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Innovations­prioritäten

Innovationen können überall entstehen. Daher ist es wichtig, dass unsere Innovationsaktivitäten unternehmensübergreifend und strategisch ausgerichtet sind. Einen ganzheitlichen, konzernweit gültigen Rahmen dafür bilden unsere miteinander verbundenen Innovationsfelder. Aufbauend auf den Aktivitäten im Vorjahr haben wir im Berichtsjahr unsere Innovationsprioritäten in enger Abstimmung mit den operativen Segmenten weiterentwickelt:

  • Connectivity: Wir entwickeln unser Router-Betriebssystem für die digitale Zukunft – mit verbesserter Cloud-basierter Konnektivitätssteuerung und Service-Qualität, überlegener Kundenerfahrung und einheitlicher Bedienung via App, PC oder TV, sowie Mehrwert stiftenden Anwendungen, wie z. B. Kinderschutz, Haus-Sicherheit, vorausschauender Instandhaltung und Fehlerbehebung. Diese neue Router-Generation basiert auf einem global skalierenden Referenzsystem (RDK), welches wir gemeinsam mit weiteren führenden Telco-Anbietern kontinuierlich weiterentwickeln. Im Berichtsjahr haben wir den Roll-out in Österreich und Polen gestartet, mit dem Ziel, die neue Router-Generation bis 2024 europaweit in den Markt zu bringen. Kernelement der Konnektivitätssteuerung ist das Software-Feature „Heimnetz-Check“, das sowohl in den nationalen Service-Apps (z. B. MeinMagenta) als auch via TV-Schnittstelle verfügbar ist, und welches neue kontextbasierte Kundeninteraktion zur Leistungsoptimierung und Fehlerbehebung im Heimnetz ermöglicht.
  • Smart Home: Die Cloudifizierung des Smart-Home-Angebots wird weiterhin kontinuierlich vorangetrieben mit dem Ziel, ein zukunftssicheres Ökosystem zu gestalten. Kernbestandteil ist die Cloud-native App MagentaZuhause, die seit Februar 2022 vollumfänglich zum Download bereitsteht. Die App ermöglicht die Einbindung aller verbundenen Geräte im Haushalt, die personalisierte Nutzung durch jedes Haushaltsmitglied sowie die Nutzung und Administration von Services wie z. B. WLAN.
  • Service-Orchestrierung im vernetzten Zuhause: Wir wollen das Kundenerlebnis im und um den Haushalt deutlich verbessern, indem wir eine nahtlose, konsistente und unkomplizierte Interaktion zwischen allen Diensten und Geräten der Telekom sowie ausgewählten Partnerdiensten ermöglichen. Dies wird durch die von uns entwickelte Orchestrierungsplattform HomeOS erreicht, die unsere verschiedenen Dienste miteinander verbindet. Die App MagentaZuhause ist der erste Kunden-Touchpoint, der die Plattform HomeOS nutzt. Sie verbindet TV-, Smart-Home-, Router-Management- sowie MagentaCloud Funktionen und wird sukzessive weiterentwickelt und perspektivisch immer enger in das MagentaTV Menü integriert. Zum Jahresende 2022 ist die App in mehr als 4 Mio. Haushalten in Deutschland verfügbar.
  • Magenta Voice: Mit der intelligenten Sprachsteuerung (Voicification) wollen wir das Kundenerlebnis unserer Dienste weiter verbessern und die Interaktion mit der Technik und den Geräten vereinfachen. Dazu entwickeln wir die eigene Sprachplattform kontinuierlich weiter, binden Partner ein und integrieren die Sprachsteuerung in weitere Produkte und Dienste, wie z. B. TV, und in die Apps MeinMagenta und MagentaZuhause (SmartHome), um eine umfassende konvergente Anwendungsebene für unsere Kund*innen anzubieten. Die laufende Verbesserung der Funktionalitäten hat zu einer steigenden Kundenzufriedenheit und -nutzung geführt. Die Weiterentwicklung hin zu B2B-Lösungen wird parallel vorangetrieben, wie z. B. ein Terminplanungs-Assistent für Geschäftskunden.
  • AI One Conversation: Mit der Integration von Künstlicher Intelligenz bleiben unsere Produkte und Dienste auch in Zukunft wettbewerbsfähig. Der Fokus unserer Aktivitäten lag im Berichtsjahr auch weiterhin auf der Skalierung unseres KI-basierten digitalen Assistenten Frag Magenta in Chat und Hotline. Ziel des digitalen Assistenten ist es, alle Kundeninteraktionen kontaktpunktübergreifend weiter zu personalisieren. Frag Magenta ist von der Fachzeitschrift Computer Bild und Statista im November 2022 zum besten deutschen Chatbot für 2022 gekürt worden. Auch unsere Marketing- und Sales-Aktivitäten werden weiter personalisiert, um unseren Kund*innen maßgeschneiderte Lösungen zu bieten, die auf den vorhergehenden Kundeninteraktionen beruhen.
  • Network Differentiation: In diesem Innovationsprogramm treiben wir Entwicklungen zur Disaggregation, Cloudifizierung und Automatisierung unserer Netzproduktion unter verstärkter Nutzung von Daten und Künstlicher Intelligenz voran. Dieser neue Ansatz soll sowohl das Kundenerlebnis deutlich verbessern als auch die Flexibilität und Skalierbarkeit erhöhen bei gleichzeitiger Senkung der Kosten. Erreichen werden wir dies u. a. durch Software-Lösungen zur automatisierten Fehlerdetektion, -analyse und -korrektur auf Basis von maschinellem Lernen. Wir verfolgen mit anderen führenden Netzbetreibern im Rahmen der O-RAN Alliance das Ziel, einen globalen Standard für ein offenes, intelligentes, virtualisiertes und interoperables Funkzugangsnetz festzulegen. Im i14y Lab in Berlin, welches ein Konsortium von führenden europäischen Telkos in Räumen der Deutschen Telekom betreibt, können Start-ups, Lieferanten, Betreiber und Systemintegratoren das Zusammenspiel neuer disaggregierter Komponenten testen und validieren, wodurch wir die Interoperabilität der einzelnen Komponenten und Module in einem wachsenden Ökosystem sicherstellen. Dies ermöglicht uns, durch eine breiter aufgestellte Multi-Vendor-Strategie zunehmend die Unabhängigkeit von einzelnen Lieferanten zu erhöhen und sichern dadurch auch weiterhin unsere Technologieführerschaft. Basierend auf dem innovativen Ansatz zur Netzproduktion ergeben sich neue Optionen zur direkten Monetarisierung des Netzes, z. B. über Netzwerk-Programmierschnittstellen (Network Application Programming Interfaces, API). Dazu hat die Deutsche Telekom im Februar 2022 gemeinsam mit anderen Netzbetreibern, führenden Herstellern, Cloud-Anbietern und Anwendungsentwicklern unter dem Dach von Linux Foundation und GSMA die Initiative „CAMARA – The Telco Global API Alliance“ ins Leben gerufen. Ziel von CAMARA ist es, basierend auf dem Bedarf der Entwickler-Community offene und global einheitliche APIs zu spezifizieren und zu implementieren, durch die ein über alle Telekommunikationsanbieter vereinheitlichter programmierbarer Zugang zu Netzfunktionalitäten auf einfache Art und Weise möglich wird.
  • 5G Standalone: Bisher setzte die Telekom auf 5G-Non-Standalone (5G NSA), bei dem noch das vorhandene 4G-Kernnetz das technische Rückgrat bildet. Neuerdings wird das 5G-Funkzugangsnetz mit dem neuen 5G-Kernnetz als 5G-Standalone (5G SA) integriert. Dieses Kernnetz sorgt dann für die entscheidenden Neuerungen und Vorteile, denn eine gleichzeitige Verbindung zum 4G- und 5G-Netz ist damit für Endgeräte nicht mehr nötig. Das 5G-Kernnetz beruht auf einer Cloud-Plattform mit virtualisierten Kernnetzfunktionen und wird so neue Anwendungen ermöglichen, wie z. B. Network Slicing. Network Slices sind voneinander getrennte logische Netze mit individuellen anwendungsspezifischen Leistungsmerkmalen wie z. B. Bandbreite, Latenz oder Sicherheit, die auf der gleichen physischen Infrastruktur produziert werden. So wird es möglich, Anwendungen immer genau das passende (virtuelle) Netz zur Verfügung zu stellen. So könnten Network Slices z. B. für bandbreiten- und latenzkritische Anwendungen wie Augmented/Virtual Reality, für die sicherheitskritische Kommunikation von Behörden oder für sichere und hochverfügbare Anwendungen von Geschäftskunden eingesetzt werden. Beispielsweise haben wir gemeinsam mit BMW Group, Valeo, Ericsson und Qualcomm Technologies die weltweit erste Anwendung für automatisiertes Fahren demonstriert, die durch Network Slicing mit kontrollierter Netzqualität (QoS) unterstützt wird. Die Partner konnten in gemeinsamen Tests zeigen, wie Network Slicing mit verschiedenen QoS-Funktionen Anwendungsszenarien im Automobilbereich unterstützen kann.
  • Data & Analytics: In diesem Innovationsfeld treiben wir die Umsetzung konzernübergreifender Prinzipien und Werkzeuge zur Datenverarbeitung und -analyse weiter voran. Mit unserem einheitlichen Datenmodell ermöglichen wir eine bessere und schnellere Datenanalyse und können erfolgreiche Anwendungen mithilfe der Cloud-basierten Bereitstellungsarchitektur leicht auf neue Märkte und Länder übertragen. Dabei verbleiben Kunden- und Netzwerk-Daten in der jeweiligen Landesgesellschaft; der Schutz und die Integrität unserer Kundendaten haben unsere höchste Priorität . Zudem haben wir ein umfassendes Datentransformationsprogramm auf den Weg gebracht, das u. a. auf einer Cloud-Architektur und dem Ansatz der Datendemokratisierung basiert.
  • Sustainable Telco: Unser jüngstes Innovationsfeld widmet sich der nachhaltigen Transformation der Telekommunikationsbranche. Für einen dauerhaft gesicherten Zugang zu bezahlbarer grüner Energie stehen v. a. Energieeffizienz und Energieresilienz im Fokus. Dazu gehört die standortbasierte Nutzung von regenerativer Energie inklusive dynamischer Energiespeichersteuerung zum Lastenausgleich ebenso wie KI-gestützte, lastadaptive Energiesparfunktionalität. Im Berichtsjahr haben wir erfolgreich den Machbarkeitsnachweis zum Energiespar-Management im Mobilfunk-Netzbetrieb einer Landesgesellschaft erbracht und in einigen Ländergesellschaften Implementierungspiloten für teilautonome Energieversorgung gestartet. Zudem haben wir erste Musterstandorte mit Photovoltaik, Windkraft und teilweise Brennstoffzellentechnik in den operativen Betrieb gegeben.
4G
Bezeichnung für den Mobilfunk-Standard der vierten Mobilfunk-Generation (siehe LTE).
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5G
Bezeichnung für den seit 2020 eingeführten Mobilfunk-Standard, der Datenraten im Gigabit-Bereich, v. a. auf den 3,6 und 2,1 GHz-Frequenzen, bietet, Festnetz und Mobilfunk zusammen führt und das Internet der Dinge unterstützt.
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API – Application Programming Interface
(engl.) – Programmierschnittstellen. Eine Programmierschnittstelle ist ein Programmteil, der von einem Software-System anderen Programmen zur Anbindung an das System zur Verfügung gestellt wird.
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Latenz
Latenz oder Reaktionszeit ist der Zeitraum zwischen einem Ereignis und dem Eintreten einer sichtbaren Reaktion darauf. In der Telekommunikation setzt die Physik der Latenzzeit Grenzen – also etwa die Länge der Wege, die Daten in den Netzen zurücklegen. Ein Beispiel sind mobile Virtual Reality-Erlebnisse. Wer sich mit der entsprechenden Brille in wirklichkeitsgetreuen Welten bewegt, fordert von einem Server in der Ferne eine Reaktion ein: das richtige Bild, das den Erwartungen entspricht. Die Faustregel ist hier einfach. Je geringer die Verzögerung, desto realer nimmt der Anwender die virtuellen Welten wahr. Ähnliches gilt für Online-Gaming.
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Router
Koppelelemente, die zwei oder mehr Subnetze miteinander verbinden. Darüber hinaus können Router die Grenzen eines Netzwerks erweitern und den Datenverkehr kontrollieren, indem sie fehlerbehaftete Datenpakete nicht weiterleiten.
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VR – Virtual Reality
(engl.) – Virtuelle Realität. Bezeichnet die Darstellung und gleichzeitige Wahrnehmung der Wirklichkeit und ihrer physikalischen Eigenschaften in einer in Echtzeit computergenerierten, interaktiven virtuellen Umgebung. Im Gegensatz zur erweiterten Realität, bei der die Darstellung zusätzlicher Informationen im Vordergrund steht, taucht der Benutzer bei VR komplett in eine virtuelle Welt ein.
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