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Innovations­prioritäten

Innovationen können überall entstehen. Daher ist es wichtig, dass unsere Innovationsaktivitäten unternehmensübergreifend und strategisch ausgerichtet sind. Einen ganzheitlichen, konzernweit gültigen Rahmen dafür bilden unsere miteinander verbundenen Innovationsfelder. Auch in diesem Berichtsjahr haben wir unsere Innovationsprioritäten in enger Abstimmung mit den operativen Segmenten weiterentwickelt, aufbauend auf den Aktivitäten in 2020:

  • Connectivity: Wir entwickeln unser Router-Betriebssystem für die digitale Zukunft – mit verbesserter Cloud-basierter Konnektivitätssteuerung und Service-Qualität, überlegener Kundenerfahrung und einheitlicher Bedienung via App, PC oder TV, sowie Mehrwert stiftenden Anwendungen, wie z. B. Kinderschutz, Haus-Sicherheit, vorausschauender Instandhaltung und Fehlerbehebung. Diese neue Router-Generation basiert auf einem global skalierenden Referenzsystem (RDK), welches wir gemeinsam mit weiteren führenden Telco-Anbietern kontinuierlich weiterentwickeln. Einen ersten erfolgversprechenden Piloten für Beta-Nutzer haben wir im Berichtsjahr in Ungarn gestartet und bereiten dort die Markteinführung für 2022 vor, neben weiteren Anwendungen und Prototypen in Deutschland, Kroatien, Griechenland und Nordmazedonien. Kernelement der Konnektivitätssteuerung ist das Software-Feature „Heimnetz-Check“, das 2021 sowohl in den nationalen Service-Apps (z. B. „MeinMagenta“) als auch via TV-Schnittstelle vorgestellt wurde, und welches neue kontextbasierte Kundeninteraktion zur Leistungsoptimierung und Fehlerbehebung im Heimnetz ermöglicht.
  • Smart Home: Die Cloudifizierung des Smart Home-Angebots startete bereits im Jahr 2019 und wird weiterhin kontinuierlich vorangetrieben mit dem Ziel, ein zukunftssicheres Ökosystem zu gestalten. Kernbestandteil ist die Cloud-basierte App „MagentaZuhause“, die im September 2021 für Beta-Nutzer eingeführt wurde. Die App ermöglicht die Einbindung aller verbundenen Geräte im Haushalt und die personalisierte Nutzung durch jedes Haushaltsmitglied. Für Nutzer eines geeigneten Telekom-Routers ist die Entwicklung von Software-basierten Einstiegs-Anwendungsszenarien ein Schwerpunkt.
  • Service-Orchestrierung im vernetzten Zuhause: Wir wollen das Kundenerlebnis im und um das Haus deutlich verbessern, indem wir eine nahtlose, konsistente und unkomplizierte Interaktion zwischen allen Diensten und Geräten der Deutschen Telekom sowie ausgewählten Partnerdiensten ermöglichen. Dies wird durch die von der Deutschen Telekom entwickelte Orchestrierungsplattform „Magenta HomeOS“ erreicht. Die Plattform verbindet unsere verschiedenen Dienste und ermöglicht es, einzigartige Kundenerlebnisse zu gestalten. Die MagentaZuhause TV App, die im Dezember 2021 auf den Markt gekommen ist, ist der erste Kunden-Touchpoint, der die HomeOS Plattform nutzt. Die App, welche TV, Smart Home, Router-Management, MagentaCloud und Sprachsteuerung kombiniert, ist in mehr als 3,5 Mio. Haushalten in Deutschland verfügbar. Der Start der MagentaZuhause Mobile App ist für Februar 2022 geplant.
  • Magenta Voice: Mit der intelligenten Sprachsteuerung („Voicification“) wollen wir das Kundenerlebnis unserer Dienste weiter verbessern und die Interaktion mit der Technik und den Geräten vereinfachen. Dazu entwickeln wir die eigene Sprachplattform kontinuierlich weiter, binden Partner ein und integrieren die Sprachsteuerung in zahlreiche weitere Produkte und Dienste, wie z. B. TV, Smart Home und die App „MeinMagenta“, um eine umfassende konvergente Anwendungsebene für unsere Kunden anzubieten. Die laufende Verbesserung der Funktionalitäten hat zu einer steigenden Kundenzufriedenheit und -nutzung geführt. Die Weiterentwicklung hin zu B2B-Lösungen wird parallel vorangetrieben. Beispiele dafür sind ein Termin-Assistent für Geschäftskunden oder eine Spracherkennung zur Authentisierung und Personalisierung.
  • Campus Networks: Einer der wichtigsten Anwendungsfälle für die 5G-Technologie sind Campus-Netzwerke für Firmenkunden. Campus-Netze kombinieren dedizierte Mobilfunk-Konnektivität mit Edge Computing und integrierten digitalen Anwendungen aus Produktion, Automatisierung und Logistik, was die Möglichkeiten für Produktionsautomatisierung, Flexibilität und Stabilität für die Industrie erhöht. Im Berichtsjahr haben wir unser Campus-Portfolio mit eigenständigen und hybriden Lösungen komplettiert und weitere wichtige Ankerkunden gewinnen können. Die Deutsche Telekom wurde im Berichtsjahr als bester Mobilfunk-Betreiber für 5G-Enterprise-Angebote in einer internationalen Studie von ABI Research unter 20 Telekommunikationsanbietern ausgezeichnet. Zusätzliche vertikale Lösungen als Ergänzung zum Campus-Netz sind 5G-unterstützte Positionierungslösungen in der Produktion, die Fabrikobjekte und autonome Geräte in Echtzeit via Ultra-Breitband (UWB) mit einer Genauigkeit von bis zu 30 cm erfassen und lokalisieren.
  • Network Differentiation: In diesem Innovationsprogramm treiben wir Entwicklungen zur Disaggregation, Cloudifizierung und Automatisierung unserer Netzproduktion voran. Dieser neue Ansatz wird sowohl das Kundenerlebnis deutlich verbessern als auch die Flexibilität und Skalierbarkeit erhöhen bei gleichzeitiger Senkung der Kosten. Erreichen werden wir dies z. B. durch Software-Lösungen zur automatisierten Analyse und durch Fehlerkorrektur auf Basis von Künstlicher Intelligenz und maschinellem Lernen. Darüber hinaus erhöhen wir durch unsere Multi-Vendor-Strategie die Unabhängigkeit von einzelnen Lieferanten und sichern dadurch auch weiterhin unsere Technologie-Führerschaft. Zudem werden neue Optionen zur direkten Monetarisierung des Netzes möglich, z. B. über Netz-Programmierschnittstellen (Network APIs). Führende Netzbetreiber verfolgen im Rahmen der O-RAN Alliance das Ziel, einen Standard für ein herstellerübergreifendes, modulares, offenes Funkzugangsnetz festzulegen und gemeinsam mit anderen Partnern die Entwicklung von entsprechenden Hardware- und Software-Komponenten voranzutreiben. Im Berichtsjahr hat die Deutsche Telekom Europas erstes Modellnetz für Open RAN inklusive Massive Multiple Input Multiple Output (MIMO) in Neubrandenburg erfolgreich in Betrieb genommen. Im Open Test & Integration Center (OTIC) in Berlin können Start-ups, Lieferanten, Betreiber und Systemintegratoren das Zusammenspiel neuer Komponenten mit den Mobilfunknetzen testen.
  • 5G Standalone: Bisher setzt die Telekom auf 5G Non-Standalone (5G NSA), bei dem noch das vorhandene 4G-Netz das technische Rückgrat bildet. Als Technologie-Führer hat die Deutsche Telekom im Berichtsjahr in Garching bei München ihren ersten Standort für 5G Standalone (5G SA) in Betrieb genommen. Dabei wird das 5G-Funkzugangsnetz mit dem neuen 5G-Kernnetz integriert. Dieses Kernnetz sorgt dann für die entscheidenden Neuerungen und Vorteile, denn eine gleichzeitige Verbindung zum 4G- und 5G-Netz ist damit für Endgeräte nicht mehr nötig. Das 5G-Kernnetz beruht auf cloudifizierter, virtualisierter Hardware und Software und wird so neue Anwendungen ermöglichen, wie z. B. Network Slicing. Network Slices sind voneinander getrennte logische Netze, mit individuellen anwendungsspezifischen Leistungsmerkmalen wie z. B. Bandbreite, Latenz oder Kapazität, die auf der gleichen physischen Infrastruktur produziert werden. So wird es möglich, Anwendungen immer für genau das passende (virtuelle) Netz zur Verfügung zu stellen, wodurch das Kundenerlebnis verbessert wird. So könnten Network Slices z. B. für bandbreiten- und latenzkritische Anwendungen wie Augmented/Virtual Reality, für die sicherheitskritische Kommunikation von Behörden oder für sichere und hochverfügbare Anwendungen von Geschäftskunden eingesetzt werden. Als weltweit erster Netzbetreiber hat die Deutsche Telekom im Berichtsjahr zusammen mit ihren Partnern die Vorteile von Network Slicing für eine Gaming-Anwendung auf einem kommerziellen Smartphone demonstriert. Weiterhin wurde die aktive Steuerung von Leistungsparametern entsprechend der unterschiedlichen Anforderungen bei 5G-Network Slicing über eine Netz-Programmierschnittstelle erfolgreich getestet.
  • AI One Conversation: Mit der Integration von Künstlicher Intelligenz bleiben unsere Produkte und Dienste auch in Zukunft wettbewerbsfähig. Der Fokus unserer Aktivitäten im Berichtsjahr liegt auf der Skalierung unseres KI-basierten digitalen Assistenten „Frag Magenta“ in Chat und Hotline. Ziel des digitalen Assistenten ist es, alle Kundeninteraktionen kontaktpunktübergreifend weiter zu personalisieren. „Frag Magenta“ ist von der Fachzeitschrift Computer Bild und Statista im November 2021 zum besten deutschen Telekommunikations-Chatbot für 2022 gekürt worden. Auch unsere Marketing- und Sales-Aktivitäten werden weiter personalisiert, um unseren Kunden maßgeschneiderte Lösungen zu bieten, die auf den vorhergehenden Kundeninteraktionen beruhen.
  • Big Data & AI: In diesem Innovationsfeld treiben wir die Umsetzung konzernübergreifender Prinzipien zur Datenverarbeitung und -analyse weiter voran. Mit unserem einheitlichen Datenmodell ermöglichen wir eine bessere Datenanalyse und können erfolgreiche Anwendungen mithilfe der Cloud-basierten Bereitstellungsarchitektur leicht auf neue Märkte und Länder übertragen. Dabei verbleiben Kunden- und Netzwerk-Daten in der jeweiligen Landesgesellschaft; der Datenschutz und die Datenintegrität unserer Kunden haben unsere höchste Priorität. In acht unserer Landesgesellschaften sind Dutzende Anwendungsfälle rund um Datenaufbereitung, -analyse und -qualität realisiert und innerhalb der Gruppe skaliert.
  • Sustainable Telco: Unser jüngstes Innovationsfeld widmet sich der nachhaltigen Transformation der Telekommunikationsbranche. Im Fokus liegen dabei aktuell v. a. die energieoptimierte dynamische Netzproduktion und ressourcenschonende Produkt- und Dienstegestaltung. Im Berichtsjahr haben wir erfolgreiche Prototypen und Tests in mehreren Ländern zu KI-unterstütztem intelligenten Energie-Management im Mobilfunknetz und zu regenerativer, dezentraler Energieproduktion wie hybrider Solar- und Windenergie sowie wasserstoffbasierten Brennstoffzellen durchgeführt.
4G
Bezeichnung für den Mobilfunk-Standard der vierten Mobilfunk-Generation mit höheren Übertragungsraten (siehe LTE).
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5G
Neuer Kommunikations-Standard (ab 2020 Einführung): bietet Datenraten im Gigabit Bereich, führt Festnetz und Mobilfunk zusammen, unterstützt das Internet der Dinge.
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Edge Computing
Rechenleistung am Rand des Mobilfunknetzes. Also nicht im weit entfernten Rechenzentrum, sondern nah am Kunden, in der „Edge Cloud“. Das eröffnet neue Anwendungen. Alles, wofür viele Daten schnell verarbeitet werden müssen, ohne Wartezeiten und besonders sicher, z. B. Augmented-Reality-Spiele.
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Latenz
Latenz oder Reaktionszeit ist der Zeitraum zwischen einem Ereignis und dem Eintreten einer sichtbaren Reaktion darauf. In der Telekommunikation setzt die Physik der Latenzzeit Grenzen – also etwa die Länge der Wege, die Daten in den Netzen zurücklegen. Ein Beispiel sind mobile Virtual Reality-Erlebnisse. Wer sich mit der entsprechenden Brille in wirklichkeitsgetreuen Welten bewegt, fordert von einem Server in der Ferne eine Reaktion ein: das richtige Bild, das den Erwartungen entspricht. Die Faustregel ist hier einfach. Je geringer die Verzögerung, desto realer nimmt der Anwender die virtuellen Welten wahr. Ähnliches gilt für Online-Gaming.
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MIMO – Multiple-Input Multiple-Output
MIMO ist eine Mehrfachantennentechnik, die z. B bei LTE und 5G eingesetzt wird. Damit können die Datenrate sowie die Versorgungsqualität erhöht werden.
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Router
Koppelelemente, die zwei oder mehr Subnetze miteinander verbinden. Darüber hinaus können Router die Grenzen eines Netzwerks erweitern und den Datenverkehr kontrollieren, indem sie fehlerbehaftete Datenpakete nicht weiterleiten.
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VR – Virtual Reality
(engl.) – Virtuelle Realität. Bezeichnet die Darstellung und gleichzeitige Wahrnehmung der Wirklichkeit und ihrer physikalischen Eigenschaften in einer in Echtzeit computergenerierten, interaktiven virtuellen Umgebung. Im Gegensatz zur erweiterten Realität, bei der die Darstellung zusätzlicher Informationen im Vordergrund steht, taucht der Benutzer bei VR komplett in eine virtuelle Welt ein.
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