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Brief des Vorstands­vorsitzenden

Liebe Aktionärinnen und Aktionäre,

Liebe Freunde unseres Unternehmens,

das Jahr 2021 war kein einfaches Jahr für die Deutsche Telekom und ihre Mitarbeitenden. Corona zieht sich wie ein roter Faden durch unseren Alltag. Die Pandemie hat unser gesellschaftliches Leben bis heute über weite Strecken im Griff. Unser soziales Miteinander bleibt eingeschränkt. Der Umgang mit der Pandemie ist und bleibt ein ständiges Auf und Ab. Im Sommer haben wir uns alle über die Rückkehr in unsere Konzernhäuser und Büros gefreut. Gegen Jahresende dann die Ernüchterung: Mit den steigenden Infektionszahlen kam erneut die Homeoffice-Pflicht der Bundesregierung.

Für uns bedeutet das: Auch wenn es nach so langer Zeit schwerfällt, müssen wir uns selbst und unsere Mitmenschen weiterhin durch Kontaktbeschränkungen und Impfungen vor Ansteckungen und schweren Verläufen schützen.

Ein Ereignis, das uns 2021 alle erschüttert hat, war die Flutkatastrophe in Nordrhein-Westfalen und in Rheinland-Pfalz Mitte Juli. Über 130 Menschen haben während des Unwetters ihr Leben verloren. Ihren Angehörigen gilt unsere Anteilnahme. Viele weitere Menschen hat es hart getroffen. Häuser und Straßen wurden von den Wasser- und Geröllmassen über Nacht hinweggespült, tausende Existenzen in wenigen Minuten vernichtet.

Das Ausmaß der Zerstörung ist bis heute sichtbar. Die Bewältigung der Folgen stellt die Menschen vor nie dagewesene Herausforderungen. Vor Ort konnte ich mir ein Bild davon machen, wie verheerend die Natur in den betroffenen Regionen gewütet hat und wie schwer die Schäden an Privateigentum und Infrastruktur ausgefallen sind. Das hallt bis heute nach.

Was die Telekomerinnen und Telekomer unter diesen Bedingungen geleistet haben, macht mich wirklich stolz. Wir waren noch in der Nacht vom 15. Juli vor Ort, um den Menschen in den Hochwasserregionen zu helfen. Unbürokratisch, engagiert, mitfühlend. Am Anfang sind wir mit Rucksäcken durchs Ahrtal gelaufen und haben Ersatzakkus und Ersatzhandys verteilt. Wir sind bis heute vor Ort und helfen. Erneut hat sich gezeigt: In der Krise ist die Telekom besonders stark. Auf uns können die Menschen zählen. Den beteiligten Kolleginnen und Kollegen danke ich für ihren beispiellosen Einsatz.

Die Telekom wird die Menschen in den Katastrophengebieten weiterhin beim Wiederaufbau unterstützen. Indem wir das machen, was wir am besten können: Netze bauen. Infrastruktur wieder instand setzen. Digitale Teilhabe ermöglichen. Menschen miteinander verbinden. Wir bleiben vor Ort, solange es dauert. Wir geben uns erst zufrieden, wenn alle (wieder) #dabei sind.

Liebe Aktionärinnen und Aktionäre,

lassen Sie mich jetzt einen Blick auf die derzeitige Lage unseres Unternehmens werfen. Soviel vorab: Wir halten unseren Wachstumskurs. Die Deutsche Telekom hat 2021 erneut ein Rekordjahr hingelegt!

Beim Konzernumsatz haben wir einen weiteren Meilenstein erreicht: Im Vorjahr war uns erstmals der Sprung über die Marke von 100 Mrd. € gelungen. Jetzt haben wir erneut deutlich zugelegt. Unser Konzernumsatz ist um 7,7 % gewachsen und liegt bei 108,8 Mrd. €. Auch organisch sind wir gewachsen, also bei konstanten Währungskursen und vergleichbarer Konzernstruktur. Hier hat die Telekom ein Umsatzplus von 4,5 % erreicht. Damit übertreffen wir unsere Ziele und setzen ein Ausrufezeichen. Man könnte auch sagen: Wir haben uns erfolgreich in der Champions League der globalen Telekommunikationsanbieter festgespielt.

In den USA, in unseren europäischen Beteiligungsgesellschaften und auf unserem Heimatmarkt Deutschland konnten wir unsere Umsätze steigern und höhere Ergebnisse erzielen. Beim bereinigten EBITDA AL liegt das Wachstum bei 6,6 %. Bei den frei verfügbaren Mitteln (Free Cashflow AL) fällt der Zuwachs mit 40,1 % sogar deutlich zweistellig aus. Die Gründe für diese erfreulichen Entwicklungen sind vielfältig.

In den USA machen wir schnelle Fortschritte damit, die Synergien aus dem Zusammenschluss mit Sprint zu erzielen. Die Mitarbeitenden zweier zuvor konkurrierender Unternehmen arbeiten heute gemeinsam daran, die Nummer 1 auf dem wichtigsten Mobilfunk-Markt der Welt zu werden. Das motiviert ungemein. 2021 hat die neue T‑Mobile US ein wichtiges Etappenziel erreicht und sich zwischen den vormaligen Platzhirschen Verizon und AT&T den zweiten Platz in den USA gesichert. Ausschlaggebend dafür: Immer mehr Menschen entscheiden sich für einen Vertrag mit der T‑Mobile US; im Berichtsjahr 5,5 Mio. Das ist ein neuer Rekord.

Ein Argument für T‑Mobile US ist ihr 5G-Netz, dem besten im Land. Über 210 Mio. Menschen können per „Ultra Capacity 5G“ im 2,5 GHz-Band extrem schnelles 5G nutzen. Rechnet man den niedrigeren Frequenzbereich ein, erreicht T‑Mobile US 94 % aller US-Amerikanerinnen und Amerikaner mit 5G; das mit Abstand größte Netz und damit die beste Voraussetzung dafür, unsere Wachstumsgeschichte fortzuschreiben.

Unser Plan sieht vor, die Kapitalmehrheit bei T‑Mobile US zu erreichen und uns damit die langfristige Kontrolle über das Unternehmen zu sichern. Der Kauf von 45 Mio. Aktien der T‑Mobile US von SoftBank war ein erster Schritt dazu, wir nähern uns der Zielmarke von mehr als 50 % an. Der damit verbundene Einstieg von SoftBank als Großaktionär der Deutschen Telekom AG zeigt das Vertrauen, das uns der weltweit größte Tech-Investor entgegenbringt. SoftBank sieht das große Potenzial in unserer Aktie und hat deshalb der Übernahme von 225 Mio. Anteilen zu einem beigemessenen Wert von je 20 € zugestimmt. Außerdem werden beide Unternehmen im Rahmen einer strategischen Partnerschaft in Zukunft noch enger zusammenarbeiten.

Über einen langen Zeitraum haben wir die Stellung als Europas führender Telekommunikationsanbieter angestrebt. Dieses Ziel ist erreicht, seit mehreren Jahren liegen wir unangefochten an der Spitze. Heute sind wir an der Börse annähernd genauso hoch bewertet wie Vodafone, Telefónica und Orange zusammen. Aber unsere Industrie verändert sich rasant. Neue Wettbewerber wie der Satellitenanbieter Starlink oder der Cloud-basierte Telekommunikationsdienstleister Rakuten stellen unser etabliertes Geschäftsmodell vor Herausforderungen. Gleichzeitig versuchen die großen Internet-Unternehmen des Silicon Valley, eigene, von unseren Netzen unabhängige Konnektivitätslösungen am Markt zu etablieren. Dazu kommt zunehmender Wettbewerb im Infrastrukturbereich, von unabhängigen Funkturmbetreibern und alternativen Glasfaser-Anbietern.

Um auf diese Veränderungen zu reagieren, haben wir uns ein neues strategisches Ziel gesetzt: Die Deutsche Telekom will zukünftig der weltweit führende digitale Telekommunikationsanbieter sein. Indem wir unseren Kundinnen und Kunden maßgeschneiderte Angebote machen, die sie problemlos in Betrieb nehmen und konfigurieren können. Und ihnen nahtlose Konnektivität ermöglichen. Ganz egal ob privater Mobilfunk-Nutzer, Geschäftskund*in oder Netflix-Konsument*in: Sie alle sollen von uns die besten an ihre individuellen Bedürfnisse angepassten Angebote bekommen.

„Führendes digitales Telekommunikationsunternehmen“ bedeutet aber noch viel mehr: Zum Beispiel, dass wir mehr Software-Lösungen entwickeln, damit unsere Produkte flexibler und schneller einsetzbar sind. Dass wir auch jenseits unseres Kerngeschäfts Wachstumschancen erkennen und diese nutzen. Dass wir Informationstechnik und Netztechnik in die Cloud heben, um sie effizienter zu betreiben. Dass wir Größenvorteile besser skalieren. Dass wir Datenanalysen und Künstliche Intelligenz noch stärker zum Nutzen unserer Kundinnen und Kunden einsetzen. Dass wir unser Portfolio durch gezielte Akquisitionen und Verkäufe aufwerten und so unseren Wert steigern. Und dass wir unserer Verantwortung bei der Bekämpfung des Klimawandels gerecht werden, indem wir das Potenzial der Digitalisierung ausschöpfen. Kurz: Es gibt viel zu tun, um der weltweit führende digitale Telekommunikationsanbieter zu werden.

Die Basis für diesen tiefgreifenden Umbau haben wir: Weltweit vertrauen heute fast 300 Mio. Menschen der Deutschen Telekom. Im Mobilfunk haben wir fast 250 Mio. Kundinnen und Kunden unter Vertrag, hinzu kommen mehr als 26 Mio. Festnetz- und 21 Mio. Breitband-Anschlüsse.

Wie gelingt es uns, so viele Menschen für unsere Angebote zu begeistern? Indem wir ihnen die besten Netze bieten. Mit der höchsten Verbindungsqualität bei überragendem Service. Dafür investierten wir auch im Jahr 2021 auf Rekordniveau: rund 18,0 Mrd. € sind vorwiegend in unsere globale Infrastruktur geflossen, 5,5 Mrd. € davon allein in Deutschland. Wir sehen den Ausbau unserer Netze als Teil unseres gesellschaftlichen Auftrags. Unsere Investitionen sind für die erfolgreiche Digitalisierung unverzichtbar. Aber Investitionen müssen sich für die beteiligten Unternehmen auch lohnen.

Die Zeichen, die uns die Politik gegen Ende 2021 zum Thema Netzausbau gesendet hat, sehe ich vor diesem Hintergrund positiv. Zum einen die Idee, im Mobilfunk auf die Versteigerung der Frequenzen zu verzichten und sie stattdessen zu verteilen. Zum anderen das Vorhaben, die Preise für Glasfaser-Anschlüsse auf der Infrastruktur von Wettbewerbern nicht im Vorfeld zu regulieren und stattdessen dem freien Markt Vorrang zu lassen. Beide Schritte werden der gesamten Industrie Investitionsspielräume in Milliardenhöhe verschaffen. Beide Schritte sind richtige Signale für mehr digitale Teilhabe in Deutschland.

Für dieses Ziel haben unsere Technikerinnen und Techniker im Jahr 2021 Großartiges geleistet. Bei der Versorgung mit Glasfaser-Anschlüssen bis ins Haus (FTTH) haben wir unsere Ausbaumenge gegenüber dem Vorjahr erneut verdoppelt. 2020 waren es rund 600.000 Anschlüsse; 2021 haben wir rund 1,2 Mio. Haushalten Anschlüsse an unser Glasfasernetz ermöglicht. Für 2022 peilen wir 2 Mio. neue FTTH-Anschlüsse an, perspektivisch sollen es pro Jahr im Durchschnitt 2,5 Mio. sein. Unsere sog. „Fiber-Factory“, eine eigene Einheit mit über 13.000 Kolleginnen und Kollegen, die sich ausschließlich um den Glasfaser-Ausbau kümmern, unsere T-Cars, die mit ihrer modernen Landvermessungs-Software den Ausbau beschleunigen oder unser intelligentes Bau- und Planungstool „Gigabitgeschäftssystem“ sind dafür entscheidende Hebel.

Für die Digitalisierung Deutschlands sind wir bereits zahlreiche Kooperationen eingegangen. Aber wir sind auch bereit, ganz neue Wege zu gehen. Deshalb gründen wir mit dem australischen Investor IFM ein Gemeinschaftsunternehmen: GlasfaserPlus. Bis 2028 wollen wir mit GlasfaserPlus 4 Mio. Haushalte im Bundesgebiet an unser Glasfasernetz anschließen. Und um klar zu sein: Diese 4 Mio. Anschlüsse kommen zusätzlich zum Eigenausbau der Deutschen Telekom. Insgesamt wollen wir 12 Mio. FTTH-Anschlüsse im ländlichen Raum ermöglichen.

GlasfaserPlus wird diese Anschlüsse vorwiegend im ländlichen Raum bauen. Genauer gesagt in Städten und Gemeinden mit weniger als 20.000 Einwohnern. Das Unternehmen will im laufenden Jahr über 100.000 Glasfaser-Anschlüsse ermöglichen. Dass wir beim Glasfaser-Ausbau verschiedene Ausbauoptionen wählen, ist vor dem Hintergrund der hohen finanziellen Belastung sicher das richtige Vorgehen.

An unserem bereits verkündeten Ziel für die flächendeckende Versorgung Deutschlands mit Glasfaser halten wir fest: Bis 2030 sollen alle Haushalte und Unternehmen in Deutschland über einen FTTH-Anschluss verfügen. GlasfaserPlus wird dafür einen wichtigen zusätzlichen Beitrag leisten. Aber eine Mammutaufgabe wie den Aufbau eines flächendeckenden FTTH-Netzes können wir auch mit Unterstützung durch unser Joint Venture nicht allein stemmen. Deshalb müssen auch unsere Wettbewerber ihren Beitrag leisten.

In anderen Teilen unseres Unternehmens haben unsere Kolleginnen und Kollegen 2021 ebenfalls Rekorde aufgestellt. Stichwort Markenwert: Nie war unser magentafarbenes „T“ wertvoller. Das Marktforschungsinstitut „Brand Finance“ hat ermittelt, dass der Wert bei 51,1 Mrd. US‑$ liegt. Damit belegen wir weltweit den 17. Rang nach Platz 23 im Jahr 2020. Nach Mercedes sind wir die zweitwertvollste Marke aus Deutschland und konnten internationale Größen wie Disney und AT&T hinter uns lassen. Wir sind sehr stolz, dass wir im „Konzert der Großen“ mitspielen können.

Das zeigt sich auch daran, dass wir als Kooperationspartner für die globalen Technologie-Pioniere attraktiv sind. Googles Mutterkonzern Alphabet ist eine langfristige Partnerschaft mit uns eingegangen. Diese umfasst u. a. einen neuen Messaging-Dienst für B2B-Geschäfte sowie neue Funktionen für unser Premium-Produkt „MagentaTV One“. Eine solche Zusammenarbeit auf Augenhöhe wäre vor einigen Jahren noch nicht möglich gewesen.

Liebe Aktionärinnen und Aktionäre,

unterm Strich ist unsere Bilanz herausragend, 2021 war ein weiteres Rekordjahr für unser Unternehmen. Wir haben geliefert. Wir haben die wichtigsten strategischen Weichen für unsere Weiterentwicklung gestellt. Wir stehen heute wirtschaftlich besser da als jemals zuvor. Das ist der Verdienst von über 200.000 Telekomerinnen und Telekomern weltweit.

Für die kommenden Jahre bleiben wir bei einem optimistischen Ausblick. Wie bei unserem letztjährigen Kapitalmarkttag verkündet, wollen wir unseren Umsatz in den Jahren 2021 bis 2024 im Schnitt um ein bis zwei Prozent steigern. Das bereinigte EBITDA AL soll derweil im Schnitt um drei bis fünf Prozent zulegen und der Free Cashflow AL durchschnittlich um etwa zehn Prozent pro Jahr auf mehr als 18 Mrd. € im Jahr 2024 wachsen. Unser bereinigtes Ergebnis pro Aktie soll auf über 1,75 € steigen, von 1,22 € im Jahr 2021.

Von unseren Erfolgen im zurückliegenden Geschäftsjahr sollen auch Sie profitieren. Für 2021 schlagen wir daher eine Dividende von 0,64 € pro dividendenberechtigter Aktie vor – vorbehaltlich der notwendigen Gremienbeschlüsse und weiterer gesetzlicher Voraussetzungen.

Zum Abschluss noch eine persönliche Bemerkung: Ich freue mich sehr, dass der Aufsichtsrat mir das Vertrauen geschenkt hat und meinen Vertrag vorzeitig um fünf Jahre verlängert hat. Mich motiviert v. a. der Zuspruch, der mich in diesem Zuge aus dem Unternehmen erreicht hat. Gemeinsam mit unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern werde ich weiter täglich dafür arbeiten, dass die Deutsche Telekom ihre Ziele erreicht. Und dass wir uns zum führenden digitalen Telekommunikationsunternehmen der Welt transformieren.

Beste Grüße

Ihr Tim Höttges

5G
Neuer Kommunikations-Standard (ab 2020 Einführung): bietet Datenraten im Gigabit Bereich, führt Festnetz und Mobilfunk zusammen, unterstützt das Internet der Dinge.
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AL – after leases
Seit Beginn des Geschäftsjahres 2019 berücksichtigen wir bei der Definition unserer finanziellen Leistungsindikatoren die Auswirkungen der verpflichtenden Erstanwendung des Rechnungslegungsstandards IFRS 16 „Leases“. Zur Ermittlung des „EBITDA after leases“ (EBITDA AL) wird das EBITDA um die Abschreibungen der aktivierten Nutzungsrechte und die Zinsaufwendungen für die passivierten Leasing-Verbindlichkeiten angepasst. Bei der Ermittlung des „Free Cashflow after leases“ (Free Cashflow AL) wird der Free Cashflow um die Tilgung von Leasing-Verbindlichkeiten angepasst.
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FTTH – Fiber to the Home
(engl.) – Glasfaser bis ins Haus. Als FTTH bezeichnet man in der Telekommunikation das Verlegen von Glasfaser-Kabeln bis in die Wohnung des Kunden.
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Glasfaser
Transportweg für optische Datenübertragung.
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Glasfaser-Anschlüsse
Gesamtzahl aller FTTx-Anschlüsse (z. B. FTTC/VDSL, Vectoring sowie FTTH).
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