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Telekommunikations­markt

Die Nachfrage nach schnellem Breitband – festnetzgebunden und mobil – ist ungebrochen. Nach Schätzungen von Analysys Mason stieg der Datenverkehr im Festnetz im Jahr 2021 weltweit um 25 %, der mobile Datenverkehr um 37 %. Gerade auch die Coronavirus-Pandemie hat deutlich gemacht, dass eine resiliente, leistungsfähige Breitband-Infrastruktur für die digitale Transformation von zentraler Bedeutung ist. Zahlreiche Länder haben ambitionierte Ausbauziele formuliert. So hat etwa die Europäische Kommission im März 2021 das Ziel vorgegeben, dass bis 2030 alle Haushalte in der Europäischen Union (EU) über eine Gigabit-Anbindung verfügen und alle bevölkerten Gebiete mit 5G-Netzen versorgt werden sollen. Eine Studie der Boston Consulting Group veranschlagt, dass Investitionen in Höhe von 300 Mrd. € erforderlich sind, um dieses Ziel zu erreichen.

Digitalisierung und Breitband-Infrastruktur spielen auch in den im Rahmen der Corona-Krise aufgelegten Konjunkturprogrammen eine wichtige Rolle. In der EU wurde im Februar 2021 die Einrichtung der Aufbau- und Resilienzfazilität beschlossen, die mit 672,5 Mrd. € ausgestattete tragende Säule des „NextGenerationEU“ Aufbauplans. Mindestens 20 % der Mittel, die an die Mitgliedsstaaten fließen, sind für Projekte bestimmt, die den digitalen Wandel fördern. Auch auf nationaler Ebene wurden zahlreiche Förderprogramme aufgelegt, um den Breitband-Ausbau und die digitale Transformation zu unterstützen. So hat etwa in den USA der Kongress im November 2021 ein umfangreiches Infrastrukturprogramm beschlossen, das u. a. 65 Mrd. US‑$ für den Ausbau der Breitband-Infrastruktur und die Förderung der Nachfrage nach Breitband-Diensten vorsieht.

Die Telekommunikationsbranche ist unverändert von einer hohen Wettbewerbsintensität geprägt. Verbraucher profitieren von einer breiten Angebotsauswahl. Im Festnetz stehen etablierte Telekommunikationsunternehmen im intensiven Wettbewerb mit Kabelnetz-Betreibern, Stadtnetz-Betreibern und Wiederverkäufern, die auf überwiegend regulierte Vorleistungsprodukte zurückgreifen. Finanzinvestoren steigen vermehrt in den Ausbau regionaler und überregionaler Glasfasernetze ein. Schließlich üben Internet-Unternehmen mit Over-The-Top (OTT)-Kommunikationsdiensten zunehmenden Wettbewerbsdruck aus. Zudem operieren in jedem unserer Märkte drei oder vier Mobilfunk-Betreiber, die über eine eigene Netzinfrastruktur verfügen. Darüber hinaus haben sich in vielen Märkten MVNOs etabliert, die auf die Netzinfrastruktur der klassischen Mobilfunknetz-Betreiber zurückgreifen.

Deutschland

Nach Angaben der Bundesnetzagentur in ihrem Tätigkeitsbericht von Dezember 2021 stieg der Umsatz mit Telekommunikationsdiensten, Pay-TV und IT-Diensten in Deutschland im Berichtsjahr im Vergleich zum Vorjahr leicht an. Ausschlaggebend hierfür war die einsetzende wirtschaftliche Erholung nach negativer Beeinträchtigung durch die Coronavirus-Pandemie. Dabei war der Umsatzanstieg v. a. auf das Wachstum der mobilen Telekommunikationsdienste zurückzuführen. Der Umsatz der Festnetz-Dienste inklusive TV stieg ebenfalls, allerdings mit geringerer Rate.

Die Zahl der Breitband-Anschlüsse in Deutschland stieg bis zum Ende des ersten Halbjahres 2021 gemäß Angaben der Bundesnetzagentur um 0,8 % auf 36,5 Mio. Für 2022 wird laut Prognose von Analysys Mason eine weitere Steigerung der Breitband-Anschlüsse um 2,2 % erwartet. Sowohl im Kabel- als auch im VDSL-/Vectoring-Netz werden immer mehr Anschlüsse mit hohen Bandbreiten vermarktet. Dabei wird das Angebot um Glasfaser-Anschlüsse sowie innovative hybride Anschluss-Technologien ergänzt. Die Verfügbarkeit von hohen Bandbreiten in Deutschland sowie das große Angebot an HD-Inhalten und Video-on-Demand-Diensten führen zu mehr Kundenwachstum im IPTV-Geschäft. Anbieter verzeichnen Umsatzwachstum im Breitband-Geschäft durch steigende Kundenzahlen und gleichzeitig steigende Umsätze pro Kunde bei Breitband-Produkten und Triple-Play-Bündeln aus Telefonie, Breitband-Anschluss und TV-Empfang. Des Weiteren hielt der Trend zur Nutzung konvergenter Angebote aus Festnetz und Mobilfunk (FMC) an.

Im deutschen Mobilfunk-Markt stiegen die Service-Umsätze gegenüber 2020 leicht an. Hauptgrund für das Umsatzwachstum war die weiterhin steigende Datennutzung um 54 % (Quelle: Analysys Mason). Dieser zusätzlichen Nachfrage nach höherwertigen Tarifen und Endgeräten wirkten Umsatzrückgänge aus fehlendem internationalem Roaming-Verkehr durch verminderte internationale Reisen sowie Regulierungseffekte und anhaltender Preis- und Wettbewerbsdruck entgegen. Die Nutzung von mobilen Daten u. a. für mobile Videoanwendungen wächst weiterhin stark. Dabei ist auch die Verfügbarkeit der neuesten Mobilfunk-Technologie 5G im Jahr 2021 stark gestiegen. Der Anteil von Sprach- und Datentarifen nimmt stetig zu. Klassische Sprach- und SMS-Dienste werden mehr und mehr durch kostenfreie IP-Messaging-Dienste wie WhatsApp und soziale Netzwerke wie Facebook ersetzt. Vernetzte Produkte wie Smartphones und Tablets, aber auch andere vernetzte Geräte wie Uhren und Fitnessarmbänder (Wearables) werden immer beliebter. Dies steigert die Nachfrage nach hohen mobilen Breitband-Geschwindigkeiten, großen Datenvolumina und zusätzlichen SIM-Karten in den Tarif-Portfolios.

Die Digitalisierung schreitet weiter voran, daher verlangt auch die Industrie nach mehr Konnektivität, um Maschinen und Produktionsstätten zu vernetzen und Wertschöpfungsketten effizienter zu gestalten. Dazu braucht es umfassende IT- und Cloud-Lösungen sowie intelligente Ansätze für M2M-Kommunikation.

USA

Die andauernde Coronavirus-Pandemie hat in den USA zu einer anhaltenden Nachfrage nach Breitband-Diensten geführt – sowohl im Festnetz- als auch im Mobilfunk-Geschäft. Die Nutzung von Breitband-Diensten im Retail-Geschäft stieg aufgrund von über 10 Mrd. US‑$ an pandemiebedingten Fördermitteln für Privatkunden, Schulen und Bibliotheken. Die Pandemie hat darüber hinaus die Einführung digitaler Dienste beschleunigt. Dies hatte eine höhere Nachfrage nach ICT-Lösungen im Geschäftskundenbereich zur Folge.

Um dieser erhöhten Nachfrage gerecht zu werden, investieren Netzbetreiber intensiv sowohl ins Festnetz als auch ins Mobilfunknetz in städtischen, vorstädtischen und zunehmend auch in ländlichen Gebieten. Im Rahmen des Infrastrukturausbaus haben Telekommunikationsanbieter erhebliche Investitionen ins Glasfasernetz angekündigt. Anfang 2021 gab AT&T bekannt, die Abdeckung des eigenen Glasfasernetzes um weitere 3 Mio. Kundenstandorte in über 90 Ballungsräumen ausbauen zu wollen. Neben kleineren Anbietern gab auch Verizon Pläne für den weiteren Glasfaser-Ausbau bekannt. Der Festnetz-Anbieter Frontier hat sich zum Ziel gesetzt, bis 2025 10 Mio. Gebäude anzubinden, gegenüber ursprünglich geplanten 6 Mio. Ebenso hat der regionale Anbieter Windstream im Jahr 2021 eine Initiative für den Ausbau von Glasfaser bis ins Gebäude (Fiber to the Premises, FTTP) ins Leben gerufen.

Auch Mobilfunk-Anbieter haben weiterhin stark in die Errichtung des US-amerikanischen 5G-Netzes investiert: Die drei großen landesweiten Mobilfunknetz-Betreiber – AT&T, T‑Mobile US und Verizon – machen geltend, 5G-Mobilfunk-Anbindungen in der gesamten USA anbieten zu können. Zum Jahresende 2021 teilte T‑Mobile US mit, das eigene 5G-Netz versorge in den USA 310 Mio. Menschen über das 600 MHz-Band und über 210 Mio. Menschen mit „Ultra Capacity 5G“ im 2,5 GHz-Band und Millimeterwellen-Bereich (mmWave). Das Unternehmen AT&T gab bekannt, dass sein 5G-Netz im Juli 2021 landesweit über 250 Mio. Menschen erreicht habe. Nach Angaben von Verizon versorgt deren 5G-Mobilfunknetz im Niedrigband-Bereich über 230 Mio. Menschen in den USA. Die Betreiber bieten zunehmend auch Bündelangebote aus Festnetz und Mobilfunk an. Sie tun dies in Konkurrenz zu den etablierten Kabelnetz-Betreibern und Internet Service Providern sowie in Gebieten, in denen herkömmliche Breitband-Anschlüsse nicht zur Verfügung stehen. Von den großen Anbietern investieren v. a. Verizon und T‑Mobile US in 5G-Bündelangebote aus Festnetz und Mobilfunk. Das Angebot von T‑Mobile US steht landesweit über 30 Mio. Haushalten zur Verfügung, das von Verizon erreicht in den USA 62 Städte. Zusätzlichen Druck könnte DISH in den infrastrukturbasierten Wettbewerb bringen, da das Unternehmen sein eigenes 5G-Netz weiter ausbaut. Die Auflagen der US-amerikanischen Regulierungsbehörde Federal Communications Commission (FCC) sehen vor, dass DISH bis spätestens 14. Juni 2022 mindestens 20 % der US-amerikanischen Bevölkerung mit 5G-Breitband-Diensten versorgt und ein Kernnetz ausgebaut haben muss. Die FCC hat 2021 weiteres Spektrum für den 5G-Ausbau vergeben, darunter Lizenzen im 3,5 GHz-Bereich und im 3,7 GHz-Bereich. Eine weitere Spektrumauktion über 100 MHz im Frequenzbereich 3,45 bis 3,55 GHz startete Anfang Oktober 2021 und wurde Ende Januar 2022 abgeschlossen. Für das Jahr 2022 ist eine weitere Spektrumauktion im Frequenzbereich 2,5 bis 2,7 GHz geplant.

Der Infrastrukturausbau in den USA wird in den kommenden Jahren von weiteren staatlichen Förderprogrammen profitieren. Dazu zählt der Rural Digital Opportunity Fund: Die FCC plant, über die nächsten 10 Jahre 20,4 Mrd. US‑$ für den Ausbau von Breitband-Infrastruktur in nicht- oder unterversorgten Gebieten der USA bereit zu stellen. Die erste Phase der Auktion wurde im September 2020 abgeschlossen und steuert 9,2 Mrd. US‑$ für den Ausbau in nicht versorgten Gebieten bei. Der Zeitraum für die zweite Auktionsphase steht noch nicht fest. Die Zuteilung weiterer Fördergelder in Höhe von 65 Mrd. US‑$ wurde per Gesetzgebung des US-Kongresses im September 2021 beschlossen. Der Kongress hat Zuschüsse für die Bundesstaaten in Höhe von 42,45 Mrd. US‑$ bewilligt. Damit sollen Ausbau und Kartierung der Breitband-Infrastruktur sowie der Zugang zu Breitband-Angeboten gefördert werden. Weitere 14,2 Mrd. US‑$ sollen dafür eingesetzt werden, den Zugang zur Breitband-Infrastruktur erschwinglicher zu machen. In Programme zur Förderung digitaler Chancengleichheit und Inklusion sollen 2,75 Mrd. US‑$ einfließen.

Europa

Die traditionellen Telekommunikationsmärkte unseres Segments waren zu Beginn des Berichtsjahrs im Wesentlichen durch die Coronavirus-Pandemie beeinflusst worden. Sie führte u. a. dazu, dass infolge der teils eingeschränkten Reisetätigkeiten die Roaming-Umsätze im Mobilfunk gegenüber dem Vorjahr gesunken sind. Aufgrund unterjähriger Lockdowns oder Teil-Lockdowns in den Ländern unseres Segments mussten z. B. die Shops zeitweise schließen. Somit verlagerte sich ein Großteil des öffentlichen Lebens ins Internet. Es wurden verstärkt Breitband- und TV-Dienste nachgefragt. Laut Analysys Mason spiegelt sich das in den Zahlen zum Festnetz-Geschäft (ohne Systemgeschäft) wider: Es wächst leicht und konnte damit die rückläufigen Umsätze aus der Sprachtelefonie ausgleichen. Auch die Entwicklung im Mobilfunk-Geschäft fiel leicht höher gegenüber dem Vorjahr aus. Somit erhöhten sich insgesamt auch die Umsätze gegenüber dem Vorjahr.

Im Berichtsjahr setzten sich in unserem europäischen Footprint Fusions- und Übernahmeaktivitäten von Marktteilnehmern, wie wir sie in den Jahren vor Ausbruch der Corona-Krise beobachten konnten, fort. Zum Beispiel wird in Griechenland nach der Übernahme von Forthnet/Nova auch die Übernahme von Wind Hellas durch die United Group im ersten Halbjahr 2022 erwartet. In Polen wird die Iliad Group nach Play voraussichtlich im ersten Halbjahr 2022 auch UPC PL übernehmen. In Ungarn hat die Digi angekündigt, ihr ungarisches Festnetz-, Mobilfunk- und Pay-TV-Geschäft an die ungarische ICT-Gruppe 4iG zu veräußern. In Rumänien übernahm Orange zum 30. September 2021 den 54 %-Anteil an der Telekom Romania von OTE. Hinsichtlich des Erwerbs von Spektrumlizenzen konnte nur mäßige Aktivität auf den Märkten im Berichtsjahr beobachtet werden. Jedoch haben sich die Aktivitäten bei den Funkturmgeschäften beschleunigt. So verständigten sich in Polen sowohl Play als auch Polkomtel auf ein Funkturmgeschäft mit Cellnex.

Konvergente Bündelangebote aus Festnetz und Mobilfunk (FMC) haben sich in unseren Märkten etabliert und weisen weiterhin starke Wachstumsraten auf. Laut Analysys Mason stiegen sowohl die FMC-Kundenzahlen als auch Umsätze gegenüber dem Vorjahr weiter an. Dieser Trend wird einerseits verstärkt durch weitere Übernahmen in ausgewählten europäischen Märkten wie Griechenland oder Kroatien. Andererseits erfolgt durch die Weiterentwicklung bestehender Endkundenangebote eine zielgruppenspezifische Ansprache, wie z. B. Proximus in Belgien, und innovative Bündelvorteile, u. a. „MagentaOne“ in unseren Landesgesellschaften. Diese integrierten Vorteilspakete weisen in unseren Gesellschaften weiterhin hohe Wachstumsraten auf und adressieren häufig die Mehrzahl der Privatkunden, was sich positiv auf Kundenzufriedenheit, Kündigungsraten und Umsatzsteigerung auswirkt.

In den Märkten unseres operativen Segments Europa stellen subskriptionsbasierte Streaming-Dienste wie Netflix und Prime Video weiterhin ein nur geringes Substitutionspotenzial zum klassischen „Bezahlfernsehen“ dar. Laut Analysys Mason lag der Anteil nur bei ca. 10 %. Dafür gibt es zwei Gründe: Erstens ist das Preisniveau dieser Dienste in der Regel international gleich und nicht (oder nur unwesentlich) an die lokale Kaufkraft angepasst. Zweitens sind erfolgreiche Angebote wie Disney+ in den meisten unserer Märkte bisher nicht verfügbar oder die Inhalte sind nur teilweise sprachlich lokalisiert und sprechen damit nur kleinere Bevölkerungsschichten an. Dass das dennoch ein attraktives Geschäftsmodell ist, das sich in unseren Märkten weiter entwickeln wird, zeigt sich an der Entwicklung gegenüber dem Vorjahr: Laut Analysys Mason zeigten die Streaming-Dienste in Europa sowohl bei den Umsätzen als auch bei der Kundenentwicklung einen starken Anstieg.

Der Geschäftskundenbereich erfuhr in Europa das zweite Jahr in Folge die Auswirkungen der Pandemie. Dem ersten Halbjahr 2021, das von Lockdowns und massiven Einschränkungen gezeichnet war, folgten im zweiten Halbjahr Liefer- und Materialengpässe und daraus resultierende Unsicherheiten in überdurchschnittlich vielen Branchen. Unternehmenserfolge in Europa zeigen mittlerweile starke Abhängigkeiten von anderen Kontinenten und benötigen Zuverlässigkeit bei der Logistik. So manche Investitionen wurden vorsorglich in das nächste Geschäftsjahr geschoben. Dennoch verstärkte sich auch im Jahr 2021 die Nachfrage bei Lösungen zu mobilem (Zusammen-)Arbeiten, Videokonferenzsystemen oder kosteneffizienteren Systemlandschaften in der Cloud- bzw. IoT-Welt. Der öffentliche Sektor stattete seine Mitarbeiter*innen in fast allen europäischen Märkten für mobiles Arbeiten aus. Große Unternehmen folgten auch 2021 dem Trend, ihre Systemlandschaften zukunftssicher zu machen, z. B. mit Lösungen wie Microsoft Azure. Digitalisierung von Datensicherungen, aber auch die Präsenz in der digitalen Ökonomie mit Online-Marketing und Webshops sind viele kleine und mittelständische Unternehmen vermehrt angegangen.

Systemgeschäft

In der Informationstechnologie (IT)-Branche in unserem Kernmarkt Westeuropa stieg das Volumen, das wir durch unser operatives Segment Systemgeschäft sowie die Marke „T‑Systems“ adressieren können, im Berichtsjahr um 4,3 % auf 157 Mrd. €. Die Auswirkungen der globalen Coronavirus-Pandemie haben das Investitionsverhalten der IT-Kunden positiv beeinflusst. So starteten viele Unternehmen Digitalisierungsprojekte, z. B. das Einrichten von Homeoffice-Arbeitsplätzen in nahezu allen Industrien.

In Deutschland ist im Bereich der IT-Dienstleistungen die Nachfrage nach Public Cloud Services und Cyber Security Services sowie die Bedeutung der Digitalisierung (inklusive Industrie 4.0) und der Kommunikation zwischen Maschinen (M2M) weiter gewachsen. Der von T‑Systems adressierte Security-Markt wuchs 2021 um 11,9 %. Eine ebenfalls positive Entwicklung zeigte der Gesundheitssektor. Hier wurden in Bereichen wie TeleHealth und Healthcare Cloud zweistellige Wachstumsraten erzielt. Demgegenüber zeigten die Marktsegmente der klassischen Infrastrukturen, des Projektgeschäfts und der SAP Services ein geringeres Nachfragewachstum.

Der Wettbewerbs- und Preisdruck hält in allen Teilmärkten unseres operativen Segments Systemgeschäft an. Grund dafür sind zum einen Wettbewerber aus dem klassischen IT-Services-Geschäft, wie z. B. IBM, Atos und Capgemini, zum anderen Cloud-Anbieter wie Amazon Web Services, Microsoft und Google. Der Preisverfall wird verstärkt durch Anbieter von primär „offshore“ erbrachten Leistungen (z. B. Tata Consultancy Services, Infosys, Wipro).

Group Development

Prägend für das Umfeld unseres operativen Segments Group Development sind in erster Linie die Märkte, in denen unsere Gesellschaften T‑Mobile Netherlands, Deutsche Funkturm (DFMG) und die österreichische Magenta Telekom Infra (MTI) tätig sind.

Der niederländische Mobilfunk-Markt, in dem T‑Mobile Netherlands agiert, war weiterhin geprägt von hohem Preis- und Wettbewerbsdruck. In den Niederlanden besteht eine im europäischen Vergleich fortgeschrittene Bündelung von Festnetz- und Mobilfunk-Produkten in konvergente Angebote (FMC). Aufgrund der Dominanz im Festnetz-Geschäft durch die beiden Unternehmen KPN und VodafoneZiggo blieben die Preise für Mobilfunk-Produkte aufgrund des FMC-Trends unter Druck.

Die DFMG ist der größte Anbieter von passiver Funkinfrastruktur für den Mobil- und Rundfunk in Deutschland. Auch im Geschäftsjahr 2021 verzeichnete der Markt eine gestiegene Nachfrage nach Mobilfunk-Standorten trotz der Coronavirus-Pandemie. Gründe dafür sind zum einen, dass die Netzanbieter Abdeckungslücken schließen wollen, zum anderen steigt die Nachfrage nach Mobilfunk-Datendiensten, was zu einer weiteren Verdichtung der Mobilfunknetze führt.

Die MTI ist der zweitgrößte Anbieter von passiver Funkinfrastruktur für den Mobil- und Rundfunk in Österreich. Im Geschäftsjahr 2021 verzeichnete der österreichische Markt eine weitere Verdichtung. Dies ist in der gestiegenen Nachfrage nach Mobilfunk-Datendiensten sowie der Erfüllung von Ausbau-Auflagen der Netzanbieter begründet.

5G
Neuer Kommunikations-Standard (ab 2020 Einführung): bietet Datenraten im Gigabit Bereich, führt Festnetz und Mobilfunk zusammen, unterstützt das Internet der Dinge.
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Cyber Security
Sicherheit gegen Internet-Kriminalität.
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FMC – Fixed Mobile Convergence
Beschreibt das Zusammenwachsen (Konvergenz) von Festnetz- und Mobilfunk-Tarifen bei Kunden, die sowohl einen Festnetz- als auch einen Mobilfunk-Vertrag bei der Deutschen Telekom haben.
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FTTP – Fiber to the Premises
(engl.) – Glasfaser bis zum Gebäude. FTTP ist ein Anschlusskonzept mit dem das Grundstück oder das Firmengelände über Glasfaser mit der Ortsvermittlungsstelle verbunden ist. FTTP reicht somit bis in den Anschlussbereich der Kunden. FTTP wird entweder als Oberbegriff zu FTTH bzw. FTTB benutzt oder für den Fall, dass das Glasfasernetz sowohl Privathaushalte als auch kleine Gewerbebetriebe abdeckt.
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Glasfaser
Transportweg für optische Datenübertragung.
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Glasfaser-Anschlüsse
Gesamtzahl aller FTTx-Anschlüsse (z. B. FTTC/VDSL, Vectoring sowie FTTH).
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ICT – Information and Communication Technology
(engl.) – Informations- und Kommunikationstechnologie.
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IP – Internet Protocol
Herstellerneutrales Transport-Protokoll der Schicht 3 des OSI-Referenzmodells für die netzüberschreitende Kommunikation.
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IPTV – Internet Protocol Television
Mit IPTV wird die digitale Übertragung von Fernsehprogrammen und Filmen über ein digitales Datennetz bezeichnet. Hierzu wird das dem Internet zugrunde liegende Internet-Protokoll (IP) verwendet.
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IoT – Internet of Things
(engl.) – Internet der Dinge. Das IoT ermöglicht die intelligente Vernetzung von Dingen (Sensoren, Geräten, Maschinen, Fahrzeugen, usw.) mit dem Ziel, Anwendungen und Entscheidungsprozesse zu automatisieren. Das IoT-Angebot der Telekom reicht von SIM-Karten und flexiblen Datentarifen über IoT-Plattformen in der Cloud bis hin zu Komplettlösungen aus einer Hand.
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M2M – Machine to Machine
(engl.) – Maschine zu Maschine. Kommunikation zwischen Maschinen, bei der automatisch Informationen an den Empfänger versendet werden. So verschicken z. B. Alarmanlagen im Notfall von selbst ein Signal an den Sicherheitsdienst bzw. an die Polizei.
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Retail
Klein-/Einzelhandel. Im Gegensatz hierzu bezeichnet man das Großhandelsgeschäft auch als Wholesale-Geschäft.
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Roaming
Bezeichnet die Nutzung eines Kommunikationsendgeräts oder auch nur die Nutzung der Teilnehmeridentität in einem anderen Netzwerk (Visited Network) als dem Heimat-Netzwerk (Home Network). Hierzu ist erforderlich, dass die Betreiber der beiden Netzwerke ein Roaming-Abkommen getroffen haben sowie die erforderlichen Signalisierungs- und Datenverbindungen zwischen ihren Netzen geschaltet haben. Roaming kommt z. B. zum Tragen bei der länderübergreifenden Nutzung von Mobiltelefonen und Smartphones.
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SIM-Karte – Subscriber Identification Module
(engl.) – Teilnehmeridentitätsmodul. Chipkarte, die in das Mobiltelefon eingesetzt wird. Diese dient zur Identifikation des Mobiltelefons im Mobilfunknetz. Bei der Deutschen Telekom wird die Zahl der Kunden auf der Grundlage der aktivierten und nicht gechurnten SIM-Karten bestimmt. Im Kundenbestand werden auch die SIM-Karten eingerechnet, mit denen Maschinen automatisch miteinander kommunizieren können (M2M-Karten). Die Churn-Rate (Kundenabgangsrate) wird in unseren Ländern dem lokalen Markt entsprechend ermittelt und berichtet.
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Vectoring
Durch die Vectoring-Technologie werden elektromagnetische Störungen zwischen den Leitungen ausgeglichen – dadurch sind höhere Bandbreiten möglich. Um diesen Ausgleich zu ermöglichen, muss der Betreiber allerdings die Kontrolle über sämtliche Leitungen haben, d. h. andere Betreiber können keine eigene Technik an den Kabelverzweigern installieren.
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