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Erwartungen der operativen Segmente

Nachfolgend erläutern wir die Markterwartung und die Erwartungen für die finanziellen und nichtfinanziellen Leistungsindikatoren unserer operativen Segmente. Bei der Entwicklung der Leistungsindikatoren gehen wir von einem vergleichbaren Konsolidierungskreis und konstanten Wechselkursen aus.

Weiterführende Informationen haben wir auf unserem Kapitalmarkttag im Mai 2021 präsentiert.

Deutschland

Nach dem Anstieg der Umsätze mit Telekommunikationsdiensten in Deutschland im Berichtsjahr im Vergleich zum Vorjahr wird auch im Jahr 2022 weiteres Umsatzwachstum erwartet. Die negativen Umsatzbeeinträchtigungen durch die Coronavirus-Pandemie im Mobilfunk-Markt werden zurückgehen. Negative regulatorische Effekte durch sinkende MTR-Sätze und der Rückgang in der klassischen Festnetz-Telefonie werden durch die weiterhin wachsende Nachfrage nach mobilem Datenvolumen und nach schnellerer Konnektivität im Privat- und Geschäftskundenbereich überkompensiert. Im deutschen Mobilfunk-Markt wird mit einem Anstieg der Umsätze im Jahr 2022 um 0,9 % gerechnet, im Festnetz-Geschäft wird die Anzahl der Breitband-Anschlüsse weiter zunehmen. Es wird mit einem Umsatzwachstum von 1,2 % gerechnet (Quelle: Analysys Mason).

Für unsere Positionierung im Wettbewerb spielen im Privatkundenbereich innovative, attraktive Tarife und Zusatzdienste wie TV-, Streaming-Optionen und Smart Home-Dienste eine immer größere Rolle. Bei den Geschäftskunden werden Cloud Services, Security-Anwendungen sowie Lösungen für Industrie 4.0 zunehmend wichtiger. Wir differenzieren uns von anderen Anbietern durch Technologie-Führerschaft und unsere breite Produkt- und Service-Palette. Tarifinnovationen wie unser konvergentes Angebot „MagentaEINS Unlimited“ oder innovative Festnetz-Produkte wie den 5G Hybrid Router sind Beispiele unserer Innovationsfähigkeit. Als erstes Telekommunikationsunternehmen in Deutschland haben wir dem Thema Nachhaltigkeit Rechnung getragen, indem wir mit der Einführung der beiden Nachhaltigkeitslabels „#GreenMagenta“ und „#GoodMagenta“ die Transparenz unserer Produkte erhöhen.

Der Mobilfunk-Markt in Deutschland wird aktuell von drei Anbietern mit eigener Netzinfrastruktur geprägt, die mit der 4G/LTE- und 5G-Technologie einen Großteil der Bevölkerung mit mobilem Hochgeschwindigkeits-Internet versorgen. Im Jahr 2019 hat auch die Drillisch Netz AG, eine Tochter der United Internet AG, Mobilfunk-Spektrum ersteigert und angekündigt, ein viertes Mobilfunknetz aufzubauen. Die Drillisch Netz AG hat am 21. Mai 2021 einen Vertrag mit Telefónica über National Roaming abgeschlossen, über den Drillisch seine Kunden versorgt, bis sie ein eigenes Mobilfunknetz errichtet haben. Der Infrastrukturwettbewerb wird dadurch weiter zunehmen.

Im Mobilfunk sind wir durch die Einhaltung unseres Netzausbau-Versprechens führend in der Netzabdeckung – bei Geschwindigkeiten und im Kundenerlebnis. Insgesamt können Ende 2021 mehr als 90 % der Bevölkerung in Deutschland die modernste Mobilfunk-Technologie im Netz der Telekom nutzen. Bei 5G erfolgt der Ausbau in Kombination auf zwei Frequenzbändern. Auf der reichweitenstarken 2,1 GHz-Frequenz werden hohe mobile Bandbreiten insbesondere in ländliche Gebiete gebracht. Die 3,6 GHz-Frequenz bietet Highspeed-5G dort, wo sich viele Menschen auf kleinem Raum bewegen, wie z. B. in großen Städten. Mit unserer Mehrmarkenstrategie im Mobilfunk sprechen wir zudem das gesamte Kundenspektrum an, vom Smart Shopper bis hin zum Premiumkunden. Unsere Geschäftskunden überzeugen wir mit unseren „Business Mobile“-Tarifen, welche bereits über den neuen 5G-Standard verfügen und mit zusätzlichen Optionen exklusiv für Geschäftskunden erweitert werden können.

Im Unterschied dazu ist der Markt für Festnetz-Breitband durch eine Vielzahl von Akteuren mit unterschiedlichen Infrastrukturen gekennzeichnet – vom überregionalen Anbieter bis hin zum regionalen Versorger. Wir gehen davon aus, dass der Wettbewerb von Seiten der Kabelnetzbetreiber intensiv bleibt und die Zahl der Anbieter mit eigenem Glasfasernetz zunehmen wird.

Im Festnetz wollen wir immer mehr Kunden mit Glasfaser-basierten Produkten begeistern. Unser deutschlandweites IP-basiertes Netz erreicht hohe Übertragungsbandbreiten von bis zu einem Gigabit pro Sekunde. Um unseren Kunden stets wettbewerbsfähige Highspeed-Anschlüsse anzubieten, investieren wir verstärkt in die digitale Infrastruktur. In den folgenden Jahren wollen wir bis zu 2,5 Mio. Haushalte pro Jahr mit Glasfaser bis zum Haus (FTTH) ausbauen, sodass wir 2024 ca. 10 Mio. Haushalte und Unternehmensstandorte mit Glasfaser-Anschlüssen versorgen können. Im Berichtsjahr haben wir unseren FTTH-Roll-out bereits verdoppelt und 1,2 Mio. Haushalten eine direkte Anbindung an das Glasfasernetz ermöglicht. Von unserem Ausbau profitieren sowohl Menschen im städtischen als auch im ländlichen Raum. Ein wichtiger Baustein unseres Glasfaser-Ausbaus sind Kooperationen. Neben bereits etablierten Kooperationen wurde im Jahr 2021 die Ausbaugesellschaft GlasfaserPlus GmbH gegründet, an der sich der IFM Global Infrastructure Fund mit 50 % beteiligen wird. Das Gemeinschaftsunternehmen soll bis 2028 4 Mio. zusätzliche gigabitfähige FTTH-Anschlüsse im (geförderten) ländlichen Raum und in Fördergebieten ausbauen. Mit unseren vielfältigen Kooperationsmodellen wollen wir Maßstäbe für eine nachhaltige Breitband-Infrastruktur setzen. Die Auslastung unserer Plattform sichern wir dabei durch unser eigenes Endkundengeschäft wie auch die Verlängerung langjähriger Partnerschaften mit Wholesale-Anbietern in der Breitband-Vermarktung.

Im TV-Markt wollen wir weiter wachsen und uns dabei auf unsere Entertainment- und exklusiven Streaming-Angebote bei MagentaTV konzentrieren, d. h. eine große Entertainment-Vielfalt „aus einer Hand“. Um unseren Kunden das bestmögliche Nutzungserlebnis zu bieten, setzen wir hier auf starke Partnerschaften wie z. B. RTL+, Disney+, Netflix, Prime Video, Sky, DAZN und AppleTV+. MagentaTV vereint somit mehrere Entertainment-Welten in einer.

Wir beschleunigen unser umfassendes Transformationsprogramm im operativen Segment Deutschland und verfolgen das Ziel, unsere Marktposition als führender integrierter Telekommunikationsanbieter in Deutschland durch innovative und wettbewerbsfähige Angebote weiter auszubauen. Die Komplexität unserer Produkte und Prozesse wollen wir hierzu durch Automatisierung und Digitalisierungsinitiativen weiter reduzieren. Unser Ziel ist es, mit perfektem Service das beste Kundenerlebnis bieten zu können. Dafür investieren wir weiter konsequent in unsere Netze sowie das Markenerlebnis. Wir verbessern das Service- und Einkaufserlebnis über unsere digitalen Kanäle durch den Ausbau unserer Möglichkeiten, kunden- und kontextindividuelle Angebote zu machen. Für unsere Geschäftskunden positionieren wir uns als der bevorzugte Partner für die Digitalisierung. Sowohl kleine wie große Geschäftskunden und multinationale Konzerne erhalten von uns ein integriertes Portfolio. Von Festnetz über Mobilfunk bis hin zu IT bieten wir kompetent, schnell und aus einer Hand ganzheitliche Lösungen, die unsere Kunden in einer digitalen Welt bestmöglich und nachhaltig unterstützen sollen.

Wir wollen auch in den kommenden Jahren die Marktführerschaft, gemessen am Umsatz, sichern und unseren Vorsprung durch steigende Service-Umsätze ausbauen. Wir reagieren auf den stetig anwachsenden Bedarf unserer Kunden an Bandbreite und investieren weiterhin umfassend in breitbandige Netze, digitale Transformation und erstklassigen Kundenservice. In unserem Breitband-Geschäft verzeichnen wir ein kontinuierliches Umsatzwachstum bei einer gleichzeitig ansteigenden Kundenzufriedenheit – diesen Wachstumskurs wollen wir auch im Jahr 2022 fortsetzen. Zur Verbesserung der Kundenzufriedenheit werden wir die Weiterentwicklung der Mobile Services (z. B. App: „MeinMagenta“) vorantreiben und einen nahtlosen Service über alle Kanäle (z. B. Web, Hotline, Shop) hinweg sicherstellen.

In unserem operativen Segment Deutschland erwarten wir 2022 ein leichtes Umsatzwachstum. 2023 rechnen wir mit einem Anstieg des Umsatzes. Werttreiber sind die zunehmenden Mobilfunk- und Breitband-Umsätze, resultierend aus einer höheren Attraktivität unserer Mobilfunk-Eigenmarke und dem Anstieg unserer Kundenzahl mit Highspeed-Anschlüssen, sowie das Umsatzwachstum in unserem Geschäftskundenbereich, u. a. durch den positiven Trend im IT- und Cloud-Geschäft. Unser Glasfaser-Angebot wollen wir weiter ausbauen, u. a. durch Geschäftsmodelle mit Vorleistungsprodukten, wie die Commitment-Verträge, sowie durch weitere Kooperationen.

Wir erwarten weiterhin, dass unsere Wachstumsinitiativen in Deutschland den mengenbedingten Umsatzrückgang im klassischen Festnetz-Geschäft kompensieren und wir die Marktführerschaft im Mobilfunk und Festnetz weiter ausbauen. Dank unserer hervorragenden Netzqualität und dem fortschreitenden Glasfaser-Ausbau erwarten wir in den kommenden beiden Jahren einen Anstieg der Zahl unserer Mobilfunk-Kunden und ebenso einen Anstieg bei unseren Breitband-Produkten, getrieben durch die Nachfrage nach TV- und Highspeed-Anschlüssen. Mit unseren Initiativen zur Digitalisierung des IT-Lösungsgeschäfts für unsere Geschäftskunden werden Umsätze aus dem IT- und Cloud-Umfeld sowie dem M2M/IoT-Geschäft weiter vorangetrieben. Im Bereich Wholesale erwarten wir insgesamt rückläufige Absatzmengen. Grund dafür ist v. a., dass unsere Wholesale-Kunden ihre Endkunden auf alternative Kabel- und Glasfaser-basierte Infrastruktur migrieren. Die Nachfrage aus unseren Commitment-Verträgen erwarten wir dennoch auf hohem Niveau.

Für die beiden nächsten Jahre gehen wir in unserem operativen Segment Deutschland von einem Ergebnisanstieg im Vergleich zum jeweiligen Vorjahr aus. Im Jahr 2022 erwarten wir ein bereinigtes EBITDA AL in Höhe von ca. 9,8 Mrd. €. Haupttreiber für den Anstieg sind das werthaltige Umsatzwachstum bei einer gleichzeitigen Reduktion der indirekten Kosten, die im Wesentlichen durch Digitalisierungs- und Automatisierungsmaßnahmen erzielt werden soll. 2023 wird unser bereinigtes EBITDA AL voraussichtlich weiter leicht ansteigen. Bis 2023 prognostizieren wir eine stabile bereinigte EBITDA AL-Marge.

Unsere Weichen stehen weiterhin auf Innovation und Wachstum: Während wir die Investitionen in neue Technologien in Zukunft stets mit hoher Kraft vorantreiben, werden wir Alttechnologien zurückbauen und dadurch Kosten einsparen. Unser Investitionsschwerpunkt in den kommenden Jahren liegt im Ausbau einer zukunftsgerichteten Festnetz- und Mobilfunk-Infrastruktur (z. B. FTTH und 5G). Dabei verfolgen wir das Ziel, Lücken im Netz der ländlichen Gebiete zu schließen und Ballungsräume entsprechend des hohen Bandbreitenbedarfs zu versorgen. Wir wollen diesen Ausbau effizient fortsetzen und nehmen an Förderprogrammen teil. Bei unseren Investitionen (Cash Capex) erwarten wir, im Vergleich zum jeweiligen Vorjahr, in den Jahren 2022 und 2023 einen Anstieg.

USA

Nachdem sich der gesamte ICT-Markt in den USA 2020 rückläufig entwickelt hatte, hat er im Berichtsjahr wieder an Dynamik gewonnen. In der ICT-Branche sind fast alle Bereiche, u. a. IT-Ausstattung und ‑Services, wieder zurück auf Wachstumskurs, sowie auch TK-Infrastruktur und -Services insgesamt. Im Bereich mobiler Sprach- und Datendienste wurde gegenüber dem Vorjahresniveau ein starker Zuwachs verzeichnet. Für den gesamten Markt sowie für die einzelnen Branchen wird bis 2026 stetiges Wachstum erwartet.

Es wird mit insgesamt jährlich weiter steigenden Mobilfunk-Umsätzen gerechnet, mit anhaltendem Kundenwachstum, zunehmender Datennutzung und Wachstum auf dem Endgerätemarkt. Der Tarifwettbewerb ist unverändert stark. Wie erwartet haben die Kabelgesellschaften Altice, Charter und Comcast 2021 mit ihren Mobilfunk-Angeboten an Bedeutung gewonnen und intensivieren den Wettbewerb deutlich, wobei die beiden letzteren jeweils auf über 3 Mio. Kund*innen gewachsen sind. Die Kabelgesellschaften könnten den Konkurrenzdruck noch weiter erhöhen, wenn sie das Potenzial des 2020 erworbenen mittleren Frequenzbands ausschöpfen. Der gemeinsame Vorstoß von DISH zusammen mit seinem Prepaid-Anbieter „Boost Mobile“ steht noch aus.

Führende Branchenverbände wie die GSMA gehen davon aus, dass die USA beim Umstieg auf 5G weltweit eine führende Rolle spielen werden. Der Ausbau des US-amerikanischen 5G-Netzes dürfte sich durch die Erweiterung der Netzkapazität und -abdeckung in sich ergänzenden Frequenzbändern seitens der Anbieter 2022 und in den folgenden Jahren beschleunigen. Zur Unterstützung des 5G-Ausbaus versteigerte die FCC im Jahr 2021 Spektrum im 3,45 GHz-Bereich, schafft das Regelwerk für die Spektrumauktion im 2,5 GHz-Bereich und arbeitet auf den Einsatz des C-Band-Spektrums hin. Nach Schätzungen der GSMA werden 2025 nahezu die Hälfte aller Mobilfunk-Verbindungen über 5G-Netze laufen. Ericsson rechnet bis 2027 mit einem Anteil von 90 %. T‑Mobile US hat die 5G-Netzführerschaft des Unternehmens ausgebaut: Zum Jahresende 2021 wurden über das 600 MHz-Spektrum mehr als 310 Mio. Menschen erreicht und über 210 Mio. Menschen mit „Ultra Capacity 5G“ versorgt. Dafür setzt T‑Mobile US u. a. das durch den Zusammenschluss mit Sprint erworbene 2,5 MHz-Spektrum ein.

T‑Mobile US hat 2021 in einigen Bereichen Rekordergebnisse erzielt. Außerdem haben die Wachstumsinitiativen des Unternehmens an Dynamik gewonnen, und der Ausbau der Netzführerschaft verschafft T‑Mobile US eine gute Ausgangslage für ein starkes Jahr 2022. T‑Mobile US wird sich weiterhin darauf konzentrieren, den Unternehmenswert zu steigern und auf dem US-amerikanischen Mobilfunk-Markt das beste Angebot im besten 5G-Netz mit prämierten Kundenerlebnissen zu bieten. Zu den Fokusthemen des Unternehmens gehört außerdem, weiterhin nachhaltig und profitabel den Wettbewerb zu schlagen, den Wert der Synergien schneller und umfangreicher zu heben als erwartet und kurzfristig die notwendigen Investitionen zu tätigen, um das Unternehmen langfristig erfolgreich zu positionieren. Mit diesem Leistungsangebot hält T‑Mobile US weiter an ihrem Erfolgsrezept fest und bietet zugleich ausgezeichneten Kundenservice sowie das branchenbeste 5G-Netz, um starkes und nachhaltiges langfristiges Wachstum zu gewährleisten und entsprechende Margeneffekte zu generieren.

T‑Mobile US geht für 2022 und 2023 sowohl bei Postpaid- als auch bei Prepaid-Kunden von einem anhaltenden Anstieg (allerdings bei letzteren eher von einem leichten Zuwachs) aus, wenn noch nicht erschlossenes Wachstumspotenzial in kleineren Märkten und mit Kunden im ländlichen Raum und Geschäftskunden gehoben und so künftiges Wachstum vorangetrieben wird. Tarife wie „Military“, „Unlimited 55+“ und Familientarife sowie die erfolgte Ausdehnung des Einzelhandelsnetzes in neu erschlossene Gebiete haben T‑Mobile US in den vergangenen Jahren zum wachstumsstärksten Unternehmen in dem Sektor gemacht und dabei gleichzeitig hervorragende Finanzergebnisse sowie branchenführende Kundenzuwächse verzeichnen lassen. Des Weiteren wird auf dem US-amerikanischen Mobilfunk-Markt mit einem Zuwachs bei den jüngeren und älteren Altersgruppen sowie einer Zunahme an neuen Produktkategorien im Highspeed-Internet-Geschäft gerechnet. Wettbewerbsdruck und unvorhergesehene Veränderungen in der Mobilfunk-Branche in den USA könnten sich jedoch erheblich auf die Erwartungen auswirken, eigene Postpaid- und Prepaid-Kunden zu gewinnen und zu binden.

T‑Mobile US geht für 2022 von einer stabilen Entwicklung des Gesamtumsatzes in lokaler Währung und einem leichten Anstieg für 2023 aus. Ausschlaggebend hierfür ist der für 2022 erwartete leichte Anstieg des Service-Umsatzes und das für 2023 erwartete weitere Wachstum, das hauptsächlich auf den Zuwachs im Bereich Postpaid-Kundenkonten und durchschnittlicher Umsatz je Kundenkonto (ARPA) zurückzuführen ist. Die weitere Einführung von 5G-Geräten wird voraussichtlich zu einem Wachstum beim Umsatz mit Endgeräten und einem Anstieg der Ratenfinanzierungen für Endgeräte führen. Dem gegenüber stehen jedoch rückläufige Umsätze aus der Vermietung von Endgeräten aufgrund einer rückläufigen Basis im Vermietungsgeschäft sowie niedrigere Umsätze im Wholesale-Geschäft.

T‑Mobile US rechnet für das Jahr 2022 mit einem bereinigten EBITDA AL von 26,4 Mrd. US‑$ und für das Jahr 2023 mit einem weiteren Anstieg. Die Entwicklung des bereinigten EBITDA AL wird in den kommenden Jahren vom weiteren Ausstieg aus der Vermietung von Endgeräten beeinflusst sein. Bei Sprint stand die Vermietung von Endgeräten stärker im Fokus – dieser Schwerpunkt wird nun auf den Ratenkauf von Endgeräten verlagert. Der Umsatz wird voraussichtlich überproportional zu den Aufwendungen wachsen, denn T‑Mobile US setzt den Schwerpunkt auf Kundenwachstum und die Realisierung von Synergien infolge des Zusammenschlusses mit Sprint: Effizienzgewinne bei den operativen Kosten werden vorangetrieben und Basisstationen werden im Zuge der Integration des Netzes und der Migration von Kunden ins Zielnetz außer Betrieb genommen. Neben weiteren Investitionen zur Erschließung von Wachstumspotenzialen wie der Gewinnung von Kunden im Bereich Digitalisierung, in kleineren Märkten und im ländlichen Raum sowie von Geschäftskunden werden jedoch auch die höher erwarteten Wechselaktivitäten im Zuge der Netzmigration voraussichtlich das bereinigte EBITDA AL beeinflussen. Das bereinigte Core EBITDA AL, d. h. das bereinigte EBITDA AL ohne Umsätze aus der Endgerätevermietung, wird voraussichtlich 2022 ansteigen und im Jahr 2023 stark ansteigen.

Ohne Berücksichtigung der Aufwendungen für Spektrum geht T‑Mobile US für 2022 von einem starken Anstieg des Cash Capex in lokaler Währung aus, da die Investitionen hoch bleiben, die Netzintegration beschleunigt sowie der Ausbau des 5G-Netzes weiter vorangetrieben werden. Dies dürfte im Jahr 2023 dann zu einem deutlichen Rückgang des Cash Capex führen.

Europa

Die Coronavirus-Pandemie hat auch 2021 die wirtschaftliche Entwicklung der Länder unseres operativen Segments Europa geprägt, wobei sich die Konjunktur nach dem Einbruch im Vorjahr deutlich erholt hat. Der private Konsum hat im Laufe des Jahres 2021 deutlich an Fahrt aufgenommen. Im Jahr 2022 soll das reale BIP in den Ländern unseres Segments zwischen 4,4 und 5,6 % pro Jahr zunehmen. Die anhaltende wirtschaftliche Ungewissheit könnte sich allerdings negativ auf die Haushalts- und Geschäftsausgaben für Telekommunikationsdienstleistungen auswirken und somit insbesondere die Umsätze im Geschäftskundenbereich, bei Roaming und im Prepaid-Segment negativ beeinflussen. So geht Analysys Mason für die Länder unseres operativen Segments Europa für das Jahr 2022 von einem Anstieg von 1,4 % der Gesamtumsätze für Telekommunikationsdienste aus; für 2023 wird das Wachstum nur moderat ausfallen. Der Bedarf der Kunden an einer schnellen und zuverlässigen Breitband-Anbindung soll auch für die kommenden beiden Jahre zu einem Wachstum der Breitband-Umsätze um ca. 3 % führen. Der Trend zu vermehrter Datennutzung wird sich weiter fortsetzen, insbesondere in den Haushalten, die bisher noch nicht ausreichend mit schnellem Breitband-Anschluss versorgt sind. Die Nachfrage ist auch aufgrund der Corona-bedingten Erfordernis, im Homeoffice zu arbeiten, größer geworden. Hinzu kommt der beschleunigte Glasfaser-Ausbau. In den meisten mittel- und osteuropäischen Ländern besteht noch die Möglichkeit, die Netzabdeckung mit Breitband zu erhöhen. Zusätzliche regulatorisch induzierte Maßnahmen werden die Investitionen in die Netzinfrastruktur voraussichtlich weiter steigern. Dieses Wachstum wird unterstützt durch die steigende Anzahl an Unternehmen, die konvergente Produkte anbieten. Beim traditionellen Pay-TV-Geschäft wird laut Analysys Mason in den nächsten beiden Jahren auch der TV-Umsatz für 2022 und 2023 jeweils um ca. 3 % ansteigen. Die Mobilfunk-Umsätze werden sich nach der Prognose von Analysys Mason im Jahr 2022 wieder leicht um ca. 1 % erhöhen. Auch für 2023 gehen die Analysten eher von einer stabilen Entwicklung aus.

Unser Ansporn ist es, uns in den kommenden Jahren zum führenden digitalen Telekommunikationsanbieter in Europa zu entwickeln. Wir sind davon überzeugt, dass wir nur dann langfristige und nachhaltige Zuwächse generieren können, wenn wir unsere Kunden in den Mittelpunkt all unseres Handelns stellen. Im Privatkundensegment wollen wir z. B. das beste Kundenerlebnis erzielen, indem wir unseren Kunden segmentspezifisch und über alle Landesgesellschaften hinweg unser FMC-Produkt-Portfolio anbieten. Das gelingt uns, weil wir unsere Netzinfrastruktur basierend auf unterschiedlichen Technologien intelligent nutzen. Mit unseren schnellen Glasfasernetzen sowie dem beschleunigten Roll-out von 5G treiben wir die Digitalisierung mit großen Schritten voran und wollen mit unseren vollintegrierten Produkten Privathaushalte, unsere Geschäftskunden sowie Kommunen versorgen.

Das operative Segment Europa ist durch sein starkes Beteiligungsportfolio gekennzeichnet: Alle unsere Landesgesellschaften sind, außer Rumänien, integrierte Anbieter von Telekommunikationsdienstleistungen und besitzen zusammen mit ihrem hohen Markenerkennungswert eine bedeutende Relevanz auf ihren jeweiligen Heimatmärkten. In Rumänien haben wir uns durch die Veräußerung der Anteile an der Telekom Romania Communications von einem integrierten zu einem reinen Mobilfunk-Anbieter transformiert. Die Tatsache, dass wir im Europa Segment international stark aufgestellt sind, bietet uns den Vorteil von Synergieeffekten: Die Landesgesellschaften unterstützen sich gegenseitig mit einem Qualifikations- und Wissenstransfer. Insbesondere bei den Herausforderungen durch die Digitalisierung und der Cloudification verschafft uns diese länderübergreifende Zusammenarbeit einen Vorteil vor den rein regional agierenden Anbietern.

Mit unserem erfolgreichen konvergenten Produkt-Portfolio „MagentaOne“ verfügen wir über starke, integrierte Festnetz- und Mobilfunk-Angebote für unsere Kunden, mit denen wir das Geschehen auf den europäischen Märkten erfolgreich mitgestaltet haben. Im Berichtsjahr haben wir weiter signifikante Fortschritte erzielen können: Zum einen weisen unsere Landesgesellschaften weiterhin starke Wachstumsraten auf, sodass die Mehrzahl unserer Kunden häufig über entsprechende Bündelverträge verfügt und wir damit den Anteil der FMC-Umsätze an den Gesamtumsätzen weiter steigern konnten. Zum anderen profitieren wir damit einhergehend von einer erhöhten Kundenzufriedenheit verbunden mit geringeren Abwanderungsquoten (Churn-Rate). In den nächsten Jahren werden wir unsere konvergenten Bündelangebote in Richtung zielgruppenspezifische Ansprache weiterentwickeln und wollen damit den Wert pro Haushalt kontinuierlich steigern. Mit „MagentaOne“ schaffen wir insbesondere für Familien eine hervorragende Verbindung für zuhause und unterwegs – kombiniert mit attraktiven Zusatzleistungen. Unser Ziel ist es weiterhin, das beste, integrierte Kundenerlebnis zu schaffen.

Unser TV-Geschäft bleibt ein wesentlicher Schlüssel zum Erfolg von FMC. Grundlage hierfür ist die Kombination von exzellentem Netz, einem herausragenden Kundenerlebnis und vielfältigem Content („Superaggregation“). Im Bereich Content legen wir weiterhin Wert auf qualitativ hochwertige und – dort, wo es Sinn macht – exklusive eigene Inhalte. Auch zukünftig werden wir, abhängig von den lokalen Marktbedingungen, über den (co-)exklusiven Erwerb von Rechten für Sportübertragungen wie z. B. der UEFA Champions League und Europa League oder Lizenzen von TV-Spielfilmen/-Serien verhandeln. Wir sehen jedoch ebenfalls weiterhin eine hohe Relevanz von qualitativ hochwertigen lokalen Inhalten in unseren Märkten, die wir unseren Kunden umfassend anbieten möchten. Über die Implementierung einer neuen TV-Plattform können wir zum einen das Kundenerlebnis verbessern und zum anderen schnell neue Dienste und Inhalte ausrollen. Zusätzlich kooperieren wir mit sog. „OTT-Playern“ wie Netflix oder Prime Video und erweitern sukzessive unser Angebot von OTT-Diensten – lokale wie internationale – über alle Bildschirme, insbesondere auf unseren Android-TV-basierenden Endgeräten. Insgesamt rechnen wir damit, dass wir unsere Umsätze im TV-Geschäft in den kommenden beiden Jahren weiter steigern können.

Um einen weiteren Schritt hin zum besten Kundenerlebnis zu machen, wollen wir uns noch konsequenter auf unsere Kund*innen und deren Bedürfnisse fokussieren. Insbesondere schauen wir auf das end-to-end Kundenerlebnis über alle Kanäle hinweg. Hierbei leistet die Digitalisierung einen wesentlichen Beitrag: Wir werden die digitale Interaktion mit unseren Kunden weiter ausbauen, um individueller und effizienter auf die Kundenbedürfnisse einzugehen sowie Produkte und innovative Dienstleistungen schneller am Markt zu platzieren. Dabei wollen wir weiterhin sicherstellen, dass neben dem digitalen auch der menschliche Kontakt ein wesentlicher Faktor bei der Interaktion mit den Kunden ist. So glauben wir, dass wir bei der Kundenzufriedenheit bis 2024 Platz 1 der Telekommunikationsunternehmen in den jeweiligen Landesgesellschaften erzielen werden, basierend auf dem empirisch erhobenen TRI*M-Index.

Der Breitband-Ausbau wird auch in den kommenden Jahren ein klarer Schwerpunkt bleiben. Mit unserer hochmodernen Netzinfrastruktur begleiten wir die Digitalisierung und setzen auf die Technologie-Führerschaft. Nach den erfolgreichen Spektrumauktionen nimmt der 5G-Roll-out weiter Fahrt auf. Zum Jahresende 2021 haben unsere Landesgesellschaften 28,9 % der Bevölkerung in unserem europäischen Footprint mit 5G versorgt. In Griechenland, Kroatien und Österreich sind es teils schon mehr als 50 % der Bevölkerung, die von den Vorteilen der 5G-Technologie profitieren. LTE bleibt dabei das Rückgrat für mobile Datendienste und wird mit einer Netzabdeckung von 98,2 % zur neuen Standard-Technologie. In den ersten Ländern haben wir dazu die Abschaltung der 3G-Technologie gestartet. So werden wir sukzessive in allen Ländern, in denen wir aktiv sind, die heute noch für 3G genutzte Technologie und das Frequenzspektrum für die Erhöhung der LTE- und 5G-Kapazität einsetzen. Der Ausbau der Glasfaser-Technologie schreitet ebenfalls immer weiter voran. Im Berichtsjahr konnten wir unseren Ausbau erneut steigern und für weitere 1,4 Mio. Haushalte Glasfaser-Anschlüsse bereitstellen. Bis 2023 werden wir die Glasfaser-Abdeckung von derzeit 7,0 Mio. Haushalten (27,9 % Abdeckung) um weitere ca. 2 Mio. Haushalte auf dann 36 % Netzabdeckung erhöhen. Neben dem Glasfaser-Ausbau haben wir im Festnetz mit den ersten Piloten zu einer Abschaltung der alten Kupferinfrastruktur begonnen. Dies werden wir in den nächsten Jahren konsequent fortsetzen.

Mit unserer Service-App haben wir in den vergangenen Jahren unseren digitalen Ansatz erfolgreich revolutioniert. Auf einer preisgekrönten Architektur produzieren wir die App zentral für alle Landesgesellschaften als hochmodernes digitales Interaktionsinstrument mit unseren Kund*innen. Mehr als zwei Drittel unserer Kunden nutzen die Service-App und wir nutzen dies zur Monetarisierung (Up- and Cross-sell) sowie zur Kostenreduzierung, indem wir durch Selbst-Service und vorausschauende Instandhaltung signifikant Service-Fälle verringern. Dieses Produktionsmodell ist so erfolgreich, dass dies nun für mehr und mehr Produkte genutzt wird. Derzeitiger Fokus liegt auf einem zentralen OneShop (bereits live in vier Märkten) und zentral produzierten TV-Produkten (zwei Märkte mit neu entwickelter TV-App befinden sich bereits im finalen Entwicklungsstatus) sowie zentral entwickelten Breitband- und Router-Produkten. Zusätzlich bietet diese zentrale Digitalisierung zahlreiche Möglichkeiten zu Kundenerlebnissen über Produktgrenzen hinweg, z. B. das Management des Routers in der Service-App.

Unsere Geschäftskunden in Europa haben mit der Telekom in den kommenden Jahren einen starken und verlässlichen Partner an ihrer Seite, wenn es um ihren Geschäftserfolg geht. Wir haben uns schneller und präziser denn je aufgestellt, um Lösungen für Produktivität, Digitalisierung und Kontinuität aus einer Hand anzubieten. Denn die anhaltende Coronavirus-Pandemie sowie die immer komplexeren Anforderungen in der digitalen Wirtschaft setzen kleine wie große Unternehmen und den öffentlichen Sektor weiter unter Handlungsdruck. Diesen Auftrag haben wir verstanden und werden unser 5G-Netz und unser Glasfaser-Angebot mit starken, bewährten Partnern wie Microsoft und Cisco, aber auch mit jüngeren Unternehmen wie Zoom, mit Produktivitätslösungen für hybrides Arbeiten verschmelzen. Dazu zählen wir auch modernste Datenspeicher-Lösungen in der Cloud (sog. „Cloud Storage-Lösungen“) mit automatischen Back-up-Funktionen. Darüber hinaus können unsere Geschäftskunden ihr digitales Geschäft mit uns und unseren Partnern weiter stärken. Und schließlich bleibt Sicherheit weiterhin eines unserer großen Fokusthemen. Dazu haben wir bereits in einigen Märkten den Datenverkehr unserer Mobilfunk- und Festnetze für Geschäftskunden abgesichert, ganz automatisch und ohne notwendige Installationen auf Kundenseite. Diese Features bauen wir weiter aus, ebenso erweitern wir stetig unser Portfolio für alle Geschäftsgrößen und entwickeln unseren Beratungsansatz mit Expertenteams weiter (z. B. die Live-Demonstrationen von Angriffen aus dem Internet auf Unternehmen, sog. „Live Hacking-Verfahren“).

In unserem operativen Segment Europa rechnen wir v. a. dank der stärkeren Fokussierung auf die Konvergenzmarke „MagentaOne“ in den nächsten beiden Jahren mit einer positiven Kundenentwicklung. Für die Anzahl der TV- und Breitband-Kunden rechnen wir 2022 und 2023 jeweils mit einem Anstieg. Bei der Anzahl der Mobilfunk-Kunden planen wir 2022 sowie 2023 mit einem leichten Anstieg. Die Festnetz-Anschlüsse prognostizieren wir für 2022 mit einem leichten Rückgang und 2023 mit einem stabilen Niveau.

Für unser operatives Segment Europa erwarten wir, trotz belastender Entscheidungen von Regulierungsbehörden, für das Jahr 2022 einen leichten Anstieg und 2023 einen stabilen Verlauf der Umsätze – auf vergleichbarer Basis, d. h. bei konstanten Wechselkursen und Marktbedingungen sowie konstanten Organisationsstrukturen. Betrachtet man die zukünftige Entwicklung der Service-Umsätze, so gehen wir für 2022 von einem leichten Wachstum aus. Für das Jahr 2023 erwarten wir einen stabilen Verlauf.

Die hohe Wettbewerbsintensität auf den Märkten unseres operativen Segments bringt möglicherweise Margenverluste mit sich. Um dafür über die Realisierung von Kostensenkungspotenzialen gewappnet zu sein, wollen wir unsere Produktivität erhöhen und die Vorteile der Digitalisierung nutzen – u. a. bei der Automatisierung von Prozessen. Entsprechend erwarten wir für das bereinigte EBITDA AL eine positive Entwicklung. Wir gehen davon aus, dass das bereinigte EBITDA AL 2022 ansteigen und bei rund 4,0 Mrd. € liegen wird und rechnen für 2023 mit einem leichten Anstieg.

Um unsere Technologie-Führerschaft zu halten, investieren wir weiter in unsere integrierten Netze und wollen unsere Investitionen in den nächsten Jahren insgesamt auf einem hohen Niveau halten. Wir erwarten, dass der Cash Capex 2022 und 2023 einen stabilen Verlauf zeigen wird.

Systemgeschäft

Insgesamt wird das Wachstum im IT-Markt in den kommenden Jahren weiter auf hohem Niveau bleiben. Der Markt wird durch andauernden Kostendruck und scharfen Wettbewerb geprägt sein. Der Einfluss der Coronavirus-Pandemie hat die Digitalisierung in vielen Bereichen beschleunigt. Aus diesem Grund erwarten wir eine weiter steigende Nachfrage nach Lösungen aus den Bereichen Cloud Services, Big Data sowie Digitalisierung von Geschäftsprozessen, aber auch IT-Sicherheit (Cyber Security).

Das Marktwachstum für IT-Dienstleistungen dürfte sich in den nächsten Jahren fortsetzen. Zugleich ist dieser Markt einem starken Wandel unterworfen, u. a. infolge fortschreitender Standardisierung und Automatisierung, der Nachfrage nach intelligenten Dienstleistungen sowie Veränderungen im Outsourcing-Geschäft durch Cloud Services. Hinzu kommen neue Herausforderungen durch die Digitalisierung, die immer wichtiger werdende Cyber Security, Big Data und die wachsende Mobilität. Das traditionelle IT-Geschäft wird weiter rückläufig sein, während Cloud Services, Mobilität und Cyber Security zweistellige Wachstumsraten erreichen können. Angesichts dessen planen wir, weiterhin verstärkt in Wachstumsmärkte zu investieren – insbesondere in Digitalisierung (z. B. EDGE, Künstliche Intelligenz (KI) und Blockchain), Multi- & Hybrid Cloud Services und Cyber Security.

Bestandteil unserer Konzernstrategie ist der Anspruch, führender Partner bei der Geschäftskundenproduktivität zu sein. Mit Angeboten für Beratung, Cloud Services und Digitalisierungslösungen, inklusive Datensouveränität und -sicherheit, sowie strategischen Partnerschaften begleiten wir unsere Kunden in digitale Geschäftsmodelle.

Im Rahmen der Transformation unseres Systemgeschäfts haben wir unsere Organisation und Abläufe portfoliobasiert ausgerichtet und damit die Grundlagen für geschäftliche Transparenz sowie dedizierte Steuerung und Strategie unseres Portfolios geschaffen. Wir forcieren weiterhin den Ausbau des Wachstumsgeschäfts (z. B. Public Cloud, Souvereign Cloud, Cloud Migration) bei gleichzeitiger Stabilisierung und weiterer Kosteneinsparungen im etablierten IT-Geschäft (z. B. Infrastructure Solutions) mit dem Ziel, eine bedeutende Verschiebung im Umsatzmix in Richtung unserer Wachstumsbereiche zu erreichen.

Wir gehören, gemessen am Umsatz und Marktanteil, zur Spitzengruppe der Anbieter auf dem europäischen IT-Markt und sind Marktführer in Deutschland. Dabei ist unsere sehr hohe Kundenzufriedenheit – mit einem TRI*M-Wert von 90 – zentraler Baustein, um uns dauerhaft auf dem europäischen Markt zu etablieren und auch im Bereich Digitalisierung eine führende Rolle einzunehmen.

Insgesamt prognostizieren wir für das operative Segment Systemgeschäft beim Auftragseingang jeweils einen leichten Anstieg im Vergleich zum Vorjahr für die Jahre 2022 und 2023. Für den Umsatz erwarten wir im Jahr 2022 zunächst einen stabilen Verlauf und einen leichten Anstieg im Jahr 2023. Der Umsatz besteht überwiegend aus Service-Umsatz. Der Trend des Service-Umsatzes folgt damit grundsätzlich dem des Gesamtumsatzes. Das bereinigte EBITDA AL dürfte 2022 ansteigen und bei etwa 0,3 Mrd. € liegen. Auch 2023 erwarten wir einen Anstieg des bereinigten EBITDA AL. Bei anhaltenden Investitionen in den Wachstumsbereichen erwarten wir beim Cash Capex einen stabilen Verlauf für 2022 und 2023.

Group Development

Die Entwicklung der finanziellen Leistungsindikatoren unseres operativen Segments Group Development wird zukünftig v. a. durch die Funktürme der GD Towers geprägt sein.

GD Towers setzt sich aus den Beteiligungen Deutsche Funkturm (DFMG) und Magenta Telekom Infra (MTI) zusammen. DFMG ist mit rund 33.600 Standorten der größte Anbieter von passiver Funkinfrastruktur für den Mobil- und Rundfunk in Deutschland. In den kommenden Jahren ist mit einer stetig steigenden Nachfrage nach Mobilfunk-Standorten zu rechnen. Gründe dafür sind zum einen, dass die Netzanbieter Abdeckungslücken schließen wollen, zum anderen werden die Mobilfunknetze weiter verdichtet, um die wachsende Nachfrage nach Mobilfunk-Datendiensten zu decken. MTI bündelt das österreichische Funkturmgeschäft und ist mit rund 7.000 Standorten der zweitgrößte Anbieter von passiver Funkinfrastruktur für den Mobil- und Rundfunk in Österreich. In den kommenden Jahren ist hier ebenfalls mit einer ansteigenden Nachfrage nach Mobilfunk-Standorten zu rechnen, weshalb im Jahr 2021 bereits erste 5G-Modernisierungen durchgeführt wurden. Diese werden künftig weiter forciert. Zudem werden weitere neue Standorte errichtet.

Für 2022 erwarten wir für unser operatives Segment Group Development einen Anstieg des Umsatzes. Im Jahr 2023 dürfte der Umsatz weiter zulegen. Das bereinigte EBITDA AL wird 2022 voraussichtlich ansteigen und bei rund 0,6 Mrd. € liegen; auch 2023 gehen wir von einem Anstieg des bereinigten EBITDA AL aus. Die positive Entwicklung des Umsatzes ist im Wesentlichen durch den weiteren Standortausbau bei der DFMG sowie die 5G-Modernisierung der MTI getrieben. Die positive Entwicklung des bereinigten EBITDA AL und der EBITDA AL-Marge ist durch das Umsatzwachstum und Kosteneffizienzen getrieben.

In unserem operativen Segment Group Development rechnen wir für 2022 mit einem starken Anstieg und 2023 mit einem stabilen Verlauf der Investitionen. Zurückzuführen ist dies v. a. auf den weiteren Ausbau von Mobilfunk-Standorten, den Ausbau von 5G und Modernisierungsmaßnahmen der DFMG in Deutschland sowie den 700 MHz Roll-out in Österreich.

Group Headquarters & Group Services

In den Group Headquarters & Group Services werden wir auch in den kommenden beiden Jahren unsere fortwirkenden Effizienzmaßnahmen im Fokus behalten, indem wir unsere Strukturen, v. a. bei den Group Services, weiter optimieren und uns auch künftig darauf konzentrieren, unsere Kostensenkungsmaßnahmen umzusetzen. Schwerpunktmäßig erfolgt dies durch die optimierte Reallokation personeller Ressourcen, Bündelung standardisierter Prozesse für den Konzern sowie die Aufwertung unseres Immobilien-Portfolios durch innovative Flächen- und Arbeitsplatzkonzepte. Damit einhergehend arbeiten wir beständig an der weiteren Optimierung von Büro-Arbeitsflächen/-kapazitäten im Konzern. Dabei profitieren wir von bestehenden technischen Lösungen, mit denen wir es unseren Mitarbeiter*innen erleichtern, ihren individuellen Arbeitsort flexibel zwischen zu Hause oder dem Büro zu gestalten. Auf diese Weise können gleiche Arbeitsplätze – zeitlich versetzt – von mehreren Mitarbeiter*innen genutzt werden. Zudem kommt uns diese Flexibilität auch in der aktuellen pandemischen Lage zugute, in der die Rahmenbedingungen für Arbeitsplätze oftmals und kurzfristig angepasst werden müssen. Von den Kostensenkungen profitieren auch die operativen Segmente, da wir in die Lage versetzt werden, unsere Leistungen kostengünstiger bereitzustellen.

Unser Vorstandsbereich „Technologie und Innovation“ wird auch in den kommenden Jahren, neben der IT-Standardisierung und dem weiteren Aufbau zentraler Produktionsplattformen, die Entwicklung innovativer Technologien, Produkte und Services vorantreiben. Große Investitionsfelder im Zeitraum von 2022 bis 2023 sind die Technologie-Entwicklung, die Umsetzung unserer IT-Strategie sowie Security. Hieraus erwarten wir eine Senkung der Gesamtkosten und Investitionen, getrieben durch die IT-Betriebskosten, sowie durch die fortschreitende Standardisierung der IT-Infrastruktur und ‑Plattformen, im Wesentlichen durch Cloudifizierung, Automatisierung und Retiring.

Diese Einsparungen unterstützen nachhaltig die Finanzierung der Innovationsbestrebungen für den Konzern. Wir fokussieren Innovationsthemen wie Network Slicing, Open Radio Access Network (O-RAN), Anwendungen basierend auf dem neuen Mobilfunk-Standard 5G, die Weiterentwicklung einer eigenen intelligenten Sprachsteuerung für Produkte und Services der Deutschen Telekom sowie die Einführung eines einheitlichen Betriebssystems für vom Konzern vertriebene Router. Die Innovationen im Technologie-Umfeld dienen der dauerhaften Sicherung der Netzwerk- und Technologie-Führerschaft unserer operativen Segmente Deutschland und Europa sowie der Weiterentwicklung sog. „Campus-Netzwerke“ zur besseren integrierten Automation von Produktionsabläufen für unsere internationalen Industriekunden. Insgesamt steht die Verbesserung der Kundenerfahrung bei all unseren Investitionsprojekten im Mittelpunkt.

4G
Bezeichnung für den Mobilfunk-Standard der vierten Mobilfunk-Generation mit höheren Übertragungsraten (siehe LTE).
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5G
Neuer Kommunikations-Standard (ab 2020 Einführung): bietet Datenraten im Gigabit Bereich, führt Festnetz und Mobilfunk zusammen, unterstützt das Internet der Dinge.
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AL – after leases
Seit Beginn des Geschäftsjahres 2019 berücksichtigen wir bei der Definition unserer finanziellen Leistungsindikatoren die Auswirkungen der verpflichtenden Erstanwendung des Rechnungslegungsstandards IFRS 16 „Leases“. Zur Ermittlung des „EBITDA after leases“ (EBITDA AL) wird das EBITDA um die Abschreibungen der aktivierten Nutzungsrechte und die Zinsaufwendungen für die passivierten Leasing-Verbindlichkeiten angepasst. Bei der Ermittlung des „Free Cashflow after leases“ (Free Cashflow AL) wird der Free Cashflow um die Tilgung von Leasing-Verbindlichkeiten angepasst.
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Cyber Security
Sicherheit gegen Internet-Kriminalität.
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FMC – Fixed Mobile Convergence
Beschreibt das Zusammenwachsen (Konvergenz) von Festnetz- und Mobilfunk-Tarifen bei Kunden, die sowohl einen Festnetz- als auch einen Mobilfunk-Vertrag bei der Deutschen Telekom haben.
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FTTH – Fiber to the Home
(engl.) – Glasfaser bis ins Haus. Als FTTH bezeichnet man in der Telekommunikation das Verlegen von Glasfaser-Kabeln bis in die Wohnung des Kunden.
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Festnetz-Anschlüsse
Anschlüsse in Betrieb ohne Eigenverbrauch und ohne öffentliche Telekommunikationseinrichtungen, einschließlich IP-basierter Anschlüsse. In den Darstellungen des zusammengefassten Lageberichts wurden die Summen auf genauen Zahlen berechnet und auf Millionen bzw. Tausend gerundet. Prozentwerte wurden auf Basis der dargestellten Werte berechnet.
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Glasfaser
Transportweg für optische Datenübertragung.
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Glasfaser-Anschlüsse
Gesamtzahl aller FTTx-Anschlüsse (z. B. FTTC/VDSL, Vectoring sowie FTTH).
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ICT – Information and Communication Technology
(engl.) – Informations- und Kommunikationstechnologie.
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IP – Internet Protocol
Herstellerneutrales Transport-Protokoll der Schicht 3 des OSI-Referenzmodells für die netzüberschreitende Kommunikation.
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IoT – Internet of Things
(engl.) – Internet der Dinge. Das IoT ermöglicht die intelligente Vernetzung von Dingen (Sensoren, Geräten, Maschinen, Fahrzeugen, usw.) mit dem Ziel, Anwendungen und Entscheidungsprozesse zu automatisieren. Das IoT-Angebot der Telekom reicht von SIM-Karten und flexiblen Datentarifen über IoT-Plattformen in der Cloud bis hin zu Komplettlösungen aus einer Hand.
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LTE – Long Term Evolution
Die Mobilfunk-Technik 4G nutzt u. a. Mobilfunk-Frequenzen im 800 MHz-Band, die durch die Digitalisierung des Fernsehens frei geworden sind. Mit den reichweitenstarken Fernsehfrequenzen lassen sich große Flächen mit deutlich weniger Sendemasten als bisher erschließen. LTE ermöglicht Geschwindigkeiten von mehr als 100 MBit/s im Download und 50 MBit/s im Upload.
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M2M – Machine to Machine
(engl.) – Maschine zu Maschine. Kommunikation zwischen Maschinen, bei der automatisch Informationen an den Empfänger versendet werden. So verschicken z. B. Alarmanlagen im Notfall von selbst ein Signal an den Sicherheitsdienst bzw. an die Polizei.
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MTR – Mobile Termination Rate
(engl.) – Mobilfunk-Terminierungsentgelte. Terminierung ist der Transport eines Gesprächs vom Netz z. B. des Wettbewerbers in das Netz der Telekom. Wird das Gespräch in das Mobilfunknetz transportiert, spricht man von Mobilfunk-Terminierung. Wird der Verkehr in das Festnetz terminiert, spricht man von Festnetz-Terminierung oder oft auch einfach von Interconnection (IC). Unter dem Begriff Terminierungsentgelt versteht man den Betrag, den eine Telefongesellschaft bei der Netzzusammenschaltung für die Terminierung eines Gesprächs in ein fremdes Netz zahlen muss.
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Mobilfunk-Kunden
Im zusammengefassten Lagebericht entspricht jede Mobilfunk-Karte einem Kunden. In den Darstellungen wurden die Summen auf genauen Zahlen berechnet und auf Millionen bzw. Tausend gerundet. Prozentwerte wurden auf Basis der dargestellten Werte berechnet (siehe auch SIM-Karten).
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Postpaid
(engl.) – im Nachgang bezahlt. Kunden, die Kommunikationsleistungen im Nachgang der erbrachten Leistung bezahlen (in der Regel auf Monatsbasis).
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Prepaid
(engl.) – im Voraus bezahlt. Im Gegensatz zu Postpaid-Verträgen im Voraus bezahlte Kommunikationsleistungen in Form von Guthaben ohne vertragliche Bindung.
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Roaming
Bezeichnet die Nutzung eines Kommunikationsendgeräts oder auch nur die Nutzung der Teilnehmeridentität in einem anderen Netzwerk (Visited Network) als dem Heimat-Netzwerk (Home Network). Hierzu ist erforderlich, dass die Betreiber der beiden Netzwerke ein Roaming-Abkommen getroffen haben sowie die erforderlichen Signalisierungs- und Datenverbindungen zwischen ihren Netzen geschaltet haben. Roaming kommt z. B. zum Tragen bei der länderübergreifenden Nutzung von Mobiltelefonen und Smartphones.
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Router
Koppelelemente, die zwei oder mehr Subnetze miteinander verbinden. Darüber hinaus können Router die Grenzen eines Netzwerks erweitern und den Datenverkehr kontrollieren, indem sie fehlerbehaftete Datenpakete nicht weiterleiten.
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Wholesale
(engl.) – Großhandel. Bezeichnung für die Abgabe von Leistungen an Dritte, die diese ihren Endkunden direkt oder verarbeitet zur Verfügung stellen.
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