten wir in Ungarn einen Umsatz von 1,7 Mrd. €. Das entspricht einem Rückgang von 7,4 % gegenüber dem Vorjahr. Verursacht war dies durch negative Wechselkurseffekte. Organisch betrachtet lagen die Umsätze auf Vorjahresniveau. Das Mobilfunk-Geschäft stieg an, getrieben durch höhere Service-Umsätze (ohne Roaming und Visitoren), u. a. aufgrund einer deutlich höheren Datennutzung. Somit konnten die geringeren Roaming- und Visitoren-Umsätze als Folge der negativen Auswirkungen durch die Coronavirus-Pandemie ausgeglichen werden. Auch höhere Umsätze aus dem Verkauf mobiler Endgeräte trugen zu diesem Anstieg bei. Im Festnetz-Bereich entwickelte sich das Systemgeschäft aufgrund eines niedrigeren Auftragsvolumens im öffentlichen Sektor rückläufig. Hingegen stiegen sowohl die Breitband-, als auch die TV-Umsätze deutlich an, getrieben insbesondere durch eine höhere Kundenbasis. Auch unser Konvergenzangebot „MagentaOne“ entwickelte sich weiterhin erfolgreich mit einer stark gestiegenen Kundenzahl und entsprechend gestiegenen Umsätzen.

Das bereinigte EBITDA AL lag mit 520 Mio. € um 5,6 % unter dem Vorjahresniveau. Organisch betrachtet verzeichnete das bereinigte EBITDA AL einen Anstieg gegenüber dem Vorjahresniveau um 2,0 %. Dieser Zuwachs ist insbesondere auf Einsparungen bei den indirekten Kosten, u. a. durch geringere Personal- und Marketing-Aufwendungen, zurückzuführen. Auch niedrigere direkte Kosten wirkten sich positiv auf das organische bereinigte EBITDA AL aus.

Polen. In Polen reduzierten sich die Umsätze im Geschäftsjahr 2020 um 2,2 % auf 1,5 Mrd. €. Verursacht war dies durch negative Wechselkurseffekte. Organisch betrachtet stiegen die Umsätze um 1,1 %. Dieses Wachstum basiert auf höheren Festnetz-Umsätzen, insbesondere im Systemgeschäft. Auch das Festnetz-Kerngeschäft erzielte aufgrund einer höheren Kundenbasis einen deutlichen Umsatzanstieg. Insgesamt konnten die negativen Effekte aus dem rückläufigen Wholesale-Geschäft kompensiert werden. Im Mobilfunk-Geschäft konnten höhere Service-Umsätze (ohne Roaming und Visitoren) die Rückgänge insbesondere beim Endgeräteverkauf und den Roaming- und Visitoren-Umsätzen nahezu ausgleichen. Der Anstieg der werthaltigen Service-Umsätze stammt sowohl aus volumenbedingt höheren Umsätzen bei der Sprachtelefonie, als auch aus einer werthaltigeren Kundenbasis.

Das bereinigte EBITDA AL lag mit 378 Mio. € um 1,3 % unter dem Vorjahresniveau. Organisch betrachtet stieg das bereinigte EBITDA AL v. a. infolge einer höheren Nettomarge um 2,0 % an.

Tschechische Republik. Im Berichtsjahr lagen die Umsätze in der Tschechischen Republik bei 1,1 Mrd. € und somit um 1,5 % unter dem Niveau des Vorjahres. Verursacht war dies durch negative Wechselkurseffekte. Organisch betrachtet stiegen die Umsätze um 1,6 % an. Das Festnetz-Geschäft als starker Wachstumstreiber legte auch gegenüber der Vorjahresperiode gerade im Breitband- und TV-Geschäft deutlich zu. Die kontinuierlichen Investitionen in neue Glasfasernetze zahlten sich durch eine höhere Anzahl an Kunden aus. Die Mobilfunk-Umsätze bewegten sich leicht unter dem Niveau des Vorjahres. Operativ erhöhten sich die Service-Umsätze (ohne Roaming und Visitoren) im Vergleich zum Vorjahr. Die Resonanz der Kunden auf unsere „Mehr-für-Mehr“-Angebote und die damit verbundene Steigerung des Umsatzes pro Kunde trägt zu dieser positiven Entwicklung bei. Die negativen Effekte der Coronavirus-Pandemie auf die Roaming- und Visitoren-Umsätze neutralisierten diese Zugewinne jedoch.

Das bereinigte EBITDA AL reduzierte sich im Vergleich zum Vorjahr um 4,0 % auf 430 Mio. €. Organisch betrachtet sank das Ergebnis gegenüber dem Vorjahr leicht um 1,2 %: Die positive organische Umsatzentwicklung wurde durch insgesamt höhere Kosten aufgezehrt.

Österreich. In Österreich erwirtschafteten wir im Berichtsjahr einen Umsatz von 1,3 Mrd. €. Das entspricht einem Anstieg von 2,0 % und ist im Wesentlichen auf höhere Verkäufe von mobilen Endgeräten zurückzuführen. Das Geschäft mit höhermargigen Service-Umsätzen leistete ebenso einen positiven Umsatzbeitrag. Beide Effekte konnten die durch die Coronavirus-Pandemie ausgelösten Rückgänge der Roaming- und Visitoren-Umsätze mehr als ausgleichen. Das Magenta Produkt-Portfolio wurde sehr gut von unseren Kunden angenommen. Das zeigt sich v. a. an der Entwicklung des Festnetz-Bereichs: Insbesondere das Breitband-Geschäft erzielte positive Zuwachsraten, u. a. infolge einer höheren Kundenbasis.

Das bereinigte EBITDA AL stieg im Vergleich zum Vorjahr deutlich um 6,2 % auf 496 Mio. €. Neben den positiven Umsatzeffekten trug eine stabile Kostenentwicklung zu diesem Anstieg bei.

EBIT

Unser operatives Segment Europa weist im Berichtsjahr eine Steigerung des EBIT um 169 Mio. € auf. Im Zusammenhang mit der vereinbarten Veräußerung des rumänischen Festnetz-Geschäfts wurde 2020 eine unterjährige Wertminderung der langfristigen Vermögenswerte des im Konzern verbleibenden rumänischen Mobilfunk-Geschäfts in Höhe von insgesamt 160 Mio. € erfasst. Begründet ist diese Wertminderung durch den Wegfall der bisherigen MVNO-Vereinbarungen. Im Vorjahr waren Wertminderungen in Rumänien in Höhe von insgesamt 0,3 Mrd. € erfasst. Die planmäßigen Abschreibungen lagen leicht unter dem Niveau des Vorjahres.

Cash Capex

Im Berichtsjahr wies das operative Segment Europa einen im Vergleich zum Vorjahr um 22,0 % höheren Cash Capex in Höhe von 2,2 Mrd. € aus. Dieser Anstieg ist größtenteils auf höhere Auszahlungen für den Erwerb von Spektrumlizenzen v. a. in Ungarn und Griechenland zurückzuführen. Aber auch ohne Berücksichtigung der Spektrumerwerbe lag unser Investitionsniveau über dem Vorjahr. Wir investieren weiterhin im Rahmen unserer integrierten Netzstrategie in die Bereitstellung von Breitband- und Glasfaser-Technologie sowie in 5G.

5G
Neuer Kommunikations-Standard (ab 2020 Einführung): bietet Datenraten im Gigabit Bereich, führt Festnetz und Mobilfunk zusammen, unterstützt das Internet der Dinge.
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FMC – Fixed Mobile Convergence
Beschreibt das Zusammenwachsen (Konvergenz) von Festnetz- und Mobilfunk-Tarifen bei Kunden, die sowohl einen Festnetz- als auch einen Mobilfunk-Vertrag bei der Deutschen Telekom haben.
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FTTB – Fiber to the Building / Fiber to the Basement
(engl.) – Glasfaser bis in das Gebäude oder den Keller. Als FTTB bezeichnet man in der Telekommunikation das Verlegen von Glasfaserkabeln bis ins Gebäude (Keller).
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FTTC – Fiber to the Curb
(engl.) – Glasfaser bis zum Bordstein. In der FTTC-Architektur erfolgt der Glasfaser-Ausbau nicht flächendeckend bis zu den Wohnungen (siehe FTTH), sondern das Glasfaserkabel endet im Kabelverzweiger (grauer Kasten am Straßenrand). Von diesem Anschlussverteiler aus werden die vorhandenen Kupferkabel bis zum Kunden weiterverwendet.
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FTTH – Fiber to the Home
(engl.) – Glasfaser bis ins Haus. Als FTTH bezeichnet man in der Telekommunikation das Verlegen von Glasfaserkabeln bis in die Wohnung des Kunden.
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Festnetz-Anschlüsse
Anschlüsse in Betrieb ohne Eigenverbrauch und ohne öffentliche Telekommunikationseinrichtungen, einschließlich IP-basierter Anschlüsse. In den Darstellungen des zusammengefassten Lageberichts wurden die Summen auf genauen Zahlen berechnet und auf Millionen bzw. Tausend gerundet. Prozentwerte wurden auf Basis der dargestellten Werte berechnet.
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Glasfaser
Transportweg für optische Datenübertragung.
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ICT – Information and Communication Technology
(engl.) – Informations- und Kommunikationstechnologie.
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IP – Internet Protocol
Herstellerneutrales Transport-Protokoll der Schicht 3 des OSI-Referenzmodells für die netzüberschreitende Kommunikation.
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LTE – Long Term Evolution
Die Mobilfunk-Technik 4G nutzt u. a. Mobilfunk-Frequenzen im 800 MHz-Band, die durch die Digitalisierung des Fernsehens frei geworden sind. Mit den reichweitenstarken Fernsehfrequenzen lassen sich große Flächen mit deutlich weniger Sendemasten als bisher erschließen. LTE ermöglicht Geschwindigkeiten von mehr als 100 MBit/s im Download und 50 MBit/s im Upload.
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MVNO – Mobile Virtual Network Operator
(engl.) – mobiler, virtueller Netzbetreiber. Dienstleister, die vergleichsweise günstige Gesprächsminuten ohne Gerätesubventionen anbieten und dabei über kein eigenes Mobilfunknetz verfügen, sondern als Service Provider auf die Netzinfrastruktur der großen Mobilfunk-Anbieter zurückgreifen.
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Mobilfunk-Kunden
Im zusammengefassten Lagebericht entspricht jede Mobilfunk-Karte einem Kunden. In den Darstellungen wurden die Summen auf genauen Zahlen berechnet und auf Millionen bzw. Tausend gerundet. Prozentwerte wurden auf Basis der dargestellten Werte berechnet (siehe auch SIM-Karten).
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OTT-Player – Over-the-Top-Player
Anbieter von IP-basierten und plattformunabhängigen Diensten wie z. B. Social Media.
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Prepaid
(engl.) – im Voraus bezahlt. Im Gegensatz zu Postpaid-Verträgen im Voraus bezahlte Kommunikationsleistungen in Form von Guthaben ohne vertragliche Bindung.
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Roaming
Bezeichnet die Nutzung eines Kommunikationsendgeräts oder auch nur die Nutzung der Teilnehmeridentität in einem anderen Netzwerk (Visited Network) als dem Heimat-Netzwerk (Home Network). Hierzu ist erforderlich, dass die Betreiber der beiden Netzwerke ein Roaming-Abkommen getroffen haben sowie die erforderlichen Signalisierungs- und Datenverbindungen zwischen ihren Netzen geschaltet haben. Roaming kommt z. B. zum Tragen bei der länderübergreifenden Nutzung von Mobiltelefonen und Smartphones.
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SIM-Karte – Subscriber Identification Module
(engl.) – Teilnehmeridentitätsmodul. Chipkarte, die in das Mobiltelefon eingesetzt wird. Diese dient zur Identifikation des Mobiltelefons im Mobilfunknetz. Bei der Deutschen Telekom wird die Zahl der Kunden auf der Grundlage der aktivierten und nicht gechurnten SIM-Karten bestimmt. Im Kundenbestand werden auch die SIM-Karten eingerechnet, mit denen Maschinen automatisch miteinander kommunizieren können (M2M-Karten). Die Churn-Rate (Kundenabgangsrate) wird in unseren Ländern dem lokalen Markt entsprechend ermittelt und berichtet.
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Service-Umsätze
Sind von Mobilfunk-Kunden generierte Umsätze aus Diensten (d. h. Umsätze aus Sprachdiensten – eingehenden und abgehenden Gesprächen – sowie Datendiensten), zuzüglich Roaming-Umsätzen, monatlicher Grundgebühren und Visitoren-Umsätzen.
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Vectoring
Durch die Vectoring-Technologie werden elektromagnetische Störungen zwischen den Leitungen ausgeglichen – dadurch sind höhere Bandbreiten möglich. Um diesen Ausgleich zu ermöglichen, muss der Betreiber allerdings die Kontrolle über sämtliche Leitungen haben, d. h. andere Betreiber können keine eigene Technik an den Kabelverzweigern installieren.
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Wholesale
(engl.) – Großhandel. Bezeichnung für die Abgabe von Leistungen an Dritte, die diese ihren Endkunden direkt oder verarbeitet zur Verfügung stellen.
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